Kurz beantwortet: welche Ladekarte zu welchem Fahrprofil passt

An einer öffentlichen Ladesäule hast du drei Zugangswege: die Karte oder App eines Ladestromanbieters, die per Roaming bei vielen Betreibern funktioniert, den Tarif eines Betreibers für sein eigenes Netz und das Ad-hoc-Laden ohne Vertrag, etwa mit Bank- oder Kreditkarte. Welcher Weg günstiger ist, entscheidet sich an der einzelnen Säule, denn viele Roaming-Tarife verlangen bei fremden Betreibern mehr als im eigenen oder bevorzugten Netz. Tarife, Preisblätter, Vertragsbedingungen und Rechtstexte: geprüft am 31. Oktober 2026. Ohne eigene Wallbox entscheidet der Tarif besonders stark über die Kosten; Rechenbeispiele stehen in „E-Auto ohne Wallbox 2026: Wie es im Alltag klappt und was es wirklich kostet“.

Lädst du wenig und meist an Wechselstromsäulen (AC) in deiner Region, ist nach unserer Rechnung ein Tarif ohne Grundgebühr der Ausgangspunkt. Ob dann MAINGAU Autostrom, ADAC e-Charge oder Shell Recharge günstiger ist, hängt davon ab, wer die Säulen vor deiner Tür betreibt. Fährst du viel Autobahn und lädst rund 300 kWh im Monat am Schnelllader (DC), kann sich eine Grundgebühr lohnen, aber nur in dem Netz, für das ihr Rabatt gilt. Ad-hoc mit Karte ist dabei nicht automatisch die teuerste Lösung: Der Standardpreis von Fastned lag mit 0,69 €/kWh unter dem, was ADAC e-Charge (0,75 €) und MAINGAU (Hochpreis 0,82 €) laut ihren Preislisten an fremden Säulen wie denen von Fastned berechnen.

Wir haben keine Karte selbst getestet und vergeben keine Rangfolge. Alle Preise stammen aus den Preislisten der Anbieter; verbindlich ist der Preis, den die App oder die Säule vor dem Start anzeigt. Die Tarife von EnBW, IONITY, EWE Go und Aral pulse im Detail erklärt unser Ratgeber „Öffentlich laden: Ladepunkt, Zugangsweg und Preis richtig vergleichen“, die Abo-Schwellen von EnBW und IONITY „Wann lohnt sich ein Ladeabo? EnBW und IONITY durchgerechnet“.

Wenig laden, meist AC in der Region
Tarif ohne Grundgebühr; Preis beim Betreiber vor Ort prüfen (eigene Rechnung: 100 kWh kosten bei MAINGAU je nach Betreiber 54 bis 82 €)
Viel DC auf der Autobahn
Grundgebühr nur, wenn das begünstigte Netz auf deinen Strecken liegt (eigene Rechnung: 300 kWh kosten je nach Karte und Netz 122,99 bis 267,00 €)
Ad-hoc mit Bank- oder Kreditkarte
kein Vertrag, Betreiberpreis; Kartenleser oder kontaktlose Zahlung an neuen Ladepunkten ab 50 kW seit 13. April 2024 Pflicht, ab 1. Januar 2027 auch an älteren ab 50 kW entlang des TEN-V-Netzes; unter 50 kW genügt z. B. ein QR-Code (AFIR Art. 5)
Preisangabe vor dem Start
Ladestromanbieter müssen alle Preisbestandteile einschließlich Roaming-Kosten vorher nennen (AFIR Art. 5 Abs. 5)
Nicht geprüft
Tesla Supercharger für Fahrzeuge anderer Marken: Teslas Seiten waren am 31. Oktober 2026 nicht abrufbar

Quellen: [1], [7], [9], [13], [23], [24]

Roaming-Karte, Betreiber-Tarif, Ad-hoc: was hinter den drei Wegen steckt

Die EU-Verordnung über die Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR) unterscheidet zwei Rollen. Der Betreiber stellt den Ladepunkt bereit. Ein Mobilitätsdienstleister verkauft dir Ladevorgänge gegen Entgelt, meist per App oder Ladekarte; das ist der Ladestromanbieter. „Punktuelles Aufladen“ heißt in der AFIR Laden ohne Registrierung, ohne schriftliche Vereinbarung und ohne Geschäftsbeziehung zum Betreiber, die über den einzelnen Ladevorgang hinausgeht. Umgangssprachlich ist das Ad-hoc-Laden.

Eine Roaming-Karte öffnet Säulen vieler Betreiber, den Preis legt aber der Ladestromanbieter fest, oft gestaffelt nach Betreiber. MAINGAU ordnet Betreiber drei Preisstufen zu, ADAC e-Charge unterscheidet Aral pulse und alle anderen, EnBW nennt für fremde Säulen eine Spanne von 56 bis 89 Cent je kWh; eine FAQ-Antwort derselben Seite nennt 59 Cent als Untergrenze. Elli Base und Plugsurfing zeigen den Preis nur je Ladepunkt in der App. Ein Pauschalpreis für alle Säulen ist damit die Ausnahme.

Ein Betreiber-Tarif ist meist im eigenen Netz am günstigsten. Der Shell Recharge e-Deal gewährt seinen Rabatt laut Bedingungen nur an Shell-Recharge-Säulen, nicht im Roaming-Netz; ADAC e-Charge kostet an Aral-pulse-Säulen weniger als bei anderen Betreibern. Außerhalb des begünstigten Netzes gelten die Roaming-Preise, und dort kann ein Abo nichts sparen, wohl aber seine Grundgebühr kosten.

Beim Ad-hoc-Laden zahlst du den Preis des Betreibers. Fastned nennt für Deutschland einen Standardpreis von 0,69 €/kWh und rät, mit Debit- oder Kreditkarte zu zahlen, um „Ladekarten-Gebühren“ zu vermeiden. Eine Karte im Portemonnaie kann trotzdem nützen: Laut Plugsurfing lässt sich in Europa etwa jeder sechste öffentliche Ladepunkt nur mit einer physischen Ladekarte starten. Das ist eine Anbieterangabe, die wir nicht nachgeprüft haben. Welche Preisregel die Karten im Ausland anwenden, vergleicht „E-Auto im Ausland laden 2026: Ladekarten, Preise und Bezahlen in Österreich, Italien & Co.“.

Quellen: [24], [7], [1], [22], [13], [19], [10], [23], [21]

Ladekarten und Lade-Apps im Überblick: Grundgebühr und kWh-Preise

Die Tabelle zeigt die Preise, wie die Anbieter sie am 31. Oktober 2026 für Privatkunden in Deutschland veröffentlicht haben, jeweils inklusive Mehrwertsteuer. „ab“ bedeutet einen Mindestpreis, der an einzelnen Säulen höher ausfällt. Gebühren für Standzeit, Karte und Vertrag folgen im nächsten Abschnitt.

ADAC e-Charge läuft inzwischen über die Aral pulse App; Vertragspartner ist laut Nutzungsbedingungen die B2Mobility GmbH, nicht der ADAC. Den Tarif bekommen nur ADAC-Mitglieder und bis zu vier von ihnen einbezogene Personen. Die Mitgliedschaft kostet laut ADAC-Tariffinder ab 54 € im Jahr und ist kein Ladeentgelt; wer nur wegen des Tarifs Mitglied würde, rechnet sie mit. An Aral-pulse-Säulen gilt in allen Leistungsklassen 0,55 €/kWh, bei anderen Betreibern in Deutschland 0,75 €/kWh.

MAINGAU Autostrom verlangt keine Grundgebühr und ordnet Betreiber drei Stufen zu: Niedrigpreis unter anderem für Berliner Stadtwerke, JET Strom, Kaufland, Lidl, TankE und Vattenfall, Hochpreis unter anderem für Allego, E.ON, EnBW, EWE Go und Fastned, Standardpreis für alle übrigen. IONITY ist laut MAINGAU regulär dem Niedrigpreis zugeordnet; einen Aktionspreis von 0,59 €/kWh an IONITY-Schnellladern hatte MAINGAU nur bis einschließlich 31. Oktober 2026 angekündigt, deshalb rechnen wir mit dem regulären Preis. Die Preise in der Tabelle sind Neukundenpreise. Kunden mit Strom- oder Gasvertrag bei MAINGAU erhalten einen Vorteilspreis, im Niedrigpreis 0,42 €/kWh AC und 0,52 €/kWh DC.

Shell Recharge bietet Basic ohne Grundgebühr und den e-Deal für 5,99 € im Monat. Der e-Deal gibt 25 Prozent Rabatt auf den kWh-Preis an Shell-Recharge-Säulen in Deutschland, begrenzt auf 400 kWh je Vertragsmonat; im Roaming-Netz gelten die Basic-Preise. Elli, deren Tarifmodell laut Anbieter auch für Ladedienste der Volkswagen-Gruppe wie We Charge, CUPRA Charging und Powerpass gilt, hat vier Tarife: Base ohne Grundgebühr mit Preisen je Ladepunkt, IONITY Boost und IONITY Ultra mit Festpreisen bei IONITY sowie Premium mit Festpreisen für alle Betreiber, darunter ein gesonderter Preis für EnBW-Säulen. Zum „Selected Partner Network“ mit 0,55 €/kWh zählt Elli in Deutschland unter anderem Aral pulse und Audi charging hub; die Liste kann sich laut Elli ändern.

Plugsurfing hat seine Preisstufen in Deutschland am 19. November 2025 abgeschafft; seitdem zeigt die App den Preis jedes einzelnen Ladepunkts. Eine Monatsgebühr für das normale Laden haben wir in den gelesenen Unterlagen nicht gefunden. Für Teslas Supercharger mit Fahrzeugen anderer Marken konnten wir keine Bedingungen lesen: Teslas deutsche Seiten antworteten am 31. Oktober 2026 auf unsere Abrufe mit „Access Denied“. Wir nennen deshalb keine Preise.

Ladekarten und Lade-Apps in Deutschland: Grundgebühr und kWh-Preise für Privatkunden, inkl. MwSt., gelesen am 31. Oktober 2026 (Auswahl, keine Rangfolge)
Karte/AppGrundgebührAC je kWhDC je kWhQuelle und Stand
ADAC e-Charge (über Aral pulse)keine; ADAC-Mitgliedschaft nötig, ab 54 €/Jahr0,55 € Aral pulse; 0,75 € andere Betreiber0,55 € Aral pulse; 0,75 € andere BetreiberADAC, Aral pulse; Preisblatt Fremdanbieter Stand 18.05.2026
MAINGAU Autostromkeine0,52 / 0,72 / 0,82 € (Niedrig-, Standard-, Hochpreis)0,62 / 0,72 / 0,82 € (Niedrig-, Standard-, Hochpreis)MAINGAU, Neukundenpreise
Shell Recharge Basickeine0,52 € Shell; ab 0,54 € Roaming0,52–0,62 € Shell; ab 0,74 € RoamingShell-Ladetarife
Shell Recharge e-Deal5,99 €/Monat0,39 € Shell; ab 0,54 € Roaming0,39–0,47 € Shell; ab 0,74 € RoamingShell; Rabatt bis 400 kWh/Monat
Elli Basekeineje Ladepunkt in der Appje Ladepunkt in der AppElli, Ladebedingungen ab 12.05.2026
Elli IONITY Boost / Ultra5,99 € / 11,99 €je Ladepunkt in der AppIONITY 0,53 € / 0,42 €; sonst je LadepunktElli, Ladebedingungen ab 03.07.2026
Elli Premium17,99 €/Monat0,50 €; Partnernetz (u. a. Aral pulse) 0,55 €; EnBW 0,83 €0,69 €; IONITY 0,48 €; Partnernetz (u. a. Aral pulse) 0,55 €; EnBW 0,83 €Elli, Ladebedingungen ab 03.07.2026
Plugsurfingkeine genanntje Ladepunkt in der Appje Ladepunkt in der AppPlugsurfing; ohne Preisstufen seit 19.11.2025
Tesla Supercharger (andere Marken)nicht abrufbarnicht abrufbarnicht abrufbarTesla-Seiten am 31.10.2026 gesperrt
EnBW mobility+ S / M / L (Referenz)0 / 5,99 / 11,99 €EnBW 0,56 / 0,46 / 0,39 €; andere 0,56–0,89 €wie ACEnBW, Tarifstand 01.12.2025
Ad-hoc mit Karte, Beispiel Fastnedkeinekein Wert genannt0,69 € StandardpreisFastned-Tarifseite

Quellen: [1], [3], [4], [6], [7], [9], [10], [11], [13], [14], [15], [16], [17], [19], [22], [23]

Standzeit, Kartenpreis und Kündigung: die Nebenkosten

Neben dem kWh-Preis entscheiden Zeitgebühren über die Rechnung, vor allem wenn du an AC-Säulen lange parkst oder am Schnelllader die Pause ausdehnst. Die Anbieter nennen sie Blockiergebühr, Standzeitzuschlag oder zeitabhängige Gebühr. Dazu kommen Kartenpreis, Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist. Daneben gilt das Verkehrsrecht: Wer an der Säule falsch steht, riskiert Bußgeld und Abschleppen, siehe „Parken an der Ladesäule 2026: Bußgeld, Abschleppen und was die Schilder bedeuten“.

Zwei Angaben widersprechen sich. Für ADAC e-Charge nennt der ADAC bei Fremdanbietern 0,15 €/min ab 120 Minuten an AC-Säulen; Aral pulse nennt auf seiner Tarifseite für Drittanbieter 0,15 €/min ab 360 Minuten AC, ohne den ADAC-Tarif auszunehmen. Bei Shell verweist die Tarifseite in einer Fußnote auf eine Transaktionsgebühr von 0,35 € je Ladevorgang, die in der Preistabelle selbst nicht erscheint; die e-Deal-Bedingungen nennen ihren „Entfall“ als Vorteil des Abos. Ob und wo sie im Basic-Tarif anfällt, geht aus den gelesenen Seiten nicht eindeutig hervor. Frag im Zweifel nach oder prüf die App vor dem Start.

Ein dritter Punkt betrifft den Geltungsbereich: Die ab 21. Oktober 2025 gültigen e-Deal-Bedingungen nennen nur Shell-Recharge-Schnell- und Ultraschnellladesäulen, Tarif- und e-Deal-Seite dagegen auch AC-Säulen, mit 0,39 €/kWh. Bei Elli Base, Boost und Ultra startest du außerhalb der Festpreise am besten über die App. Startest du ausnahmsweise anders und zeigt die App deshalb keine Preisvorschau, gelten laut Elli in Deutschland 0,79 €/kWh AC, 0,89 €/kWh DC und 2,50 € je Ladevorgang.

ADAC e-Charge
Aral pulse: keine Blockiergebühr; Fremdanbieter 0,15 €/min ab 120 min AC (laut ADAC) bzw. ab 45 min DC. Karte über die Aral pulse App, Preis der Erstkarte nicht genannt, Ersatzkarte kostenpflichtig. ADAC-Tarif jederzeit in der App kündbar, Grundvertrag mit einem Monat Frist; endet die Mitgliedschaft, gilt der Aral-pulse-Standardtarif ohne Grundgebühr
MAINGAU Autostrom
Standzeitzuschlag 0,10 €/min ab 180 min AC bzw. ab 60 min DC, höchstens 12 € je Ladevorgang. App kostenlos, Ladekarte oder Ladechip „unter zehn Euro“. Vertrag ohne Frist in Textform kündbar
Shell Recharge Basic und e-Deal
Shell-Schnelllader: 0,15 €/min ab 60 min, gemessen ab Ladebeginn, ohne Höchstgrenze; Roaming betreiberabhängig. Basic ohne Vertragsbindung; e-Deal mindestens ein Monat, verlängert sich monatlich, Kündigung zum Ende des Vertragsmonats in der App. Kartenpreis nicht gefunden
Elli
Premium: AC ab 210 min 0,07 €/min (8 bis 23 Uhr), DC ab 90 min 0,15 €/min; an EnBW-Säulen AC ab 120 min 0,12 €/min, DC ab 30 min 0,25 €/min. Boost und Ultra bei IONITY: ab 60 min 0,10 €/min (6 bis 22 Uhr). Ladekarte kostenlos; Monatsabo mit automatischer Verlängerung, Kündigung laut Tarifseite 14 Tage vor Verlängerung
Plugsurfing
Preisbestandteile je Ladepunkt möglich: kWh, Minute, Startgebühr, Park- oder Blockiergebühr; Anzeige in der App vor dem Start. Kartenpreis erst bei der Bestellung sichtbar. Konto jederzeit kündbar
EnBW mobility+ (Referenz)
über vier Stunden 0,10 €/min, höchstens 12 € je Ladevorgang; Ladekarte 9,90 € im Tarif S, erste Karte in M und L kostenlos; monatlich wechsel- und kündbar

Quellen: [1], [2], [3], [5], [7], [8], [9], [10], [11], [13], [14], [15], [16], [18], [20], [22]

Ad-hoc mit Bankkarte: was AFIR, Preisangaben- und Ladesäulenverordnung verlangen

Nach Artikel 5 Absatz 1 AFIR müssen Betreiber an allen öffentlich zugänglichen Ladepunkten punktuelles Aufladen anbieten. An Ladepunkten, die ab dem 13. April 2024 errichtet werden, muss das mit einem in der EU weit verbreiteten Zahlungsinstrument gehen: über einen Zahlungskartenleser oder ein kontaktloses Gerät, das zumindest Zahlungskarten liest; unter 50 kW genügt auch ein internetbasiertes Verfahren, etwa ein QR-Code. Ab dem 1. Januar 2027 müssen alle Ladepunkte ab 50 kW entlang des TEN-V-Straßennetzes oder auf sicheren Parkplätzen Kartenleser oder Kontaktlosgerät haben, auch die vor dem 13. April 2024 errichteten. „Entlang“ heißt bei Ladestationen: im TEN-V-Netz oder höchstens 3 km Fahrstrecke von der nächsten Ausfahrt. Ein Terminal darf mehrere Ladepunkte eines Standorts bedienen. Laut EUR-Lex wurde die AFIR bisher in Anhang II und Artikel 20 geändert, Artikel 5 nicht.

Zum Preis: An neuen Ladepunkten ab 50 kW beruht der Ad-hoc-Preis auf dem Preis je kWh; zusätzlich darf der Betreiber eine Gebühr je Minute verlangen, „um eine lange Belegung des Ladepunkts zu verhindern“. Beides muss vor dem Ladestart an der Station ausgewiesen sein. Unter 50 kW sind alle Preisbestandteile vorab anzugeben, in der Reihenfolge Preis je kWh, je Minute, je Ladevorgang und sonstige. Generell müssen die Preise der Betreiber angemessen, einfach und eindeutig vergleichbar, transparent und nichtdiskriminierend sein; Unterschiede sind nur zulässig, wenn sie verhältnismäßig und objektiv gerechtfertigt sind.

Für Ladekarten und Apps wichtig ist Absatz 5: Ladestromanbieter müssen dir vor dem Ladevorgang alle Preisinformationen für genau diesen Vorgang nennen, getrennt nach Bestandteilen „einschließlich der anwendbaren e-Roaming-Kosten“, und dürfen für grenzüberschreitendes Roaming keine Zusatzentgelte erheben. Bietet ein Ladepunkt eine automatische Anmeldung über Stecker oder Telematik an, etwa Plug & Charge, darfst du laut Absatz 2 darauf verzichten und stattdessen ad hoc oder mit einem anderen dort angebotenen Vertrag laden. Welche Echtzeitdaten wie Verfügbarkeit und Ad-hoc-Preis Lade-Apps nach Art. 20 AFIR bekommen, erklärt „Ladesäulen in Deutschland 2026: Wie viele es gibt, wo sie stehen und wie du sie findest“.

In Deutschland verlangt § 14 Absatz 2 der Preisangabenverordnung (PAngV) beim punktuellen Laden, den Arbeitspreis am Ladepunkt oder in unmittelbarer Nähe anzugeben: per Aufdruck oder Aushang, Display oder kostenloser, registrierungsfreier mobiler Webseite. Bei webbasierter Zahlung muss der Preis spätestens vor dem Start erscheinen, Zusatzpreise vollständig daneben, Mengeneinheit ist die Kilowattstunde. Seit dem 1. Januar 2026 gilt zudem eine neue Ladesäulenverordnung (LSV). Sie ersetzt die Fassung von 2016 und erlaubt der Bundesnetzagentur, die Einhaltung von Artikel 5 Absatz 1, 2, 7, 8 und 10 AFIR zu prüfen, eine Nachrüstung zu verlangen oder den Betrieb zu untersagen. Wo du überhaupt noch gratis laden kannst, haben wir in „Kostenlos laden 2026: Wo E-Autos in Deutschland noch gratis Strom bekommen“ bei den Betreibern nachgesehen.

Offen bleibt ein Detail: Die PAngV spricht weiter vom punktuellen Aufladen „nach der Ladesäulenverordnung“, die neue LSV regelt das punktuelle Laden aber nicht mehr selbst, sondern verweist auf die AFIR. Wie dieser Verweis heute zu lesen ist, haben wir nicht abschließend geklärt. Praktisch heißt das für dich: Beim Ad-hoc-Laden gilt der Preis, den Säule, Aufkleber oder Webseite zeigen. Rechne mit einer vorübergehenden Reservierung auf deiner Karte; Fastned spricht von einer „vorübergehenden Reservierungsgebühr“, ohne sie zu beziffern, Shell behält sich laut AGB beim Laden mit App oder Karte eine Vorautorisierung bis 150 € vor, Plugsurfing eine vorübergehende Vorautorisierung.

Quellen: [24], [25], [26], [27], [23], [12], [20]

Zwei Fahrprofile durchgerechnet

Eigene Rechnung mit den Preisen aus der Übersicht, als Beispiel. Profil A lädt 100 kWh im Monat, davon 80 kWh an AC-Säulen und 20 kWh an DC-Säulen, und zwar bei Betreibern in der Region, die nicht zum Netz des Kartenanbieters gehören. Profil B lädt 300 kWh im Monat an Schnellladern auf der Autobahn; wir rechnen es einmal im bevorzugten Netz der Karte und einmal bei fremden Betreibern. Nicht enthalten sind Zeitgebühren, Parkgebühren, Kartenpreise, eine mögliche Shell-Transaktionsgebühr und der ADAC-Mitgliedsbeitrag. Für Elli Base und Plugsurfing gibt es keinen vorab veröffentlichten Preis, daher keine Rechnung.

Profil A: Mit ADAC e-Charge kosten 100 × 0,75 € = 75,00 €. Bei MAINGAU sind es im Niedrigpreis 80 × 0,52 € + 20 × 0,62 € = 41,60 € + 12,40 € = 54,00 €, im Standardpreis 100 × 0,72 € = 72,00 € und im Hochpreis 100 × 0,82 € = 82,00 €. Shell Recharge Basic kostet mindestens 80 × 0,54 € + 20 × 0,74 € = 43,20 € + 14,80 € = 58,00 €. Elli Premium kommt auf 17,99 € + 80 × 0,50 € + 20 × 0,69 € = 17,99 € + 40,00 € + 13,80 € = 71,79 €, an EnBW-Säulen auf 17,99 € + 100 × 0,83 € = 100,99 €. Mit EnBW S an fremden Säulen sind es 56,00 bis 89,00 €.

Profil B im bevorzugten Netz: ADAC e-Charge an Aral pulse 300 × 0,55 € = 165,00 €. Shell e-Deal an Shell-Schnellladern 300 × 0,39 € + 5,99 € = 122,99 € bis 300 × 0,47 € + 5,99 € = 146,99 €; Basic dort 156,00 bis 186,00 €. MAINGAU an IONITY im Niedrigpreis 300 × 0,62 € = 186,00 €. Elli IONITY Ultra 300 × 0,42 € + 11,99 € = 137,99 €, Elli Premium bei IONITY 300 × 0,48 € + 17,99 € = 161,99 €. Als Referenz EnBW L an EnBW-Säulen: 300 × 0,39 € + 11,99 € = 128,99 €.

Profil B bei fremden Betreibern: ADAC 300 × 0,75 € = 225,00 €, MAINGAU 216,00 € im Standard- und 246,00 € im Hochpreis, Shell Basic mindestens 222,00 €, mit e-Deal mindestens 227,99 €, weil die Grundgebühr dort nichts spart. Elli Premium kostet 300 × 0,69 € + 17,99 € = 224,99 €, an EnBW-Säulen 266,99 €. Ad hoc mit Karte kosten 300 kWh bei Fastned 300 × 0,69 € = 207,00 €, an Aral-pulse-Säulen über 50 kW 300 × 0,79 € = 237,00 €.

Unsere Einordnung: Innerhalb einer einzigen Karte schwanken die Kosten so stark wie zwischen den Karten. MAINGAU kostet in Profil A je nach Betreiber 54,00 oder 82,00 €. Entscheidend ist also, welche Betreiber du tatsächlich nutzt. Eine Grundgebühr zahlt sich in diesen Beispielen nur aus, wenn die meisten Kilowattstunden im begünstigten Netz geladen werden.

Eigene Rechnung: Monatskosten in zwei Beispielprofilen, Preise vom 31. Oktober 2026, ohne Zeit-, Park- und Kartengebühren
Karte/TarifProfil A: 100 kWh, FremdnetzProfil B: 300 kWh DC, bevorzugtes NetzProfil B: 300 kWh DC, FremdnetzAnnahme
ADAC e-Charge75,00 €165,00 € (Aral pulse)225,00 €ohne Mitgliedschaft ab 54 €/Jahr
MAINGAU Autostrom54,00 / 72,00 / 82,00 €186,00 € (IONITY, Niedrigpreis)216,00 € / 246,00 €Neukundenpreise; IONITY-Aktion nicht gerechnet
Shell Recharge Basicab 58,00 €156,00–186,00 € (Shell)ab 222,00 €Roaming nur als Ab-Preis
Shell Recharge e-Dealab 63,99 €122,99–146,99 € (Shell)ab 227,99 €inkl. 5,99 €; Rabatt bis 400 kWh
Elli Premium71,79 €161,99 € (IONITY)224,99 € / 266,99 € (EnBW)inkl. 17,99 €
Elli IONITY Ultranicht vorab berechenbar137,99 € (IONITY)nicht vorab berechenbarinkl. 11,99 €
EnBW mobility+ (Referenz)56,00–89,00 € (S)128,99 € (L an EnBW)168,00–267,00 € (S)Details im Ladeabo-Ratgeber
Ad-hoc mit Karteje Betreiber207,00 € (Fastned)237,00 € (Aral pulse über 50 kW)Betreiberpreis ohne Vertrag

Quellen: [1], [3], [4], [7], [9], [10], [11], [13], [14], [16], [22], [23]

Wann sich eine Grundgebühr rechnet

Die Schwelle berechnest du so: Grundgebühr geteilt durch die Ersparnis je kWh ergibt die Menge, ab der das Abo nichts mehr kostet. Eigene Rechnung für den Shell e-Deal: An einer Säule mit 0,52 €/kWh sparst du 0,13 € je kWh, die Schwelle liegt bei 5,99 € ÷ 0,13 € = rund 46 kWh im Monat; an einer Säule mit 0,62 €/kWh sind es 5,99 € ÷ 0,15 € = rund 40 kWh. Shell selbst rechnet mit 100 kWh zum oberen Preis und kommt auf 62,00 € ohne und 52,99 € mit e-Deal, also 9,01 € im Monat und 108,12 € im Jahr. Das gilt nur an Shell-Recharge-Säulen und nur bis 400 kWh im Monat.

Elli Premium lohnt sich gegenüber einer Pauschalkarte nur bei großen Mengen außerhalb von IONITY. Eigene Rechnung gegen ADAC e-Charge bei fremden DC-Säulen: 0,75 € − 0,69 € = 0,06 € je kWh, 17,99 € ÷ 0,06 € = rund 300 kWh im Monat, bevor die Grundgebühr wieder hereinkommt. Bei IONITY sieht es anders aus, dort kostet Premium 0,48 €/kWh. Für die Abos von EnBW und IONITY selbst findest du die Schwellen in „Wann lohnt sich ein Ladeabo? EnBW und IONITY durchgerechnet“.

Manche Vorteile hängen an anderen Verträgen. ADAC e-Charge setzt die Mitgliedschaft voraus, ab 54 € im Jahr oder 4,50 € im Monat, wenn du sie allein dem Laden zurechnest. Der günstigere MAINGAU-Vorteilspreis setzt einen Strom- oder Gasvertrag bei MAINGAU voraus, dessen Kosten wir hier nicht verglichen haben. Prüf außerdem, ob Aktionen enden: MAINGAUs IONITY-Aktion war bis 31. Oktober 2026 befristet. Fastned nennt für sein Gold-Abo mit 0,49 €/kWh in Deutschland 5,99 € im Monat, an einer Stelle „bis Anfang 2027“, an anderer als Halbpreisangebot „gültig bis zum 31. Oktober“; welcher Preis danach gilt, sagt die Seite nicht.

Quellen: [10], [11], [9], [14], [1], [6], [7]

Checkliste: so findest du die Karte für dein Fahrprofil

Weil der Preis an der einzelnen Säule entsteht, beginnt die Auswahl bei deinen eigenen Ladedaten, nicht bei einer Werbetabelle. Die Schritte unten kosten dich einmal etwas Zeit und ersparen dir einen Vertrag, der zu deinen Säulen nicht passt.

Mit dem Ladekostenrechner von ev.guru rechnest du deine Monatsmengen mit den Preisen deiner Säulen durch. Die Übersicht „Ladetarife“ auf ev.guru vergleicht Grundgebühren und veröffentlichte Preise ausgewählter Anbieter mit deinen eigenen Lademengen.

  1. Ladehistorie der letzten drei Monate auswerten: kWh, Anteil AC und DC, Betreiber der Säulen, typische Standzeit.
  2. Die zwei oder drei Betreiber bestimmen, bei denen du am häufigsten lädst, und für jede Karte den Preis genau dort in der App nachsehen.
  3. Den Ad-hoc-Preis an diesen Säulen notieren, laut PAngV am Ladepunkt oder auf einer kostenlosen Webseite angegeben.
  4. Für jedes Abo die Schwelle rechnen: Grundgebühr geteilt durch die Ersparnis je kWh in deinem Netz.
  5. Standzeitregeln mit deinem Alltag abgleichen: AC über Nacht, DC-Pause mit Essen, Uhrzeiten mit und ohne Gebühr.
  6. Voraussetzungen und Bindung prüfen: Mitgliedschaft, Energievertrag, Neukundenpreis, Kündigungsfrist, automatische Verlängerung, Ende von Aktionen.
  7. Eine physische Karte als Reserve einplanen und ihren Preis sowie die Kosten einer Ersatzkarte notieren.
  8. Nach drei Monaten mit echten Rechnungen nachrechnen und den Tarif behalten, wechseln oder kündigen.

Quellen: [24], [26], [7], [13], [19]

So kennzeichnen wir Kauflinks

Dieser Vergleich enthält derzeit keine Kauf- oder Affiliate-Links. Die genannten Karten und Apps sind Beispiele mit Anbieterangaben vom 31. Oktober 2026, keine Empfehlung und kein Testergebnis von ev.guru. Zur Transparenz: ev.guru ist über das Netzwerk Awin zu den Partnerprogrammen von EnBW (Strom und Gas) und Elli (Wallboxen) zugelassen. Die hier verglichenen Ladetarife sind nach unserem Stand nicht Teil dieser Programme, und dieser Vergleich enthält keine Links daraus.

ev.guru kann künftig passende Angebote verlinken und dann eine Provision erhalten. Solche Links kennzeichnen wir direkt am Angebot. Eine Provision entscheidet nicht darüber, welche Karten wir nennen, wie wir rechnen oder in welcher Reihenfolge Anbieter erscheinen.

Quellen & weiterführende Informationen

  1. ADAC: ADAC e-Charge – Tarif, Preise und Fragen ↗
  2. Aral pulse: Nutzungsbedingungen für den ADAC e-Charge Tarif in der Aral pulse App (Stand 07/2024) ↗
  3. Aral pulse: Ladetarife und Bezahlmethoden ↗
  4. Aral pulse: ADAC e-Charge Tarif – Preise bei Fremdanbietern, Stand 18.05.2026 (PDF) ↗
  5. Aral pulse: Allgemeine Geschäftsbedingungen für Privatkunden für Ladevorgänge (Stand 5. November 2025) ↗
  6. ADAC: Tariffinder Mitgliedschaft ↗
  7. MAINGAU Energie: Autostrom – E-Auto unterwegs laden, Preise und FAQ ↗
  8. MAINGAU Energie: AGB für die Nutzung des Autostromtarifs, gültig ab 19.09.2025 (PDF) ↗
  9. Shell: Ladetarife für Ihr Elektroauto ↗
  10. Shell: Shell Recharge e-Deal ↗
  11. Shell: Allgemeine Geschäftsbedingungen Shell Recharge e-Deal (gültig ab 21. Oktober 2025) ↗
  12. Shell: AGB für Shell Account, Shell App, Shell ClubSmart, Shell SmartPay und Shell Recharge (gültig ab 1. April 2026) ↗
  13. Elli: Ladetarife – Mit Elli Charging überall laden ↗
  14. Elli: Ladebedingungen Premium, gültig ab 3.7.2026 (PDF) ↗
  15. Elli: Ladebedingungen IONITY Boost, gültig ab 3.7.2026 (PDF) ↗
  16. Elli: Ladebedingungen IONITY Ultra, gültig ab 3.7.2026 (PDF) ↗
  17. Elli: Ladebedingungen Base, gültig ab 12.5.2026 (PDF) ↗
  18. Elli: Ladebedingungen bei Ladestationen ohne Preisvorschau in der App, gültig ab 01.01.2026 (PDF) ↗
  19. Plugsurfing Support: Pricing changes in Germany – removal of the flat rate on the 19th of November 2025 ↗
  20. Plugsurfing: Nutzungsbedingungen (November 2025) ↗
  21. Plugsurfing: The only EV charging app you need (App-Seite) ↗
  22. EnBW: mobility+ Ladetarife S, M und L (Tarifstand 01.12.2025) ↗
  23. Fastned: Tarife ↗
  24. Verordnung (EU) 2023/1804 über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR), EUR-Lex ↗
  25. EUR-Lex: Dokumentinformationen und Änderungen zur Verordnung (EU) 2023/1804 ↗
  26. § 14 Preisangabenverordnung (PAngV): Elektrizität, Gas, Fernwärme und Wasser ↗
  27. Ladesäulenverordnung (LSV) vom 23. Dezember 2025 (PDF) ↗

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