Kurz beantwortet: So viele öffentliche Ladepunkte gibt es
Zum 1. September 2026 waren bei der Bundesnetzagentur 214.334 öffentlich zugängliche Ladepunkte registriert, 15,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. 157.762 davon sind Normalladepunkte bis 22 kW, 56.572 Schnellladepunkte mit mehr als 22 kW. Die Schnelllader wuchsen mit 26,1 Prozent deutlich stärker als die Normallader mit 11,8 Prozent. Die Ladepunkte verteilen sich auf 119.416 Ladeeinrichtungen von 13.003 Betreibern.
Die Zahlen stammen aus dem Ladesäulenregister. Betreiber öffentlicher Ladepunkte müssen sie nach der Ladesäulenverordnung bei der Bundesnetzagentur anzeigen. Vollständig ist das Register laut Behörde trotzdem nicht: Die Verordnung ermöglicht „keine lückenlose Erfassung“, die tatsächliche Zahl ist größer. Das Register zeigt außerdem nur, wo Ladepunkte stehen, nicht ob sie gerade frei sind. Das erfährst du aus Lade-Apps, die solche Daten nach EU-Recht bekommen.
- Öffentliche Ladepunkte (1.9.2026)
- 214.334, plus 15,3 % zum Vorjahr
- Schnellladepunkte über 22 kW
- 56.572, plus 26,1 %
- Normalladepunkte bis 22 kW
- 157.762, plus 11,8 %
- Ladeeinrichtungen und Betreiber
- 119.416 Ladeeinrichtungen, 13.003 Betreiber
- Größte Betreiber nach Ladepunkten
- EnBW 11.376, E.ON Drive 4.034, Tesla 3.950, EWE Go 3.354, BP 3.139
- Amtliche Karte
- Ladesäulenkarte der Bundesnetzagentur, Liste mit Stand 30.9.2026 frei unter CC BY 4.0
Normallader und Schnelllader: wie sich die Ladepunkte nach Leistung verteilen
Mehr als die Hälfte aller öffentlichen Ladepunkte, 115.419, liegt in der Klasse über 15 bis 22 kW. Das sind die typischen Wechselstrom-Säulen am Straßenrand, am Supermarkt oder im Parkhaus. Wie schnell dein Auto dort lädt, hängt meist vom Ladegerät im Auto ab, nicht von der Säule (eigene Einordnung).
Bei den Schnellladern dominiert die hohe Leistung: 41.621 der 56.572 Schnellladepunkte haben mehr als 149 kW, das sind 73,6 Prozent (eigene Rechnung). Am stärksten wuchs die Klasse über 299 kW, um 35,6 Prozent auf 20.095 Ladepunkte. Die Nennleistung aller Ladeeinrichtungen zusammen stieg um 24,8 Prozent auf rund 9,38 Gigawatt.
Zusätzlich baut der Bund das Deutschlandnetz: laut Verkehrsministerium mehr als 1.000 Standorte mit zusammen 9.000 Schnellladepunkten, davon 200 an unbewirtschafteten Autobahn-Rastanlagen, Hunderte bereits in Betrieb. Wie lange ein Ladestopp mit deinem Auto dauert, steht in „Schnellladen im Vergleich 2026: Welche Elektroautos von 10 auf 80 % am schnellsten laden“.
| Leistungsklasse | Ladepunkte 1.9.2026 | Ladepunkte 1.9.2025 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| bis 3,7 kW | 2.936 | 2.689 | +9,2 % |
| über 3,7 bis 15 kW | 39.407 | 35.210 | +11,9 % |
| über 15 bis 22 kW | 115.419 | 103.178 | +11,9 % |
| über 22 bis 49 kW | 1.762 | 1.675 | +5,2 % |
| über 49 bis 59 kW | 8.707 | 7.289 | +19,5 % |
| über 59 bis 149 kW | 4.482 | 3.553 | +26,1 % |
| über 149 bis 299 kW | 21.526 | 17.528 | +22,8 % |
| über 299 kW | 20.095 | 14.819 | +35,6 % |
Bundesländer im Vergleich: wo die meisten Ladepunkte stehen
Die meisten öffentlichen Ladepunkte hat Nordrhein-Westfalen mit 42.066, knapp vor Bayern mit 40.874. Bei den Schnellladern liegt Bayern vorn: 10.823, vor Nordrhein-Westfalen mit 10.546. Am stärksten wuchs Hamburg, um 38,3 Prozent auf 6.081 Ladepunkte.
Auffällig ist der Anteil der Schnelllader (eigene Rechnung). In Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern sind fast 40 Prozent der öffentlichen Ladepunkte Schnelllader. In Hamburg, Berlin und Baden-Württemberg sind es nur 16 bis 18 Prozent. Die Tabelle zeigt absolute Zahlen. Wie dicht das Netz im Verhältnis zu Fläche, Einwohnern oder E-Autos ist, sagt sie nicht. Wie viele Elektroautos sich je Bundesland rechnerisch einen Ladepunkt teilen, steht in „Elektroautos in Deutschland 2026: Bestand nach Bundesland, Marke und Ladepunkt“.
| Bundesland | Normalladepunkte | Schnellladepunkte | Gesamt | Veränderung zum Vorjahr | Anteil Schnelllader |
|---|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 29.478 | 6.485 | 35.963 | +13,0 % | 18,0 % |
| Bayern | 30.051 | 10.823 | 40.874 | +13,9 % | 26,5 % |
| Berlin | 6.401 | 1.287 | 7.688 | +21,8 % | 16,7 % |
| Brandenburg | 3.322 | 1.777 | 5.099 | +12,5 % | 34,8 % |
| Bremen | 1.245 | 354 | 1.599 | +17,9 % | 22,1 % |
| Hamburg | 5.111 | 970 | 6.081 | +38,3 % | 16,0 % |
| Hessen | 12.061 | 4.467 | 16.528 | +12,2 % | 27,0 % |
| Mecklenburg-Vorpommern | 2.032 | 1.305 | 3.337 | +24,2 % | 39,1 % |
| Niedersachsen | 14.468 | 6.959 | 21.427 | +16,5 % | 32,5 % |
| Nordrhein-Westfalen | 31.520 | 10.546 | 42.066 | +15,7 % | 25,1 % |
| Rheinland-Pfalz | 5.141 | 3.090 | 8.231 | +13,8 % | 37,5 % |
| Saarland | 1.078 | 485 | 1.563 | +12,5 % | 31,0 % |
| Sachsen | 5.054 | 2.301 | 7.355 | +10,8 % | 31,3 % |
| Sachsen-Anhalt | 2.300 | 1.522 | 3.822 | +18,1 % | 39,8 % |
| Schleswig-Holstein | 5.886 | 2.508 | 8.394 | +14,4 % | 29,9 % |
| Thüringen | 2.614 | 1.693 | 4.307 | +17,7 % | 39,3 % |
| Deutschland | 157.762 | 56.572 | 214.334 | +15,3 % | 26,4 % |
Quellen: [2]
Städte und Kreise: die zehn mit den meisten Ladepunkten
Die Kreiszahlen der Bundesnetzagentur reichen bis zum 1. Juli 2026, zwei Monate weniger als die Länderzahlen. Vorn liegen die beiden Stadtstaaten Berlin mit 7.537 und Hamburg mit 5.825 Ladepunkten. Stuttgart folgt mit 4.383 Ladepunkten, davon aber nur 220 Schnellladepunkte. Die Region Hannover hat mit 859 deutlich mehr Schnelllader als München mit 467, obwohl München insgesamt mehr Ladepunkte zählt.
| Stadt oder Kreis | Bundesland | Ladepunkte gesamt | davon Schnellladepunkte |
|---|---|---|---|
| Berlin | Berlin | 7.537 | 1.273 |
| Hamburg | Hamburg | 5.825 | 941 |
| Stuttgart | Baden-Württemberg | 4.383 | 220 |
| München | Bayern | 3.707 | 467 |
| Region Hannover | Niedersachsen | 3.586 | 859 |
| Köln | Nordrhein-Westfalen | 2.722 | 594 |
| Düsseldorf | Nordrhein-Westfalen | 2.580 | 244 |
| Frankfurt am Main | Hessen | 2.284 | 266 |
| Landkreis Böblingen | Baden-Württemberg | 2.029 | 255 |
| Städteregion Aachen | Nordrhein-Westfalen | 1.766 | 419 |
Quellen: [2]
Die Ladesäulenkarte der Bundesnetzagentur: was sie zeigt und was nicht
Die Ladesäulenkarte zeigt die Ladeeinrichtungen aller Betreiber, die das Anzeigeverfahren der Bundesnetzagentur vollständig abgeschlossen haben. Ein Klick auf eine Ladeeinrichtung nennt Betreiber, Adresse, technische Ausstattung und den Public Key. Mit diesem auf dem Messgerät aufgedruckten Schlüssel kannst du laut Bundesnetzagentur fernausgelesene Messwerte auf ihre Richtigkeit prüfen. Die Karte bietet eine Umkreissuche und einen Filter nach Steckertypen. Die Daten dürfen unter CC BY 4.0 frei genutzt werden, die vollständige Liste gibt es als Excel- und CSV-Datei mit Stand 30. September 2026.
Fehlt ein Ladepunkt, nennt die Bundesnetzagentur mehrere mögliche Gründe: Die Anzeige ist noch in Bearbeitung, der Betreibername im Register weicht vom Namen an der Säule ab, die Inbetriebnahme ist erst geplant, der Ladepunkt ist nicht öffentlich zugänglich oder ging vor dem 14. Juni 2017 in Betrieb. Nicht öffentlich sind etwa Ladepunkte auf Firmenparkplätzen für Beschäftigte oder auf gekennzeichneten Plätzen für Mieter, Hotelgäste und Patienten.
Falsche Angaben, etwa eine dauerhaft defekte Säule, kannst du per E-Mail an ladesaeulenregister@bnetza.de melden: mit Standort, Betreiber, Verweis auf den Eintrag und einer Beschreibung des Problems. Zur Verlässlichkeit von Lade-Apps gibt die Behörde ausdrücklich keine Auskunft.
Was Lade-Apps wissen: Echtzeitdaten nach der EU-Verordnung AFIR
Seit dem 14. April 2025 müssen Betreiber öffentlicher Ladepunkte bestimmte Daten kostenfrei bereitstellen (Art. 20 Abs. 2 AFIR). Statisch sind das unter anderem Lage, Zahl der Anschlüsse, Anschlusstyp, Stromart, maximale Ladeleistung, Betriebszeiten, Kontaktdaten und die Zahl der Behindertenparkplätze. Dynamisch sind es Betriebszustand, Verfügbarkeit, Ad-hoc-Preis und die Angabe, ob der Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen stammt. Für Ladepunkte, an denen das Laden nichts kostet, gelten die dynamischen Pflichten nicht.
Die Betreiber müssen dafür eine Schnittstelle mit freiem und uneingeschränktem Zugang einrichten (Art. 20 Abs. 3). Die Mitgliedstaaten machen die Daten über nationale Zugangspunkte offen und nichtdiskriminierend zugänglich, bis Ende 2026 soll die EU-Kommission einen gemeinsamen europäischen Zugangspunkt einrichten. Unsere Einordnung: Damit hat jede Karten- oder Lade-App Zugang zu Verfügbarkeit und Ad-hoc-Preis. Wie gut eine App diese Daten tatsächlich anzeigt, regelt die Verordnung nicht.
Verlass dich beim Preis trotzdem nicht allein auf die App. An öffentlichen Ladesäulen, die seit dem 13. April 2024 in Betrieb gingen, muss der Ad-hoc-Preis vor Beginn des Ladevorgangs bekannt sein, laut Bundesnetzagentur auch an älteren Säulen gut sichtbar. Lädst du mit einer Ladekarte, gilt der Preis deines Anbieters. Welche Karte zu dir passt, vergleicht „Ladekarten und Lade-Apps im Vergleich 2026: Welche passt zu deinem Fahrprofil?“; wie du Ladepunkt, Zugangsweg und Preis abwägst, erklärt „Öffentlich laden: Ladepunkt, Zugangsweg und Preis richtig vergleichen“.
Checkliste: Ladepunkt finden und vor dem Laden prüfen
Die amtliche Karte und eine Lade-App ergänzen sich: Die Karte zeigt, was registriert ist, die App, was gerade frei ist und was es kostet. Wo es Strom noch gratis gibt, steht in „Kostenlos laden 2026: Wo E-Autos in Deutschland noch gratis Strom bekommen“. Was du beim Parken an der Säule beachten musst, steht in „Parken an der Ladesäule 2026: Bußgeld, Abschleppen und was die Schilder bedeuten“.
- Stecker und Leistung festlegen: CCS für Gleichstrom, Typ 2 für Wechselstrom; die Ladeleistung deines Autos begrenzt, was die Säule liefern kann.
- In der App deines Ladetarifs Verfügbarkeit und Preis für genau diesen Ladepunkt prüfen.
- Bei Zweifeln die Ladesäulenkarte der Bundesnetzagentur öffnen: Betreiber, Adresse und Steckertypen vergleichen.
- Zugang prüfen: Öffnungszeiten, Parkhaus, Schranke oder Kundenparkplatz können den Zugang beschränken.
- Vor dem Start den Ad-hoc-Preis an der Säule oder in der App lesen, inklusive Blockier- oder Zeitgebühren.
- Abrechnung aufheben und bei Bedarf mit dem Public Key der Säule prüfen.
- Dauerhaft defekte oder falsch eingetragene Säulen an ladesaeulenregister@bnetza.de melden.
Quellen & weiterführende Informationen
- Bundesnetzagentur: Ladesäulenkarte, Hinweise zur Datennutzung und Liste der Ladesäulen (Stand 30.09.2026; gelesen 02.11.2026) ↗
- Bundesnetzagentur: Ladeinfrastruktur in Zahlen (Excel, Stand 01.09.2026; Kreiswerte bis 01.07.2026) ↗
- Bundesnetzagentur (Verbraucherportal): E-Mobilität, Fragen zu Ladesäulenkarte, Bezahlen und Preisangaben (gelesen 02.11.2026) ↗
- EUR-Lex: Verordnung (EU) 2023/1804 über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR), Art. 5 und 20 ↗
- Bundesnetzagentur: Ladesäulenregister, Liste der Ladesäulen (Excel, Stand 30.09.2026) ↗
- Bundesministerium für Verkehr: Deutschlandnetz, Schnellladen für E-Autos bundesweit (Stand 22.04.2026) ↗
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