Die Nachricht: E-Autos liegen erstmals vor reinen Verbrennern

Die Beratung PwC meldete am 29. Oktober 2026: Im dritten Quartal lag der Marktanteil reiner Elektroautos in Deutschland mit 32 Prozent zum ersten Mal über dem Anteil klassischer Verbrenner mit 29 Prozent. Rund 236.000 E-Autos seien ein neuer Höchststand. Grundlage ist der Electric Vehicle Sales Review, der Neuzulassungen in 43 Märkten auswertet.

Wir haben das mit den Monatsmeldungen des Kraftfahrt-Bundesamts nachgerechnet, und die Zahlen passen: Von Juli bis September kamen 236.138 E-Autos auf 737.405 neue Pkw, also 32,0 Prozent. Benzin, Diesel und Flüssiggas erreichen zusammen rund 28,8 Prozent (eigene Rechnung). Die Reihenfolge ist also belegt. Sie gilt aber fürs Quartal insgesamt und nicht unbedingt für jeden Monat: Im Juli lagen Benzin und Diesel mit zusammen 30,7 Prozent noch vor den E-Autos mit 29,3 Prozent.

Neue Pkw in Deutschland im dritten Quartal 2026, Anteile laut KBA-Monatsmeldungen; Quartalswerte eigene Rechnung, Benzin und Diesel im Juli aus gerundeten KBA-Anteilen
ZeitraumAlle neuen PkwElektro (BEV)BenzinDieselHybrid einschließlich Plug-in
Juli 2026268.06878.609 (29,3 %)18,9 %11,8 %105.284 (39,3 %)
August 2026212.56368.930 (32,4 %)16,7 %10,6 %84.603 (39,8 %)
September 2026256.77488.599 (34,5 %)17,4 %9,0 %98.871 (38,5 %)
Drittes Quartal737.405236.138 (32,0 %)rund 17,7 %rund 10,5 %288.758 (39,2 %)
Elektroautos Q3 2026
236.138, Anteil 32,0 % (KBA, eigene Summe)
Benzin, Diesel, Flüssiggas
Rund 28,8 % (eigene Rechnung); PwC nennt 29 %
Hybride ohne Stecker
205.062, Anteil 27,8 %
Plug-in-Hybride
83.696, Anteil 11,4 %
Mit Verbrennungsmotor insgesamt
Rund 68,0 % (eigene Rechnung)

Quellen: [1], [2], [3], [4]

Was die Schlagzeile nicht sagt

„Reine Verbrenner“ schließt Hybride aus, und die sind in Deutschland die größte Gruppe. Das KBA zählt im Quartal 288.758 Hybride, davon 205.062 ohne Stecker, also Voll- und Mildhybride. Auch die haben einen Verbrennungsmotor. Rechnet man sie und die Plug-in-Hybride dazu, hatten rund 68 Prozent der neuen Pkw weiterhin einen Verbrennungsmotor (eigene Rechnung). PwC formuliert für die fünf größten europäischen Märkte, inzwischen seien dort mehr als drei von vier neuen Fahrzeugen „elektrisch“. Das gilt nur, wenn man auch Hybride ohne Stecker mitzählt (eigene Einordnung).

Neuzulassungen sind außerdem nicht der Bestand. Auf deutschen Straßen fuhren am 1. Juli 2026 rund 2,37 Millionen reine E-Autos; die Zahlen dazu stehen in „Elektroautos in Deutschland 2026: Bestand nach Bundesland, Marke und Ladepunkt“. Und ein großer Teil der neuen Autos geht an gewerbliche Halter. Wie viele E-Autos privat zugelassen wurden, steht in „E-Auto-Neuzulassungen September 2026: 88.599 Elektroautos, Anteil 34,5 Prozent“.

Quellen: [1], [2], [3], [4]

Warum jetzt? Was PwC nennt und was offen bleibt

PwC nennt hohe Kraftstoffkosten, ein größeres Modellangebot und Förderung in ausgewählten Märkten. Belegen lässt sich der Zusammenhang aus den Zulassungszahlen allein nicht; das KBA nennt keine Ursachen. Zeitlich passt es: Die Bundesförderung gilt für seit Januar 2026 zugelassene Autos, und Super E5 kostete laut EU-Kommission am 26. Oktober im Schnitt 2,167 € je Liter. Die Bedingungen der Förderung stehen in „E-Auto-Förderung 2026: Wer bekommt wie viel und wie beantragst du sie richtig?“.

Zwei Aussagen der Mitteilung solltest du einordnen. PwC nennt „sinkende Strompreise“ als zusätzlichen Anreiz, der BDEW sieht dagegen bei Neukundentarifen am 1. Oktober einen Anstieg: 38,9 Cent gegenüber 37,3 Cent im Jahresschnitt, ausgelöst durch höhere Großhandelspreise. Ein Widerspruch muss das nicht sein, weil beide andere Zeiträume betrachten können; welchen PwC meint, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Dass laut PwC mit 100 € Energiebudget mehr als doppelt so viele Kilometer drin sind wie mit einem vergleichbaren Benziner, gilt nur bei hohem Heimladeanteil. Ohne eigene Wallbox kann die Rechnung kippen; das zeigt „E-Auto ohne Wallbox 2026: Wie es im Alltag klappt und was es wirklich kostet“. Die Aussage von PwC-Partner Harald Wimmer, in rund zwei Jahren könnte jeder zweite Neuwagen in Europa einen E-Antrieb haben, ist eine Prognose.

Quellen: [1], [5], [6]

Europa, China, USA: Der Trend ist nicht überall gleich

Weltweit wurden laut PwC im dritten Quartal 4,3 Millionen E-Autos zugelassen, so viele wie nie. In den fünf größten europäischen Märkten stieg die Zahl um 66 Prozent auf erstmals mehr als 600.000, der Anteil lag bei 27 Prozent. Unter diesen Märkten führte laut auto motor und sport Frankreich mit 39 Prozent vor Deutschland mit 32 Prozent. In China erreichte der E-Auto-Anteil 49 Prozent. Die USA laufen dem entgegen: Nach dem Ende der staatlichen Förderung fiel der Anteil dort von 10 auf 6 Prozent.

Quellen: [1], [7]

Was das für dich heißt

Eine Marktanteilsmeldung ist kein Kaufargument. Für deine Entscheidung zählen Preis, Ladezugang und Fahrprofil; rechne das mit „E-Auto oder Verbrenner 2026: Was kostet mehr? Energie, Steuer, Wartung im Vergleich“ durch. Eine Folge ist aber absehbar (eigene Einordnung): Mehr neue E-Autos heute bedeuten in einigen Jahren mehr gebrauchte Angebote. Die Oktober-Zahlen veröffentlicht das KBA in den nächsten Tagen; wir tragen sie dann nach.

Quellen: [2]

Quellen & weiterführende Informationen

  1. PwC Deutschland: E-Auto-Absätze erreichen weltweit neue Rekorde, Deutschland erlebt historischen Wendepunkt, Pressemitteilung (29.10.2026) ↗
  2. KBA: Fahrzeugzulassungen im Juli 2026, Pressemitteilung Nr. 32/2026 (06.08.2026) ↗
  3. KBA: Fahrzeugzulassungen im August 2026, Pressemitteilung Nr. 35/2026 (03.09.2026) ↗
  4. KBA: Fahrzeugzulassungen im September 2026, Pressemitteilung Nr. 41/2026 (05.10.2026) ↗
  5. BDEW-Strompreisanalyse Oktober 2026, Datenstand 10/2026 (PDF) ↗
  6. EU-Kommission: Weekly Oil Bulletin, Preisstand 26. Oktober 2026 ↗
  7. auto motor und sport über WEB.DE: Studie zum Elektroauto-Verkauf, Europa explodiert, USA verliert (30.10.2026) ↗

Dieser Bericht bildet die genannten Veröffentlichungen zum Publikationszeitpunkt ab; spätere Entwicklungen können den Stand verändern.

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