Kurz beantwortet: Funktioniert meine deutsche Ladekarte im Ausland, und was kostet sie dort?
Meistens ja. Die großen deutschen Ladekarten und Lade-Apps funktionieren per Roaming auch in den Nachbarländern. EnBW nennt für seine Ladekarte 17 Länder, MAINGAU über 927.000 Ladepunkte in Europa. Entscheidend ist nicht ob, sondern zu welchem Preis. Die Anbieter folgen drei Preisregeln: derselbe Preis wie in Deutschland, ein eigener Preis je Land oder ein Preis je Ladepunkt, den erst die App zeigt.
Denselben Preis nennen MAINGAU, mit seinen drei Betreiberstufen „für ganz Europa“, und ADAC e-Charge, mit 0,75 €/kWh bei fremden Betreibern in Deutschland und acht weiteren Euroländern. Eigene Länderpreise veröffentlichen IONITY und Elli in den Abo-Tarifen. Nach Ladepunkt rechnen EnBW, Shell Recharge, Plugsurfing, Elli Base und Tesla ab. Alle Preise in diesem Ratgeber haben wir am 1. November 2026 auf den Seiten und in den Preisblättern der Anbieter gelesen. Verbindlich ist der Preis, den App oder Säule vor dem Start zeigen.
Ohne Vertrag kommst du in der EU ebenfalls weiter. Die EU-Verordnung über die Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR) verpflichtet Betreiber, an öffentlichen Ladepunkten Laden ohne Vertrag anzubieten. Neue Ladepunkte müssen Kartenzahlung ermöglichen, unter 50 kW genügt ein QR-Code. Ab dem 1. Januar 2027 brauchen auch ältere Säulen ab 50 kW entlang der großen Fernstraßen einen Kartenleser oder ein Kontaktlosgerät. Ad hoc ist laut ÖAMTC aber meist etwas teurer als mit Ladevertrag. Wir haben nicht selbst im Ausland geladen; Rechtsregeln, Anbieterangaben, Club-Hinweise und eigene Rechnungen sind getrennt gekennzeichnet.
- Gleicher Preis wie zuhause
- MAINGAU (drei Betreiberstufen europaweit, DC 0,62 / 0,72 / 0,82 €/kWh); ADAC e-Charge 0,75 €/kWh bei Fremdbetreibern in Deutschland und acht weiteren Euroländern
- Eigener Preis je Land
- IONITY (App, Direct, Motion, Power); Elli IONITY Boost, IONITY Ultra und Premium; ADAC e-Charge in Ländern ohne Euro
- Preis je Ladepunkt
- EnBW bei anderen Betreibern 56 bis 89 ct/kWh; Shell Recharge, Plugsurfing, Elli Base und Tesla nur in der App
- Ohne Vertrag (AFIR Art. 5 Abs. 1)
- Bankkarte oder kontaktlos an neuen Ladepunkten seit 13.04.2024; ab 01.01.2027 an allen Ladepunkten ab 50 kW entlang des TEN-V-Netzes
- Roaming-Aufschlag (AFIR Art. 5 Abs. 5)
- Mobilitätsdienstleister dürfen keine zusätzlichen Entgelte für grenzüberschreitendes e-Roaming erheben
- Größtes Kostenrisiko
- Blockier-, Zeit- und Parkgebühren, laut ANWB vor allem in Frankreich, Parkkosten zunehmend in Italien und Polen
Was die EU-Verordnung AFIR beim Bezahlen garantiert
Die AFIR, Verordnung (EU) 2023/1804, gilt seit dem 13. April 2024 unmittelbar in jedem EU-Mitgliedstaat (Art. 26). Nach Artikel 5 Absatz 1 müssen Betreiber an allen öffentlich zugänglichen Ladepunkten „punktuelles Aufladen“ anbieten, also Laden ohne Registrierung und ohne Vertrag (Begriff in Art. 2). An Ladepunkten, die ab dem 13. April 2024 errichtet werden, muss das mit einem in der EU verbreiteten Zahlungsmittel gehen: per Kartenleser oder kontaktlosem Gerät, das zumindest Zahlungskarten liest. Unter 50 kW genügt auch ein Verfahren über das Internet, etwa ein QR-Code.
Ab dem 1. Januar 2027 müssen alle öffentlich zugänglichen Ladepunkte ab 50 kW entlang des TEN-V-Straßennetzes oder auf sicheren und gesicherten Parkplätzen einen Kartenleser oder ein Kontaktlosgerät haben, auch die vor dem 13. April 2024 errichteten. „Entlang“ heißt laut Art. 2: im TEN-V-Netz oder höchstens 3 km Fahrstrecke von der nächsten Ausfahrt. Ein Terminal darf mehrere Ladepunkte eines Standorts bedienen. Für kostenlose Ladepunkte gilt die Pflicht nicht. Bietet eine Säule Plug & Charge an, darfst du laut Absatz 2 stattdessen ad hoc oder mit einem anderen dort angebotenen Vertrag laden.
Zum Preis: An Ladepunkten ab 50 kW beruht der Ad-hoc-Preis auf dem Preis je kWh. Zusätzlich darf der Betreiber eine Gebühr je Minute verlangen, „um eine lange Belegung des Ladepunkts zu verhindern“. Beides muss vor dem Start an der Station stehen. Die Regeln für Ladepunkte ab 50 kW gelten für solche, die ab dem 13. April 2024 errichtet werden. Unter 50 kW sind alle Bestandteile des Ad-hoc-Preises vorab an der Station anzugeben, in der Reihenfolge kWh, Minute, Ladevorgang, Sonstiges (alles Abs. 4).
Für Ladekarten zählt Absatz 5: Der Anbieter muss dir vor dem Laden alle Preisinformationen für genau diesen Vorgang nennen, getrennt nach Bestandteilen „einschließlich der anwendbaren e-Roaming-Kosten“. Und: „Mobilitätsdienstleister dürfen keine zusätzlichen Entgelte für grenzüberschreitendes e-Roaming erheben.“ Das verbietet einen Auslandszuschlag, aber keine unterschiedlichen Länderpreise; ob ein höherer Länderpreis im Einzelfall ein verdeckter Zuschlag wäre, regelt der Text nicht ausdrücklich (eigene Einordnung, offener Punkt). Artikel 5 ist laut EUR-Lex bisher nicht geändert worden; geändert wurden Anhang II und Artikel 20 Absatz 2.
Die Schweiz ist kein EU-Mitgliedstaat; die AFIR gilt dort nicht unmittelbar (eigene Einordnung). Wie die Schweizer Praxis aussieht, steht im Ländercheck weiter unten.
Deutsche Ladekarten im Ausland: Preisregeln von acht Anbietern
Die Tabelle zeigt, wie die Anbieter Preise außerhalb Deutschlands bilden. Alle Angaben stammen von den deutschen Tarifseiten und Preisblättern, gelesen am 1. November 2026, inklusive Mehrwertsteuer. „ab“ heißt Mindestpreis. Teslas Seiten waren live gesperrt; wir nutzen datierte Archivkopien.
ADAC e-Charge läuft über die Aral pulse App und setzt eine ADAC-Mitgliedschaft voraus. Laut Aral-Preisblatt (Stand 18.05.2026) kostet Laden bei fremden Betreibern in Deutschland, Luxemburg, Österreich, Frankreich, Spanien, Belgien, den Niederlanden, Italien und Kroatien einheitlich 0,75 €/kWh. An bp-pulse-Säulen in Frankreich, Luxemburg, Belgien, Österreich und Spanien sind es 0,55 €/kWh. In der Schweiz sind es 0,81 CHF, in Dänemark 4,69 DKK je kWh; abgerechnet wird in Euro zum Referenzkurs der Europäischen Zentralbank vom Vortag. Der ADAC wirbt ausdrücklich mit Preisen, „die im In- und Ausland gültig sind“.
MAINGAU überschreibt seine Preisliste mit „Preise für ganz Europa“: Niedrigpreis 0,52 € AC und 0,62 € DC, Standardpreis 0,72 €, Hochpreis 0,82 € je kWh, ohne Grundgebühr. IONITY zählt laut MAINGAU zum Niedrigpreis; die Aktion mit 0,59 € an IONITY-Schnellladern lief bis 31. Oktober 2026 und stand am 1. November noch auf der Seite. MAINGAU rät, im Ausland die Ladekarte mitzunehmen, weil dort häufig Säulen nur mit Karte und nicht mit der App starten.
EnBW nennt für Ladepunkte anderer Betreiber 56 bis 89 ct/kWh, gleich in den Tarifen S, M und L; eine FAQ-Antwort derselben Seite nennt 59 ct als Untergrenze. Der konkrete Preis steht je Ladepunkt in der App. Eine eigene Auslandspreisliste veröffentlicht EnBW nicht. Shell Recharge veröffentlicht Preise nur unter der Überschrift „Preisstruktur im deutschen Ladenetz“; der e-Deal-Rabatt gilt laut Bedingungen nur an Shell-Säulen in Deutschland. Plugsurfing zeigt den Preis laut Nutzungsbedingungen vor jeder Transaktion in der App; er kann aus kWh-, Minuten-, Start- und Park- oder Blockiergebühren bestehen. Laut App-Seite lässt sich dort ein Höchstpreis als Filter setzen, EnBW bietet in seiner App ebenfalls einen Preisfilter.
IONITY und Elli veröffentlichen Länderpreise. Bei IONITY bleiben die Monatsgebühren für Motion (5,99 €) und Power (11,99 €) laut FAQ gleich, die kWh-Preise unterscheiden sich je Land; in der Schweiz nennt IONITY die Gebühren in Franken. Elli verlangt im Premium-Tarif (17,99 € im Monat) an normalen DC-Säulen 0,69 € in Deutschland, aber 0,74 € in Österreich und Italien und 0,53 € in Frankreich. Lässt die App keine Preisvorschau zu, gelten bei Elli in Euroländern 0,79 € AC, 0,89 € DC und 2,50 € je Ladevorgang. Tesla zeigt den Preis je Supercharger-Standort in der App, an manchen Standorten nach Tageszeit unterschiedlich; eine Mitgliedschaft senkt den kWh-Preis.
| Anbieter | Preis im Ausland | Grundgebühr | Quelle/Stand |
|---|---|---|---|
| ADAC e-Charge (über Aral pulse) | Gleicher Preis: 0,75 €/kWh bei Fremdbetreibern in DE, AT, BE, ES, FR, HR, IT, LU, NL; bp pulse in AT, BE, ES, FR, LU 0,55 €/kWh; Schweiz 0,81 CHF, Dänemark 4,69 DKK je kWh | keine; ADAC-Mitgliedschaft nötig | Aral pulse: Tarifseite und Preisblatt Stand 18.05.2026 |
| EnBW mobility+ S / M / L | Preis je Ladepunkt: andere Betreiber 56 bis 89 ct/kWh in allen drei Tarifen; Anzeige in der App; Karte in 17 Ländern nutzbar | 0 / 5,99 / 11,99 € im Monat | EnBW-Tarifkacheln Stand 01.12.2025 |
| MAINGAU Autostrom | Gleicher Preis europaweit nach Betreiberstufe: AC 0,52 / 0,72 / 0,82 €, DC 0,62 / 0,72 / 0,82 € je kWh | keine | MAINGAU: „Preise für ganz Europa“ |
| IONITY App, Direct, Motion, Power | Länderpreis: eigene Mindestpreise je Land, App ohne Abo z. B. ab 0,52 €/kWh in Frankreich und ab 0,80 €/kWh in Italien | App und Direct keine; Motion 5,99 €, Power 11,99 € im Monat (Schweiz in CHF) | IONITY: Abonnements, Länderauswahl |
| Elli Base / IONITY Boost / IONITY Ultra / Premium | Base: Preis je Ladepunkt; Boost, Ultra, Premium: Festpreise je Land, z. B. Premium DC 0,74 €/kWh in Österreich und Italien, 0,53 €/kWh in Frankreich | 0 / 5,99 / 11,99 / 17,99 € im Monat | Elli-Ladebedingungen ab 03.07.2026 (Base ab 12.05.2026) |
| Shell Recharge Basic / e-Deal | Preis je Ladepunkt in der App; veröffentlicht nur für Deutschland (Roaming ab 0,54 € AC, ab 0,74 € DC); e-Deal-Rabatt nur in Deutschland | Basic keine; e-Deal 5,99 € im Monat | Shell: Ladetarife |
| Plugsurfing | Preis je Ladepunkt in der App; Bestandteile je kWh, Minute, Start, Park- oder Blockierzeit möglich | für das Laden keine genannt | Plugsurfing: Nutzungsbedingungen November 2025 |
| Tesla Supercharger (andere Marken) | Preis je Standort in der Tesla App, teils nach Tageszeit; Überlastungsgebühr typisch 0,50 €/min in Euroländern | keine Pflicht; Mitgliedschaft senkt den kWh-Preis, Höhe auf der gelesenen Seite nicht genannt | Tesla-Support, Archivkopien vom 16.04. und 13.05.2026; live gesperrt |
Quellen: [3], [4], [5], [6], [7], [8], [9], [10], [11], [12], [13], [14], [15], [16], [17], [18], [34]
Was eine Kilowattstunde im Urlaubsland kostet
Wie stark die Länderpreise auseinanderliegen, zeigt IONITY. Ohne Abo zahlst du in der App in Frankreich ab 0,52 €/kWh, in Italien ab 0,80 €/kWh. Österreich (ab 0,66 €) liegt knapp unter Deutschland (ab 0,68 €). Alle IONITY-Werte sind Mindestpreise; an der Säule kann es laut IONITY mehr kosten.
Ein Monatsabo kann sich schon für einen Urlaub lohnen, weil IONITY Motion und Power laut IONITY zum nächsten Rechnungsdatum kündbar sind. Eigene Rechnung mit den Mindestpreisen: In Italien spart Power 0,32 € je kWh gegenüber der App, die Gebühr von 11,99 € ist nach rund 37,5 kWh drin. In Frankreich sind es rund 57 kWh, in Österreich rund 44 kWh. Bei 150 kWh in Italien kostet die App 120,00 €, Power 83,99 € einschließlich einer Monatsgebühr. Das gilt nur, wenn du tatsächlich an IONITY-Säulen lädst.
Bei MAINGAU ändert sich nichts an der Grenze: Jeder Betreiber fällt in eine der drei Stufen, wo genau, zeigt die App. ADAC e-Charge kostet bei fremden Betreibern in allen Euroländern der Tabelle 0,75 €/kWh, in Frankreich und Österreich an bp-pulse-Säulen 0,55 €/kWh. Für Elli Premium zeigt die Tabelle die DC-Preise an normalen Säulen und bei IONITY.
| Land | IONITY App / Direct ohne Abo (ab) | IONITY Motion / Power (ab) | ADAC e-Charge bei Fremdbetreibern | Elli Premium DC: normale Säule / IONITY |
|---|---|---|---|---|
| Deutschland (Vergleich) | 0,68 / 0,72 € | 0,51 / 0,41 € | 0,75 € | 0,69 / 0,48 € |
| Österreich | 0,66 / 0,69 € | 0,49 / 0,39 € | 0,75 €; bp pulse 0,55 € | 0,74 / 0,46 € |
| Schweiz | 0,76 / 0,80 CHF | 0,57 / 0,46 CHF | 0,81 CHF, Abrechnung in Euro | 0,66 / 0,56 CHF |
| Italien | 0,80 / 0,85 € | 0,60 / 0,48 € | 0,75 € | 0,74 / 0,58 € |
| Frankreich | 0,52 / 0,55 € | 0,39 / 0,31 € | 0,75 €; bp pulse 0,55 € | 0,53 / 0,39 € |
| Niederlande | 0,72 / 0,76 € | 0,54 / 0,43 € | 0,75 € | 0,64 / 0,53 € |
| Kroatien | 0,70 / 0,74 € | 0,53 / 0,42 € | 0,75 € | 0,64 / 0,49 € |
Ländercheck: Österreich, Schweiz, Italien, Frankreich, Niederlande und Kroatien
Österreich: Laut ADAC ist das Netz flächendeckend. Größter Betreiber ist da emobil, dort zahlst du mit der da-Ladekarte oder ad hoc. In einigen Städten wie Wien, Salzburg oder Graz entfällt die Parkgebühr an öffentlichen Ladesäulen, solange das Auto lädt. Der niederländische Club ANWB hat die Ladevorgänge seiner Kartenkunden ausgewertet: Der Anteil mit mehr als 1 €/kWh sank in Österreich von 16 auf 9 Prozent. Blockierkosten gingen dort gegenüber 2024 um 98 Prozent zurück.
Schweiz: Größter Betreiber ist laut ADAC swisscharge.ch, meistgenutzt ist evpass; ad hoc mit Kreditkarte geht „nicht überall“. Der Schweizer Club TCS schreibt, an Schnellladern müsse man sich meist in der App des Betreibers registrieren, teilweise gebe es ein Kartenterminal. Startgebühr, kWh-Preis und Parkgebühr je Minute können laut TCS kombiniert sein. In einem älteren Preisvergleich mit Werten vom Juni 2023 schrieb der TCS, die Preise seien „nur sehr selten öffentlich angeschlagen“. Seit September 2026 zeigt die TCS-App die Preise von 19.000 Ladesäulen. Laut ANWB fiel der Anteil der Ladevorgänge über 1 €/kWh von 25 auf 9 Prozent.
Italien: Der Norden ist laut ADAC am besten versorgt, Südtirol und Trentino mit über 40 Ladepunkten je 100 km. Größter Betreiber ist Enel X (App JuicePass oder ad hoc). Wichtig: An Ladesäulen darfst du nur parken, solange geladen wird, sonst drohen bis 345 €. Der ÖAMTC nennt für Roaming-Anbieter je nach Station Abrechnung pro kWh oder pro Minute. Die ANWB beobachtet in Italien und Polen zunehmend Parkkosten zusätzlich zur Ladung.
Frankreich: Laut ADAC sind fast alle Raststätten an A 36 und A 6 bis Lyon und alle an der A 7 mit Schnellladern ausgestattet, die Landesmitte ist dünner versorgt. Größter Betreiber ist Freshmile. Die ANWB warnt vor Blockiergebühren, die in Frankreich noch relativ häufig vorkommen; der teuerste Fall des Sommers kostete in Paris mehr als 400 € für drei Tage am Ladepunkt.
Niederlande: sehr dichtes Netz, größter Betreiber EVBox (Everon-App oder ad hoc). Parken kostet laut ADAC meist auch während des Ladens. Kroatien: Ladepunkte vor allem um Zagreb, im Norden und an den Achsen zur Küste. Ultraschnelllader an Autobahnen sind laut ADAC noch selten, zum schnellen Laden musst du die Autobahn verlassen. Die meisten ultraschnellen Ladepunkte hat Petrol (rund 60), dazu kommen über 50 von Tesla und 40 von IONITY. Größter Betreiber ist ELEN; der ÖAMTC nennt dort kWh-Preise mit zusätzlicher Parkzeitkomponente und rät, eine Unterkunft mit Lademöglichkeit zu buchen.
| Land | Ladepunkte laut ADAC: gesamt / DC / über 150 kW | Größter Betreiber und Bezahlen laut ADAC | Abrechnung und Nebenkosten laut Automobilclubs | Gut zu wissen |
|---|---|---|---|---|
| Österreich | 23.103 / 4.500 / 2.213 | da emobil: da-Ladekarte oder ad hoc; meistgenutzt Shell Recharge RFID | ANWB: Anteil über 1 €/kWh von 16 auf 9 % gesunken, Blockierkosten −98 % gegenüber 2024 | u. a. Wien, Salzburg, Graz: kein Parkentgelt während des Ladens |
| Schweiz | 19.469 / 3.804 / 1.434 | swisscharge.ch: eigene App oder TCS eCharge; meistgenutzt evpass; Kreditkarte ad hoc nicht überall | TCS: Startgebühr, kWh und Parkminute kombinierbar, Preise selten angeschlagen; ANWB: Anteil über 1 €/kWh von 25 auf 9 % | kein EU-Mitglied, Preise in CHF |
| Italien | 28.006 / 5.058 / 1.634 | Enel X: JuicePass-App oder ad hoc; meistgenutzt DUE Energie RFID | ÖAMTC: je nach Station pro kWh oder pro Minute; ANWB: zunehmend Parkkosten zusätzlich | Parken an Ladesäulen nur während des Ladens, sonst bis 345 € |
| Frankreich | 85.369 / 16.471 / 8.708 | Freshmile; meistgenutzt Shell Recharge RFID | ANWB: Blockiergebühren noch relativ häufig; ÖAMTC: Shell Recharge dort nach Minuten | A 7 ab Lyon: alle Raststätten mit Schnellladern |
| Niederlande | 51.977 / 2.928 / 1.651 | EVBox: Everon-App oder ad hoc; meistgenutzt Shell Recharge RFID | ÖAMTC: Fastned 0,69 €, Allego 0,79 € je kWh, jeweils pro kWh abgerechnet | Parkgebühr meist auch während des Ladens |
| Kroatien | 1.509 / 689 / 101 | ELEN: ELEN-Charge-App oder ad hoc; ultraschnell v. a. Petrol (rund 60 Ladepunkte), Tesla (über 50), IONITY (40) | ÖAMTC: ELEN pro kWh plus Parkzeit; Hrvatski Telekom pro kWh oder Minute | Ultraschnelllader an Autobahnen selten; Unterkunft mit Lademöglichkeit wählen |
Quellen: [19], [20], [21], [22], [23], [24], [25], [26], [28], [29], [30], [31], [32]
Pro kWh oder pro Minute: Blockier-, Park- und Zeitgebühren im Ausland
Die AFIR schreibt für neue Ladepunkte ab 50 kW einen Ad-hoc-Preis je kWh vor und erlaubt zusätzlich eine Minutengebühr gegen lange Belegung. Unter 50 kW und bei älteren Säulen kann der Preis anders aufgebaut sein. In der Praxis begegnen dir laut den Automobilclubs drei Modelle: reiner kWh-Preis, Minutenpreis und Mischformen. Der TCS fand an Schweizer Autobahnraststätten überwiegend reine kWh-Preise. Move rechnete nach Zeit und Energie ab, Plug’n Roll verlangte eine Gebühr je Ladung. Die Preise dieses Vergleichs stammen allerdings aus dem Juni 2023.
Minutenpreise treffen langsam ladende Autos. Eigene Rechnung mit einem frei gewählten Beispiel: Kostet eine Säule 0,30 € pro Minute und lädt dein Auto dort mit 50 kW, zahlst du umgerechnet 0,36 €/kWh; lädt es mit 20 kW, sind es 0,90 €/kWh. Prüfe deshalb vor dem Start, wie die Säule abrechnet, und rechne mit der Leistung, die dein Auto dort wirklich erreicht.
Blockiergebühren gibt es bei vielen Anbietern, auch mit deutscher Karte. ADAC e-Charge berechnet bei Fremdbetreibern 0,15 €/min; Aral nennt dafür ab 360 Minuten AC, der ADAC ab 120 Minuten, beide ab 45 Minuten DC. Diese Standzeitgebühr gilt laut Aral auch im Ausland, außer in Kroatien. MAINGAU verlangt europaweit 0,10 €/min ab 180 Minuten AC und ab 60 Minuten DC, höchstens 12 €. Elli Premium berechnet 0,07 €/min ab 210 Minuten AC (8 bis 23 Uhr) und 0,15 €/min ab 90 Minuten DC. Tesla erhebt an ausgelasteten Superchargern eine Überlastungsgebühr, typisch 0,50 €/min, ohne Obergrenze.
Dazu kommen Parkkosten des Grundstücks. Laut ANWB-Auswertung vom 8. Oktober 2026 werden sie vor allem in Italien und Polen zunehmend zusätzlich zur Ladung berechnet. In Italien darfst du laut ADAC an Ladesäulen ohnehin nur parken, solange das Auto lädt. Steck das Kabel nach dem Laden ab und fahr weg, auch wenn die Säule im Hotel oder Parkhaus steht.
Quellen: [1], [26], [29], [31], [32], [3], [5], [7], [10], [18], [22]
Ad hoc, Ladekarte oder App: welcher Zugang auf Reisen sinnvoll ist
Der ÖAMTC empfiehlt, vor der Reise beim Kartenanbieter zu klären, an welchen Ladepunkten die Karte funktioniert und ob der Tarif im Urlaubsland akzeptiert wird. Ad hoc gehe meist kontaktlos per Kredit- oder Debitkarte, sonst per QR-Code und Online-Zahlung. Weil Ad-hoc-Zahlungen „meist teurer“ seien, lohne sich ein Tarifcheck vorab. Die ANWB rät, eine zweite Karte eines internationalen Anbieters und eine Kreditkarte mitzunehmen.
Unsere Einordnung: Eine Karte mit europaweitem Einheitspreis wie MAINGAU oder ADAC e-Charge macht die Kosten planbar. Lädst du auf der Strecke überwiegend bei einem Netz, kann ein kündbares Monatsabo dieses Netzes günstiger sein. Ad hoc ist die Rückfallebene, wenn keine Karte funktioniert. Nimm eine physische Ladekarte mit: Laut MAINGAU starten im Ausland häufig Säulen nur mit Karte, und in der Schweiz geht ad hoc mit Kreditkarte laut ADAC nicht überall.
Rechne mit Reservierungen auf deinem Zahlungsmittel. Tesla belastet Fahrer anderer Marken beim Start mit einem gesperrten Sicherheitsbetrag, der nach der Zahlung wieder freigegeben wird. Startest du bei Elli ausnahmsweise nicht über die App und zeigt sie deshalb keine Preisvorschau, gelten feste Ersatzpreise. In Euroländern sind das 0,79 € AC und 0,89 € DC je kWh plus 2,50 € je Ladevorgang. Preise in Franken oder Kronen rechnet Aral pulse zum Referenzkurs der Europäischen Zentralbank vom Vortag in Euro um; der angewandte Kurs steht auf dem Beleg.
Für AC-Säulen gehört dein eigenes Typ-2-Kabel ins Gepäck. Laut ÖAMTC brauchst du es an Typ-2-Ladepunkten im Ausland in der Regel. Worauf es beim Kauf ankommt, steht in „Typ-2-Ladekabel kaufen 2026: Mode 3, Länge, Stromstärke und Phasen richtig wählen“. Maut und Vignette behandeln wir hier nicht; Regeln und Preise je Land führt der ADAC auf seinen Maut-Seiten. Wie du die Strecke selbst in Etappen mit Reserve aufteilst, erklärt „E-Auto-Roadtrip planen: Strecke, Reserve und Ladestopp durchrechnen“.
Checkliste: Laden im Ausland vor der Reise planen
Wie lange ein Ladestopp mit deinem Auto dauert, steht in „Schnellladen im Vergleich 2026: Welche Elektroautos von 10 auf 80 % am schnellsten laden“. Welche Karte im Alltag zu dir passt, vergleicht „Ladekarten und Lade-Apps im Vergleich 2026: Welche passt zu deinem Fahrprofil?“. Mit dem Ladekostenrechner von ev.guru rechnest du die Reise anschließend mit den Preisen deiner geplanten Ladestopps durch.
- Route und Ladestopps planen, mit Ausweichsäule in Reichweite; der ÖAMTC rät, ab etwa 20 Prozent Restreichweite zu laden.
- Für jeden geplanten Stopp in der App deiner Karte prüfen: Ist der Ladepunkt gelistet, und welcher Preis je kWh oder Minute gilt dort?
- Preisregel deiner Karte kennen: Einheitspreis, Länderpreis oder Preis je Ladepunkt. Bei Länderpreisen die Liste für das Urlaubsland lesen.
- Bei vielen Stopps in einem Netz die Schwelle für ein kündbares Monatsabo rechnen: Monatsgebühr geteilt durch die Ersparnis je kWh.
- Physische Ladekarte, eine zweite Karte eines anderen Anbieters und eine Kredit- oder Debitkarte für Ad-hoc-Laden einpacken.
- Nebenkosten prüfen: Blockier- und Zeitgebühren, Parkgebühren am Standort, in Italien Parkverbot an Säulen ohne Ladevorgang.
- Unterkunft mit Lademöglichkeit bevorzugen, vor allem in Kroatien; vorher nach Preis und eigenem Typ-2-Kabel fragen.
- Nach der Reise die Abrechnungen prüfen und ein Monatsabo rechtzeitig vor dem nächsten Rechnungsdatum kündigen.
Quellen & weiterführende Informationen
- EUR-Lex: Verordnung (EU) 2023/1804 über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR), Art. 2, 5 und 26 ↗
- EUR-Lex: Dokumentinformationen und Änderungen zur Verordnung (EU) 2023/1804 (konsolidierte Fassung vom 08.01.2026) ↗
- Aral pulse: Tarife & Bezahlmethoden, u. a. ADAC e-Charge Tarif – Preise bei Fremdanbietern und im Ausland (gelesen 01.11.2026) ↗
- Aral pulse: ADAC e-Charge Tarif – Preise bei Fremdanbietern im Ausland (PDF, Stand 18.05.2026) ↗
- ADAC: ADAC e-Charge – Elektroauto zu transparenten Preisen laden (gelesen 01.11.2026) ↗
- EnBW: mobility+ Ladetarife S, M und L (Tarifkacheln Stand 01.12.2025, FAQ zu Ländern und Fremdbetreiberpreisen; gelesen 01.11.2026) ↗
- MAINGAU Energie: Autostrom – Preise für ganz Europa und FAQ (gelesen 01.11.2026) ↗
- IONITY: Abonnements und App-Preise, Länderauswahl Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien, Frankreich, Niederlande, Kroatien (gelesen 01.11.2026) ↗
- Elli: Ladetarife – Base, IONITY Boost, IONITY Ultra, Premium (gelesen 01.11.2026) ↗
- Elli: Ladebedingungen Premium, gültig ab 3.7.2026 (PDF, Preise je Land) ↗
- Elli: Ladebedingungen IONITY Ultra, gültig ab 3.7.2026 (PDF, Preise je Land) ↗
- Elli: Ladebedingungen Base, gültig ab 12.5.2026 (PDF) ↗
- Elli: Ladebedingungen bei Ladestationen ohne Preisvorschau in der App, gültig ab 01.01.2026 (PDF) ↗
- Shell: Ladetarife für Ihr Elektroauto (gelesen 01.11.2026) ↗
- Plugsurfing: Nutzungsbedingungen (November 2025), Abschnitt 3 Preise ↗
- Plugsurfing: The Plugsurfing app – EV charging for drivers (App-Seite) ↗
- Tesla-Support Deutschland: Supercharger für andere Elektrofahrzeuge (Archivkopie der Wayback Machine vom 16.04.2026; Live-Seite am 01.11.2026 gesperrt) ↗
- Tesla-Support Deutschland: Supercharger-Gebühren (Archivkopie der Wayback Machine vom 13.05.2026; Live-Seite am 01.11.2026 gesperrt) ↗
- ADAC: Ladestationen in Europa – Strom laden in Italien, Kroatien & Co. (28.04.2026) ↗
- ADAC: Österreich – Tanken & Laden (Ladezahlen Stand 02/2026, Quelle Lemnet) ↗
- ADAC: Schweiz – Tanken & Laden (Ladezahlen Stand 02/2026, Quelle Lemnet) ↗
- ADAC: Italien – Tanken & Laden (Ladezahlen Stand 02/2026, Quelle Lemnet) ↗
- ADAC: Frankreich – Tanken & Laden (Ladezahlen Stand 02/2026, Quelle Lemnet) ↗
- ADAC: Niederlande – Tanken & Laden (Ladezahlen Stand 02/2026, Quelle Lemnet) ↗
- ADAC: Kroatien – Tanken & Laden (Ladezahlen Stand 02/2026, Quelle Lemnet) ↗
- ÖAMTC: Urlaub mit dem E-Auto – Ladeprodukte in europäischen Urlaubsländern (21.07.2026, Tarife Stand Mai 2026) ↗
- ÖAMTC: Mit dem E-Auto in den Urlaub – gute Planung entscheidend (Presseinformation, 21.07.2026) ↗
- TCS: Ladestationen – Elektroauto unterwegs aufladen (gelesen 01.11.2026) ↗
- TCS: Schnellladestationen Schweiz – Grosse Preisunterschiede (Preisvergleich mit Werten vom Juni 2023) ↗
- TCS: Nach dem Benzinpreisradar lanciert der TCS den Ladepreisradar (Medienmitteilung, 23.09.2026) ↗
- ANWB: Je elektrische auto opladen in Europa – dit moet je weten (gelesen 01.11.2026) ↗
- ANWB: ANWB Laadpas – EV-rijder trekt voor vakantie steeds verder Europa in (Persbericht, 08.10.2026) ↗
- ADAC: Maut und Vignette in Österreich – Gebühren im Überblick (mit Links zu weiteren Ländern) ↗
- Elli: Ladebedingungen IONITY Boost, gültig ab 3.7.2026 (PDF, Preise je Land) ↗
Prüfe aktuelle Bedingungen und Details vor deiner Entscheidung bei den verlinkten Quellen.



