Kurz beantwortet: welches Typ-2-Kabel du brauchst und wann keins
Ein eigenes Typ-2-Ladekabel brauchst du, wenn deine Wallbox nur eine Ladesteckdose hat oder wenn du an öffentlichen Wechselstromsäulen lädst. Dieses Kabel heißt Mode-3-Ladekabel. Für ein Auto mit 11-kW-Lader reicht nach unserer Rechnung ein dreiphasiges Kabel mit 16 oder 20 Ampere. Ein 32-Ampere-Kabel lohnt sich vor allem, wenn dein Auto mit 22 kW laden kann oder du bewusst Reserve für ein späteres Auto willst. Der ADAC empfiehlt sieben bis acht Meter Länge und rät auch Fahrerinnen und Fahrern einphasig ladender Autos zum dreiphasigen Kabel. Herstellerangaben, Preise und Sicherheitsquellen: geprüft am 31. Oktober 2026.
Kein zusätzliches Kabel brauchst du, wenn deine Wallbox ein fest angeschlagenes Kabel hat und du unterwegs fast nur an Schnellladern lädst: Dort sind die Kabel laut ADAC immer fest an der Säule. Schau außerdem nach, ob beim Auto schon ein Mode-3-Kabel mitgeliefert wurde. Ob eine Wallbox mit festem Kabel oder mit Buchse besser zu deinem Stellplatz passt, erklären wir im Ratgeber „Wallbox mit festem Kabel oder Typ-2-Buchse: Was passt zum Stellplatz?“.
Zwei Produkte sind keine Variante des Typ-2-Kabels, sondern eine eigene Entscheidung: das Schuko-Notladekabel nach Ladebetriebsart 2 und die sogenannte mobile Wallbox für Haushalts- oder CEE-Steckdosen. Und zwei Dinge haben am Typ-2-Kabel nichts zu suchen: Verlängerungen und Adapter. Mennekes und LAPP schließen beides in ihren Bedienungsanleitungen aus, der technische Leitfaden von DKE, VDE FNN, BDEW, ZVEH und ZVEI rät davon ab. Dieser Ratgeber stützt sich auf Normenhinweise, Herstellerunterlagen und einen fremden Test; eigene Kabeltests haben wir nicht gemacht.
- Brauchst du, wenn
- deine Wallbox eine Typ-2-Steckdose hat oder du an öffentlichen AC-Säulen lädst
- Phasen
- dreiphasig; laut ADAC auch für Autos, die nur einphasig laden
- Stromstärke
- 16 oder 20 A für 11 kW, 32 A für 22 kW (eigene Rechnung: 3 × 230 V × 16 A = 11,04 kW; 3 × 230 V × 32 A = 22,08 kW)
- Länge
- laut ADAC 7 bis 8 m für öffentliche Säulen; zuhause nach Kabelweg messen, kürzer ist leichter
- Tabu
- Verlängerungen, Adapter, veränderte oder beschädigte Kabel (Mennekes, LAPP, technischer Leitfaden)
- Markenbeispiele, Stand 31.10.2026
- Mennekes 135 bis 168 € UVP; LAPP-Onlineshop 159,95 bis 269,95 € für glatte 11- und 22-kW-Kabel mit 5 bis 10 m
Mode 3, Mode 2, Typ 2: was die Begriffe bedeuten
Die Ladebetriebsarten 1 bis 4 sind in der Systemnorm DIN EN IEC 61851-1 festgelegt. Mode 3 ist laut technischem Leitfaden das ein- oder dreiphasige Wechselstromladen an fest installierten Ladestationen, also an Wallbox oder Ladesäule. Die Schutztechnik einschließlich Fehlerstrom-Schutzeinrichtung steckt in der Gesamtinstallation, deshalb genügt ein Kabel mit Typ-2-Steckern. Beide Steckverbinder werden verriegelt, damit niemand unter Last zieht. Für das Wechselstromladen ist Mode 3 nach dem Leitfaden den Ladebetriebsarten 1 und 2 vorzuziehen.
Typ 2 beschreibt dagegen die Steckerform nach IEC 62196-2. Das Mennekes-Datenblatt eines 32-A-Kabels nennt beides getrennt: Steckvorrichtung Typ 2 nach IEC 62196-2, Lademodus Mode 3 nach IEC 61851-1. Die Angabe Typ 2 allein sagt also noch nichts über Phasen, Stromstärke oder Länge. Mode 2 ist etwas anderes: Hier steckt eine Steuer- und Schutzeinrichtung im Kabel, die sogenannte In-Cable Control and Protection Device (IC-CPD), und geladen wird an einer Haushalts- oder Industriesteckdose. Die zugehörige Produktnorm ist laut DKE die DIN EN 62752. Mode 4 ist das Gleichstromladen mit fest angeschlagenem Kabel.
Ein praktischer Hinweis steht in beiden Bedienungsanleitungen: Mennekes und LAPP sehen ihre Kabel für Ladepunkte mit der Kennzeichnung „C“ nach DIN EN 17186 vor; laut LAPP steht „C“ für einen Typ-2-Anschluss bis 480 Volt Wechselspannung. Wie Fahrzeugbuchse, AC-Ladegrenze, Wallbox und Ladesäule als Kette zusammenspielen, erklären wir ausführlich im Ratgeber „Typ 2, CCS2 und CHAdeMO: Anschluss und Ladekette prüfen“. Hier geht es nur um das Kabel dazwischen.
Phasen und Stromstärke: was dein Auto tatsächlich nutzt
Die wichtigste Grenze sitzt im Auto. Laut LAPP wird die Ladegeschwindigkeit „in erster Linie durch den Onboard Charger bestimmt“; viele Autos laden mit Wechselstrom nur mit 11 kW oder sogar nur 7,4 kW. Wer mit 22 kW laden will, braucht laut LAPP eine 22-kW-Station, einen 22-kW-Onboard-Lader und ein Kabel für 32 Ampere. Der ADAC schreibt, öffentliche AC-Säulen lieferten höchstens 22 kW, die Bordladegeräte nutzten davon meist nur 11 kW.
Aus Spannung, Strom und Phasenzahl ergibt sich die rechnerische Höchstleistung des Kabels. Eigene Rechnung mit 230 Volt je Phase, ohne Verluste: 230 V × 16 A = 3.680 W, also rund 3,7 kW auf einer Phase und 3 × 3.680 W = 11.040 W, rund 11 kW, auf drei Phasen. Mit 20 A sind es 4,6 und 13,8 kW, mit 32 A 7,36 und 22,08 kW. Shops benennen Kabel meist nach Leistungsklasse: Mennekes und LAPP verkaufen dreiphasige 20-A-Kabel als 11-kW-Kabel, obwohl 20 A rechnerisch mehr erlauben. Hersteller runden zudem unterschiedlich; LAPP nennt für das einphasige 32-A-Kabel in der Anleitung 7,2 kW, im Shop die Klasse 7,4 kW.
Die AC-Ladeleistung und die Phasenzahl deines Autos findest du im Datenblatt, in der Preisliste oder in der Betriebsanleitung, oft unter Onboard-Lader oder AC-Laden. Fährst du ein Auto mit einphasigem Lader, reicht laut ADAC zunächst ein einphasiges Kabel; der Club empfiehlt trotzdem ein dreiphasiges, weil es sich auch für dreiphasig ladende Autos eignet. Umgekehrt gilt nach unserer Einordnung: Ein einphasiges Kabel begrenzt auch ein dreiphasig ladendes Auto auf eine Phase.
| Kabelausführung | Phasen und Strom | Max. Leistung (eigene Rechnung) | Passt für | Hinweis |
|---|---|---|---|---|
| Einphasig, 16 oder 20 A | 1 × 16 A bzw. 1 × 20 A | 3,68 bzw. 4,6 kW | Autos mit einphasigem Lader bis 3,7 kW | Wenig Reserve; der ADAC rät auch hier zum dreiphasigen Kabel |
| Einphasig, 32 A | 1 × 32 A | 7,36 kW | Autos mit einphasigem Lader bis 7,4 kW | Begrenzt dreiphasig ladende Autos auf eine Phase |
| Dreiphasig, 16 oder 20 A (11-kW-Klasse) | 3 × 16 A bzw. 3 × 20 A | 11,04 bzw. 13,8 kW | Autos mit 11-kW-Lader, laut ADAC der Normalfall | Leichter und dünner als 32-A-Kabel; reicht nicht für 22 kW |
| Dreiphasig, 32 A (22-kW-Klasse) | 3 × 32 A | 22,08 kW | Autos mit 22-kW-Lader; funktioniert auch an 11-kW-Autos | Laut ADAC dicker, schwerer und teurer; Mehrleistung nur mit 22-kW-Auto und -Säule |
20 oder 32 Ampere, 5 oder 10 Meter: Gewicht, Länge und Bauform
Reserve hat ihren Preis vor allem beim Gewicht. Der ADAC schreibt: Je höher die mögliche Stromstärke, desto dicker, schwerer, teurer und unhandlicher das Kabel. Die Mennekes-Datenblätter zeigen den Grund: Das 32-A-Kabel hat fünf Leiter mit je 6 mm², 16 mm Durchmesser und wiegt bei 7,5 m Nutzlänge 4,43 kg; das 20-A-Kabel derselben Länge hat Leiter mit je 2,5 mm². Der Touring Club Schweiz (TCS) hat für seinen Test von 2024 acht Kabel vom Schweizer Markt gewogen: Die vier 32-A-Kabel mit 5 bis 10 m wogen 3,1 bis 5,5 kg, ein 16-A-Kabel mit 6 m 2,1 kg.
Ein Kabel mit mehr Reserve schadet nach den gelesenen Quellen nicht: Der ADAC empfiehlt ausdrücklich das leistungsfähigere dreiphasige Kabel auch für einphasig ladende Autos, und laut LAPP bestimmt der Onboard-Lader das Tempo. Umgekehrt bremst ein schwächer ausgelegtes Kabel; LAPP nennt als Beispiel 16 statt der für 22 kW nötigen 32 Ampere. Unsere Einordnung: Hat dein Auto einen 11-kW-Lader und planst du kein 22-kW-Auto, ist ein dreiphasiges 16- oder 20-A-Kabel die leichtere Wahl. Ein 32-A-Kabel kaufst du für ein 22-kW-Auto oder wenn dir die Reserve das Mehrgewicht wert ist.
Bei der Länge zählt der Weg, nicht die Luftlinie. Der ADAC empfiehlt für öffentliche Säulen sieben oder acht Meter, weil man nicht immer nah genug an die Buchse heranparken kann; zuhause hängt die Länge von Montageort, Parkrichtung und Lage der Ladeklappe ab. Jeder Meter wiegt mit, das 10-m-Kabel war im TCS-Test das schwerste. Prüfe die nutzbare Länge im Datenblatt: Mennekes unterscheidet 7,5 m Nutzlänge von 7,2 m Kabellänge. Der TCS fand ein Spiralkabel mit 7,5 m Herstellerangabe, das sich nur auf etwa 5 m ausziehen ließ, ohne dass zu viel Zug auf den Stecker wirkte.
Spiral oder glatt ist eine Frage des Alltags. Mennekes bietet sein Spiralkabel mit 4 m für bis zu 11 kW an und schreibt, es berühre gesteckt den Boden nicht und lasse sich platzsparend verstauen; LAPP verkauft Spiralkabel mit 5 m in den Klassen 7,4 und 11 kW. Laut TCS sind Spiralkabel handlicher, werden beim Laden aber wärmer: 34 und 37 °C gegenüber höchstens 28 °C bei den glatten Kabeln, „spürbar“, aber „kein Sicherheitsrisiko“. Beim Wirkungsgrad lagen bestes und schlechtestes gemessenes Kabel weniger als ein Prozent auseinander. Ein farbiges Kabel wird laut ADAC nicht so leicht zur Stolperfalle.
Schutzart, Temperatur und Prüfzeichen richtig lesen
Die IP-Schutzart nach DIN EN 60529 hat zwei Ziffern: Die erste steht laut Mennekes für den Schutz gegen Fremdkörper und Berührung, die zweite für den Schutz gegen Wasser. Das 32-A-Kabel von Mennekes hat ungesteckt IP20, gesteckt oder mit Schutzkappe IP44. Die Null bedeutet keinen Wasserschutz, die Vier Schutz gegen Spritzwasser von allen Seiten. LAPP nennt für seine Kabel IP55 im gesteckten Zustand, also Staubschutz und Schutz gegen Strahlwasser; einen Wert für den ungesteckten Zustand nennt die gelesene LAPP-Anleitung nicht. Deshalb gehört die Schutzkappe nach dem Laden wieder drauf; der TCS rät zu Kabeln mit zwei Kappen, wenn du das Kabel nicht immer trocken lagern kannst.
Beim Temperaturbereich nennt Mennekes für Betrieb und Lagerung minus 30 bis plus 50 °C. Bei LAPP weichen die eigenen Unterlagen voneinander ab: Die Bedienungsanleitung nennt minus 35 bis plus 50 °C Umgebungstemperatur und minus 5 bis plus 50 °C Lagertemperatur, die FAQ minus 30 bis plus 50 °C. Zeitweise sei das Kabel im Kofferraum bis 65 °C unbedenklich. Maßgeblich ist die Unterlage zu deinem konkreten Kabel.
Das CE-Zeichen ist kein Prüfsiegel. Laut EU-Portal Your Europe gibt der Hersteller damit an, dass sein Produkt die EU-Vorschriften erfüllt; eine zentrale EU-Stelle, die eine Genehmigung oder ein Zertifikat dafür ausstellt, gibt es nicht. Ladekabel fallen laut EU-Kommission unter die Niederspannungsrichtlinie, und die verlangt keine benannte Prüfstelle: Allein der Hersteller ist verantwortlich. Mehr sagt die EU-Konformitätserklärung. Mennekes veröffentlicht sie für sein 32-A-Kabel zum Download, mit den Normen EN 62196-2 und EN 61851-1 sowie den Richtlinien zu Niederspannung und RoHS.
Unabhängige Prüfzeichen gehen weiter. Das VDE-Institut vergibt seine Zeichen nach eigener Darstellung erst nach Besichtigung der Fertigung, Produktkontrollen und mit regelmäßiger Fertigungsüberwachung; zertifizierte Produkte und missbräuchlich verwendete Zeichen lassen sich in Datenbanken des VDE nachschlagen. Prüfzeichen von TÜV Rheinland tragen eine ID, die du in der Datenbank Certipedia prüfen kannst. TÜV Rheinland vergibt sein Zeichen aber auch für Managementsysteme und Personen; achte also darauf, dass sich das Zertifikat auf das Kabel selbst bezieht.
Quellen: [12], [8], [10], [16], [15], [17], [19], [20], [11], [21], [22]
Tabu: Verlängerung, Adapter und Kabel ohne Nachweis
Der technische Leitfaden zur Ladeinfrastruktur ist eindeutig: Das Fahrzeug muss ohne Verlängerungsleitungen oder Kabeltrommeln angeschlossen werden können, und von Verlängerungsleitungen, Mehrfachsteckdosen, Kabeltrommeln und Reiseadaptern wird aus Sicherheitsgründen abgeraten. Mennekes schreibt in der Bedienungsanleitung vom Juni 2026: „Keine Adapterstecker oder Verlängerungskabel verwenden.“ LAPP verbietet in seiner Anleitung Adapter, Übergangsadapter und Verlängerungskabel. Beide Hersteller untersagen außerdem, das Kabel zu verändern oder beschädigt zu verwenden, und verlangen, es vor jedem Gebrauch auf Beschädigungen zu prüfen.
Das betrifft auch Zubehör, das im Handel neben Ladekabeln angeboten wird, etwa Typ-2-Verlängerungen für das feste Kabel einer Wallbox oder Adapter von Typ 2 auf Schuko. In den gelesenen Unterlagen haben wir keine Freigabe für solche Kombinationen gefunden; die Anleitungen von Mennekes und LAPP schließen sie aus. Ist das feste Kabel deiner Wallbox zu kurz, gehört das Thema zur Installation: Montageort oder Kabellänge mit dem Fachbetrieb klären statt verlängern.
Bei Billigangeboten fehlen oft genau die Nachweise. Im TCS-Test fiel ein günstiges Kabel aus einem chinesischen Onlineshop mit null Prozent durch, unter anderem wegen nicht passender Anschlüsse; es lud zudem nur einphasig. Der TCS rät, bei solchen Shops genau zu prüfen, ob es das richtige Produkt ist, und hält Händler aus der Schweiz oder der EU für besser geeignet. LAPP, selbst Kabelanbieter, warnt bei nicht zertifizierten Kabeln vor Überhitzung, wenn deren Belastbarkeit unter der Leistung des Ladegeräts liegt, und vor Lichtbögen durch schlecht sitzende Stecker. Nach unserer Einschätzung ist ein Kabel ohne Hersteller mit Anschrift, ohne Datenblatt mit Normangaben und ohne Konformitätserklärung kein Kandidat.
Mode 2 und „mobile Wallbox“: eine andere Kaufentscheidung
Ein Mode-2-Kabel lädt an der Haushalts- oder CEE-Steckdose, die Steuerbox im Kabel übernimmt die Kommunikation mit dem Auto. Laut ADAC sollte ein solches Kabel „zumindest einen Temperatursensor“ haben; der Club rät, an der Schuko-Steckdose „nur im Ausnahmefall und dann mit reduzierter Ladeleistung“ zu laden: Normale Steckdosen und ihre Installation seien nicht auf hohe Leistung über mehrere Stunden ausgelegt. Empfehlenswerter seien Mode-2-Kabel mit Adapter für die rote oder blaue CEE-Steckdose. Die Bundesnetzagentur schreibt, E-Autos sollten aus Gründen der elektrischen Sicherheit nicht über die normale Haushaltssteckdose geladen werden.
Hersteller werben mit Schutzfunktionen: Mennekes nennt für seine Mode-2-Kabel bis 3,7 kW eine Erkennung von Wechsel- und Gleichfehlerströmen, mehrstufiges Temperaturmanagement und Stromreduzierung bei Überhitzung des Schuko-Steckers. Beide dort gezeigten Mode-2-Modelle waren am 31. Oktober 2026 als nicht mehr bestellbar markiert. Nach unserer Einordnung ist ein solches Kabel eine Notlösung für unterwegs, kein Ersatz für eine Wallbox und auch kein Ersatz für das Mode-3-Kabel an der öffentlichen Säule.
Bei mobilen 11-kW-Ladern mit CEE-Stecker lohnt ein genauer Blick. Laut DKE setzt die Mode-2-Norm DIN EN 62752 zwingend eine im Gerät integrierte Schutzfunktion voraus. Sogenannte mobile Wallboxen mit Haushalts- oder Industriestecker und einer Typ-2-Steckdose zum Auto hin, an die man ein separates Kabel steckt, deckt dagegen keine der beiden Normen ab. Das zuständige DKE-Komitee hält diese Bauart für eine mögliche „Gefahr für die körperliche Unversehrtheit“ und für Brände. Ohne eingebauten Fehlerstromschutz fehlt in älteren Installationen womöglich der nötige Schutz.
Unsere Einordnung daraus: Suche bei einem mobilen Lader die Normangabe DIN EN 62752, eine integrierte Schutzfunktion und ein fest angeschlagenes Fahrzeugkabel statt einer Typ-2-Dose. Der ADAC rät aus seinem Test mobiler Wallboxen vom Juli 2024, gerade bei günstigen Geräten aus dem Internet auf ein vollständiges Typenschild und eine Konformitätserklärung zu achten; nach seiner damaligen Darstellung sind auch mobile Charger beim Netzbetreiber zu melden. Ob das für deine Steckdose gilt, klärst du mit Elektrofachkraft und Netzbetreiber. Lädst du täglich zuhause, prüfe mit dem Wallbox-Berater von ev.guru, ob eine fest installierte Wallbox besser passt.
Wandhalter und Aufbewahrung: Kontakte trocken, Kabel ohne Knick
Der technische Leitfaden verlangt, Ladeleitungen sorgfältig zu behandeln, vor mechanischer Beschädigung zu schützen, vor jeder Nutzung auf sichtbare Schäden zu prüfen und nach dem Laden in die vorgesehene Aufnahme zu legen oder im Fahrzeug zu verstauen. Mennekes schreibt: Schutzkappe aufstecken, Steckverbindungen vor Feuchtigkeit schützen, nur trocken oder mit leicht angefeuchtetem Tuch und ohne Reinigungsmittel säubern. LAPP verlangt, das Kabel ohne Knick aufzuwickeln, kein Wasser an die Kontakte zu lassen, keine Druckluft und keinen Hochdruckreiniger zu verwenden und es vor längerer Lagerung zu reinigen und trocken aufzubewahren.
In seinen FAQ ergänzt LAPP: trocken lagern, um Korrosion zu vermeiden, keine engen Knicke oder Knoten, das Kabel nicht überfahren und beim Abziehen den Stecker greifen statt am Kabel zu ziehen. Mennekes gibt in Datenblättern einen Mindestbiegeradius an, beim 20-A-Kabel statisch mindestens das Vierfache des Kabeldurchmessers. Der TCS zählt Schutzkappen, Tasche und Klettband zum Lieferumfang, der den Alltag spürbar erleichtert.
Für einen Wandhalter leiten wir daraus vier Kriterien ab, ohne einzelne Halter geprüft zu haben. Erstens: Der Stecker steckt in einer Aufnahme oder trägt seine Kappe, die Kontakte zeigen nicht offen nach oben. Zweitens: Das Kabel hängt in weiten Schlaufen auf einem breiten Haken, nicht über einem Nagel oder einer scharfen Kante. Drittens: Das Gewicht hängt an der Schlaufe, nicht am Übergang zwischen Stecker und Kabel. Viertens: Halter und Kabel liegen außerhalb der Fahrspur und nicht auf dem Boden, wo man darüberfährt oder stolpert. Draußen macht ein Halter den Stecker nicht wasserdicht; ungesteckt und ohne Kappe hat das Mennekes-Kabel nur IP20.
Was Markenkabel kosten und deine Kaufcheckliste
Als Preisbeispiele haben wir am 31. Oktober 2026 die Seiten von zwei Herstellern gelesen. Mennekes nennt als unverbindliche Preisempfehlung inklusive Mehrwertsteuer 135 € für das dreiphasige 20-A-Spiralkabel mit 4 m, 140 € für das glatte 20-A-Kabel mit 7,5 m und 168 € für das 32-A-Kabel mit 7,5 m. Im LAPP-Onlineshop kosten die glatten, schwarzen Kabel mit 5 m regulär 159,95 € (11 kW) und 179,95 € (22 kW), beide als sofort verfügbar markiert; das 11-kW-Spiralkabel mit 5 m kostet 229,95 €. Die schwarzen Varianten mit 7 und 10 m (179,95 und 199,95 € für 11 kW, 199,95 und 269,95 € für 22 kW) waren dort nicht bestellbar, der Shop verwies auf Amazon.
Eigene Rechnung: Der Aufpreis für 32 statt 20 Ampere beträgt bei Mennekes 168 − 140 = 28 €, bei LAPP mit 5 m 179,95 − 159,95 = 20 €. In diesen Beispielen entscheidet also eher das Gewicht als der Preis. Händlerpreise können abweichen; die Beispiele sind keine Marktübersicht und keine Empfehlung. Die Seite von Phoenix Contact ließ sich für einen Preisvergleich nicht abrufen. Auf deine Ladekosten hat das Kabel kaum Einfluss: Der TCS maß weniger als ein Prozent Unterschied im Wirkungsgrad. Was dein Auto zuhause und unterwegs an Strom kostet, rechnest du mit dem Ladekostenrechner von ev.guru nach.
- AC-Ladeleistung und Phasenzahl deines Autos aus Datenblatt, Preisliste oder Betriebsanleitung notieren.
- Klären, ob du überhaupt ein Kabel brauchst: Wallbox mit Steckdose, öffentliche AC-Säulen, mitgeliefertes Kabel.
- Phasen und Strom festlegen: dreiphasig; 16 oder 20 A bis 11 kW, 32 A für ein 22-kW-Auto oder bewusst als Reserve.
- Kabelweg am Stellplatz und Abstand an typischen Säulen messen, Nutzlänge im Datenblatt prüfen, Gewicht vergleichen.
- Datenblatt lesen: IEC 62196-2 und IEC 61851-1, Schutzart gesteckt und ungesteckt, Temperaturbereich, Hersteller mit Anschrift.
- Konformitätserklärung herunterladen und ein vorhandenes Prüfzeichen in der VDE-Datenbank oder bei Certipedia nachschlagen.
- Zwei Schutzkappen, Tasche oder Klettband und einen festen Platz im Kofferraum oder am Halter einplanen.
- Keine Verlängerung, kein Adapter; Schuko-Notladekabel oder mobile Wallbox als eigene Entscheidung prüfen.
So kennzeichnen wir Kauflinks
Dieser Ratgeber enthält derzeit keine Kauf- oder Affiliate-Links. Die genannten Kabel von Mennekes und LAPP sind Beispiele mit Herstellerangaben und Preisen vom 31. Oktober 2026, keine Kaufempfehlung und kein Testergebnis von ev.guru.
ev.guru kann künftig passende Angebote verlinken und dann eine Provision erhalten. Solche Links kennzeichnen wir direkt am Angebot. Eine Provision entscheidet nicht darüber, welche Kriterien wir nennen oder in welcher Reihenfolge Produkte erscheinen; neue Angebote prüfen wir nach denselben Kriterien wie in diesem Ratgeber.
Quellen & weiterführende Informationen
- ADAC: Steckertypen und Ladekabel – Was passt für Ihr Elektroauto? (7. August 2025) ↗
- DKE/K 353: Normauslegung zu normgerechten AC-Ladeeinrichtungen (Mode 2) und (Mode 3), 2. Oktober 2024 ↗
- DKE, VDE FNN, BDEW, ZVEH, ZVEI: Technischer Leitfaden Ladeinfrastruktur Elektromobilität, Version 4.1, Stand August 2023 (PDF) ↗
- Mennekes: Ladekabel Mode 2 und Mode 3 (Produktübersicht) ↗
- Mennekes: Ladekabel Mode 3 Typ 2 32A 3PH 7,5m (36247), UVP ↗
- Mennekes: Ladekabel Mode 3 Typ 2 20A 3PH 7,5m Ed.4 (36403), UVP ↗
- Mennekes: Ladekabel Mode 3 Typ 2 20A 3PH 4m Ed.4, spiralisiert (36437), UVP ↗
- Mennekes: Technisches Produktdatenblatt Ladekabel Mode 3 Typ 2 32A 3PH 7,5m (PDF) ↗
- Mennekes: Technisches Produktdatenblatt Mode 3 Ladekabel 36403, Stand 09/2025 (PDF) ↗
- Mennekes: Betriebsanleitung Ladekabel Mode 3, Juni 2026 (PDF) ↗
- Mennekes: EU-Konformitätserklärung Ladekabel Mode 3 Typ 2 32A 3ph, Typ 36247 (PDF) ↗
- Mennekes: IP-Schutzarten und Schutzklassen ↗
- LAPP Mobility: Standard Ladekabel (Onlineshop mit Varianten und Preisen) ↗
- LAPP Mobility: Spiral Ladekabel ↗
- LAPP Mobility: FAQs ↗
- LAPP Mobility: Bedienungsanleitung Leitungsgarnitur/Ladekabel Mode 3 2.0, V1.1 (PDF) ↗
- Touring Club Schweiz: Test Typ 2 Ladekabel ↗
- Touring Club Schweiz: Testergebnisse Typ-2-Ladekabel im Überblick, 2024 (PDF) ↗
- Your Europe (EU): CE-Kennzeichnung ↗
- Europäische Kommission: Low Voltage Directive (LVD) ↗
- VDE Institut: Prüfzeichen und Bescheinigungen des VDE ↗
- TÜV Rheinland: Prüfzeichen und Certipedia ↗
- Bundesnetzagentur: Fragen zur Wallbox ↗
- ADAC: Mobile Wallboxen im Test (2024), 4. Juli 2024 ↗
- LAPP Mobility: Standard Ladekabel Typ 2 (22 kW) 7 m, schwarz – Produktseite ↗
Prüfe aktuelle Bedingungen und Details vor deiner Entscheidung bei den verlinkten Quellen.



