Die Nachricht: Audi Q4 e-tron neu in der KBA-Datenbank

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat am 28. Oktober 2026 einen Rückruf für den Audi Q4 e-tron veröffentlicht, KBA-Referenznummer 17222R, Herstellercode 93SK. Betroffen sind laut KBA Autos, die vom 30. November 2023 bis 26. Juni 2025 gebaut wurden: 12.734 weltweit, eines davon in Deutschland. Als Mangel nennt das KBA Hochvoltbatterien, die nicht der Spezifikation entsprechen und überhitzen können, bis hin zum Brand.

Damit wächst ein Rückruf, den das KBA am 19. Oktober für VW ID.3, ID.4, ID.7, ID. Buzz und den Cupra Born eingetragen hat. Mit Audi sind es nach unserer Addition der KBA-Zahlen 85.402 Fahrzeuge weltweit und 9.882 in Deutschland. Den Großteil der Audi-Fahrzeuge hat Audi laut seinem Bericht an die US-Verkehrsbehörde NHTSA für Nordamerika gebaut; dort sind 9.048 Q4 e-tron und Q4 Sportback e-tron der Modelljahre 2024 und 2025 betroffen.

Grundlage dieser Meldung sind die Einträge der KBA-Rückrufdatenbank (Stand 31. Oktober 2026, 12 Uhr), der NHTSA-Bericht und ein ADAC-Bericht; geprüft am 31. Oktober 2026. Ein Widerspruch: Die ADAC-Tabelle ordnet den VW-Code 93MV auch ID.3 und ID. Buzz zu, laut KBA gilt er nur für ID.4 und ID.7. Wir folgen dem KBA.

Akku-Rückrufe im VW-Konzern laut KBA-Rückrufdatenbank, Stand 31. Oktober 2026; Summe: eigene Addition
KBA-Nr. · Code (veröffentlicht)ModelleProduktionszeitraumWeltweit / Deutschland
17137R · 93MF (19.10.2026)VW ID.3, ID.4, ID.7, ID. Buzz13.07.2022–06.06.202562.927 / 7.112
17101R · 93MV (19.10.2026)VW ID.4, ID.718.09.2023–27.06.20255.050 / 1.538
17103R · 93W4 (19.10.2026)Cupra Born09.2022–05.20244.691 / 1.231
17222R · 93SK (28.10.2026)Audi Q4 e-tron30.11.2023–26.06.202512.734 / 1
Summe (eigene Addition)vier Aktionen–85.402 / 9.882

Quellen: [1], [2], [5]

Was der Brief verlangt: Aufkleber und höchstens 80 Prozent

Laut KBA bekommen alle Fahrzeuge mit Hochvoltbatterien aus der betroffenen Charge zuerst ein Rückrufschreiben. Darin liegen Aufkleber, die als Warnhinweis an der Ladebuchse und im Fahrzeugdisplay angebracht werden müssen, dazu die Anweisung, aus Sicherheitsgründen nicht über 80 Prozent zu laden. Beim Audi muss das Auto laut KBA-Eintrag außerdem zuerst in einer Audi-Werkstatt geprüft werden.

Im zweiten Schritt sollen die Autos eine neue Software bekommen, sobald sie verfügbar ist. Sie soll Auffälligkeiten in den Batteriemodulen früh erkennen und anzeigen. Falls nötig, werden einzelne Module oder die ganze Hochvoltbatterie ersetzt. Einen Termin für das Update nennt keiner der vier Einträge.

Der ADAC berichtet zusätzlich, dass Ladevorgänge nur im Freien stattfinden dürfen und die Ladegrenze erst fällt, wenn die Werkstatt die Batterie als in Ordnung bewertet. In den KBA-Einträgen steht das so nicht. Maßgeblich ist, was dein Rückrufschreiben verlangt.

Quellen: [1], [3]

Ursache: Zellen eines Zulieferers, Grund noch nicht geklärt

Ein Volkswagen-Sprecher erklärte laut ADAC, einzelne Hochvolt-Batteriezellen entsprächen nicht den Qualitätsanforderungen, Grund seien Produktionsfehler bei Zulieferern: „In seltenen Fällen kann dies zu einer erhöhten thermischen Belastung dieser Batterien führen, im Extremfall könnte ein Brand entstehen.“ Bekannte Vorfälle mit Sach- oder Personenschäden verzeichnet das KBA bei den beiden VW-Aktionen nicht; bei Cupra und Audi enthält das Feld keine Angabe.

Im NHTSA-Bericht vom 21. Oktober nennt Audi als Zellhersteller SK Battery Manufacturing im ungarischen Komárom. Die eigentliche Ursache ist danach noch nicht abschließend geklärt; ein Ladezustand über 80 Prozent könne bei bestimmten Batterien eine thermische Kettenreaktion auslösen. Ausgelöst wurde Audis Prüfung am 21. September durch Vorfälle bei anderen Konzernfahrzeugen mit demselben Batterietyp. Fälle mit Audi-Fahrzeugen, Brände oder Verletzungen sind Audi laut Bericht nicht bekannt.

In den USA geht Audi abgestuft vor: Wessen Batteriedaten unauffällig sind, braucht laut Bericht vorerst keine Zwischenmaßnahme. Der deutsche KBA-Eintrag sieht dagegen für alle Fahrzeuge der Charge Brief, Aufkleber und 80-Prozent-Grenze vor. Ob Audi das in Deutschland ebenfalls abstuft, konnten wir nicht klären.

Quellen: [2], [3], [1]

Nicht der erste Akku-Rückruf in diesem Jahr

Schon im März 2026 hat das KBA zwei Batterie-Rückrufe eingetragen: für VW ID.3, ID.4, ID.5, ID. Buzz und ID. Buzz Cargo (16271R, Code 93MI; 74.579 Fahrzeuge weltweit, 22.182 in Deutschland) und für den Cupra Born (16269R, Code 93S4; 19.450 und 5.971). Dort ging es laut KBA um Module, die zu weniger Reichweite und einer gelben Kontrollleuchte führen können; auch dort nennt das KBA Brandgefahr. Abhilfe waren ein Software-Update und bei Bedarf neue Module.

Ob ein Auto von beiden Aktionen betroffen sein kann, geht aus der Datenbank nicht hervor; die Produktionszeiträume überschneiden sich teilweise. Klären lässt sich das nur mit der Fahrgestellnummer (FIN) beim Hersteller oder in der Werkstatt.

Quellen: [1], [3]

Was das für dich bedeutet

Fährst du einen VW ID.3, ID.4, ID.7, ID. Buzz, einen Cupra Born oder einen Audi Q4 e-tron aus den genannten Zeiträumen, achte auf Post vom Hersteller. Laut ADAC sagt der Hersteller: Wer keinen Brief bekommt, ist nicht betroffen. Das KBA weist allgemein darauf hin, dass ein Auto aus dem Bauzeitraum nicht unbedingt betroffen ist; Gewissheit gibt die FIN bei Hotline oder Vertragswerkstatt.

Die 80-Prozent-Grenze kostet Reichweite: Du nutzt höchstens vier Fünftel dessen, was du bisher bis 100 Prozent geladen hast (eigene Einordnung). Plane Langstrecken mit einem zusätzlichen Ladestopp, etwa mit dem Routenplaner von ev.guru und einem vorsichtigen Verbrauchswert. Willst du gerade ein gebrauchtes ID.-Modell, einen Born oder einen Q4 e-tron kaufen, lass dir erledigte Rückrufe per FIN bestätigen; wie du dabei vorgehst, steht in „Gebrauchtes E-Auto kaufen: Akku, Laden und Unterlagen systematisch prüfen“.

Rechtlich bedeutet die Teilnahme an einem Rückruf laut ADAC nicht automatisch, dass dein Auto mangelhaft ist. Liegt ein Mangel vor, können vor allem bei laufender Sachmängelhaftung Ansprüche gegen den Verkäufer bestehen. Bei längeren Einschränkungen sollten Hersteller aus ADAC-Sicht einen Ausgleich anbieten; eine Zusage dazu haben wir nicht gefunden.

  1. Brief prüfen: Rückrufcode 93MF oder 93MV (VW), 93W4 (Cupra) oder 93SK (Audi).
  2. Bei Unsicherheit mit der FIN anrufen, Nummern laut KBA: VW 0800 8655792436, Cupra 06150 1079991, Audi 0800 28347378423.
  3. Nicht über 80 Prozent laden, zuhause wie unterwegs, und die Aufkleber wie im Brief beschrieben anbringen.
  4. Werkstatttermin vereinbaren, wenn das Schreiben eine Prüfung verlangt; die Bestätigung aufheben.
  5. Bei Warnmeldungen zur Hochvoltbatterie nicht abwarten, sondern die Werkstatt kontaktieren.

Quellen: [1], [3], [4]

Quellen & weiterführende Informationen

  1. Kraftfahrt-Bundesamt: Rückrufdatenbank, Einträge 17137R, 17101R, 17103R (19.10.2026), 17222R (28.10.2026), 16271R und 16269R (März 2026) ↗
  2. NHTSA: Part 573 Safety Recall Report 26V698, Audi Q4 e-tron und Q4 Sportback e-tron (eingereicht 21. Oktober 2026, PDF) ↗
  3. ADAC: Brandgefahr! Rückruf für VW ID.3, ID.4, ID.7, ID. Buzz und Cupra Born (21. Oktober 2026) ↗
  4. Kraftfahrt-Bundesamt: Rückrufdatenbank – Hinweise zur Nutzung ↗
  5. Kraftfahrt-Bundesamt: Export aller Fahrzeug-Rückrufe (CSV, Stand 31. Oktober 2026, 12 Uhr) ↗

Dieser Bericht bildet die genannten Veröffentlichungen zum Publikationszeitpunkt ab; spätere Entwicklungen können den Stand verändern.

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