Die Nachricht: Mehr als jeder dritte Neuwagen fährt rein elektrisch

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat am 5. Oktober 2026 die Neuzulassungen für September veröffentlicht: 88.599 reine Elektroautos (BEV) kamen neu auf die Straße. Das sind laut KBA 34,5 Prozent aller 256.774 neuen Pkw und 94,7 Prozent mehr als im September 2025, als es 45.495 waren. Der Pkw-Markt insgesamt wuchs um 9,0 Prozent.

Plug-in-Hybride blieben mit 27.681 Neuzulassungen und 10,8 Prozent Anteil auf Vorjahresniveau; laut KBA-Tabelle waren es vier Fahrzeuge weniger als im September 2025. Benziner gingen laut KBA um 29,2 Prozent auf 44.632 zurück, Diesel um 20,1 Prozent auf 23.058. Der durchschnittliche CO2-Ausstoß neuer Pkw sank auf 82,7 g/km.

Alle Werte stammen aus Pressemitteilungen und Statistiktabellen des KBA. Anteile und Veränderungen, die das KBA nicht selbst nennt, kennzeichnen wir als eigene Berechnung. Stand der Recherche: geprüft am 30. Oktober 2026; Zahlen für Oktober lagen da noch nicht vor.

Pkw-Neuzulassungen in Deutschland laut KBA, September 2026 gegenüber September 2025; Prozentpunkte und PHEV-Differenz in Stück: eigene Berechnung aus KBA-Werten
KennzahlSeptember 2026September 2025Veränderung
Pkw insgesamt256.774235.528+9,0 %
Elektro (BEV)88.59945.495+94,7 %
BEV-Anteil an allen Pkw34,5 %19,3 %+15,2 Prozentpunkte
Plug-in-Hybride (PHEV)27.68127.685−4 Fahrzeuge (±0,0 %)
PHEV-Anteil an allen Pkw10,8 %11,8 %−1,0 Prozentpunkte
Benzin44.63263.047−29,2 %
Diesel23.05828.871−20,1 %

Quellen: [1], [2], [4], [5]

Januar bis September: 604.144 E-Autos, Anteil 27,2 Prozent

Seit Jahresbeginn hat das KBA 604.144 neue Elektroautos gezählt. Das sind laut Pressemitteilung vom 15. Oktober 27,2 Prozent aller 2.221.798 Pkw-Neuzulassungen und 58,1 Prozent mehr als in den ersten neun Monaten 2025 mit 382.202 BEV. Damals lag der Anteil bei 18,1 Prozent.

Plug-in-Hybride kamen von Januar bis September auf 247.489 Neuzulassungen. Nach eigener Berechnung sind das 11,1 Prozent aller neuen Pkw und 13,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum mit 217.760. Elektroautos, Plug-in-Hybride und elf Brennstoffzellenautos fasst das KBA als Elektro-Antriebe zusammen: 851.644 Fahrzeuge oder 38,3 Prozent.

Der September setzt eine Entwicklung fort, die sich durch das Jahr zieht: Der BEV-Anteil stieg nach unserer Berechnung aus den KBA-Monatswerten von 22,0 Prozent im Januar auf 34,5 Prozent im September. In der KBA-Monatsreihe, die bis Januar 2017 zurückreicht, ist das der höchste Monatsanteil. Mehr BEV in einem einzelnen Monat gab es dort nur im Dezember 2022 mit 104.325. Wie viele Elektroautos insgesamt zugelassen sind, nach Bundesland, Marke und Modell, steht in „Elektroautos in Deutschland 2026: Bestand nach Bundesland, Marke und Ladepunkt“. Aufs dritte Quartal gerechnet lagen E-Autos erstmals vor reinen Verbrennern, siehe „Erstmals mehr E-Autos als reine Verbrenner: Was hinter den Zahlen zum dritten Quartal steckt“.

Neuzulassungen reiner Elektroautos je Monat laut KBA-Tabelle FZ 28.2 (veröffentlicht 15. Oktober 2026); Anteil an allen Pkw-Neuzulassungen: eigene Berechnung
MonatBEV 2026BEV-Anteil 2026BEV im Vorjahresmonat
Januar42.69222,0 %34.498
Februar46.27521,9 %35.949
März70.66324,0 %42.521
April64.35025,8 %45.535
Mai59.96925,0 %43.060
Juni84.05728,4 %47.163
Juli78.60929,3 %48.614
August68.93032,4 %39.367
September88.59934,5 %45.495

Quellen: [3], [4], [6]

Private Halter legen am stärksten zu

Die KBA-Tabelle FZ 28 unterscheidet nach eingetragenem Halter. Im September 2026 wurden 50.418 Elektroautos auf Privatpersonen zugelassen, im September 2025 waren es 18.605. Nach eigener Berechnung ist das ein Plus von 171,0 Prozent; bei gewerblichen Haltern stieg die Zahl um 41,8 Prozent auf 38.099.

Damit war nach unserer Rechnung fast jeder zweite private Neuwagen ein reines E-Auto: 48,7 Prozent nach 23,1 Prozent ein Jahr zuvor. Bei gewerblichen Haltern war es knapp jeder vierte (24,9 Prozent). Insgesamt stiegen die privaten Neuzulassungen laut KBA um 28,5 Prozent, ihr Anteil am Gesamtmarkt lag bei 40,3 Prozent.

Nicht jede Zulassung landet sofort bei Endkunden: Auf Kfz-Handel und Kfz-Herstellung entfielen im September zusammen 11.971 BEV (eigene Addition). Was davon Vorführ- oder Lagerwagen sind, weist die Statistik nicht aus. Sie unterscheidet außerdem nach Halter, nicht nach Kauf oder Leasing.

Quellen: [1], [4], [6]

Marken und Modelle: Tesla vorn im September, Škoda Elroq im Jahr

Das meistzugelassene Elektroauto im September war laut KBA der Tesla Model Y mit 8.038 Neuzulassungen, 9,1 Prozent aller BEV; er führte zugleich das gesamte SUV-Segment an. Dahinter folgen nach unserer Sortierung der KBA-Top-10-Liste Tesla Model 3 (4.512) und Škoda Elroq (4.182). Nach Marken lag Tesla mit 12.552 BEV vor VW (9.440), Škoda (7.673), Mercedes (6.497) und Audi (5.265).

Über das ganze Jahr sieht die Reihenfolge anders aus. Bei den Modellen führt der Škoda Elroq mit 30.899 BEV-Neuzulassungen vor Tesla Model Y (29.464), VW ID.3 (24.352), Škoda Enyaq (24.344) und VW ID.7 (22.472). Bei den Marken liegt VW mit 76.024 BEV vorn, gefolgt von Škoda (55.996), BMW (49.083), Tesla (44.810) und Mercedes (44.081); VW bleibt damit laut KBA auf Vorjahresniveau, Tesla legt um 201,9 Prozent zu.

Das KBA zählt nach Modellreihen, nicht nach Verkaufsnamen: In der BEV-Liste stehen etwa „BMW X1“ oder „Mercedes CLA-Klasse“ nur mit ihren batterieelektrischen Fahrzeugen. Die Top-10-Modelle nennt das KBA alphabetisch, die Reihenfolge haben wir nach Stückzahlen sortiert. Eine hohe Zulassungszahl sagt nichts über Qualität, Preis oder Eignung für deinen Alltag.

Quellen: [2], [3], [4]

Förderung als Kontext: Was BAFA und Ministerium veröffentlichen

Seit 19. Mai 2026 können Privatpersonen die E-Auto-Förderung des Bundes beantragen, und zwar für Neufahrzeuge, die ab 1. Januar 2026 erstmals in Deutschland zugelassen wurden. Antragsberechtigt sind laut BAFA Privatpersonen mit Hauptwohnsitz in Deutschland und einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen bis 80.000 Euro; für bis zu zwei Kinder steigt die Grenze um je 5.000 Euro auf höchstens 90.000 Euro.

Der jüngste BAFA-Zwischenbericht mit Stand 1. Oktober 2026 nennt 97.790 Bewilligungen: 89.594 für reine Elektroautos und 8.196 für Plug-in-Hybride. Ausgezahlt waren 432 Millionen Euro. Das Bundesumweltministerium meldete am 5. Oktober, Anfang Oktober sei die Marke von 100.000 bewilligten Anträgen erreicht worden. Eine Zahl aller gestellten Anträge enthält der Bericht nicht.

Unsere Einordnung: Der starke Zuwachs privater E-Auto-Zulassungen fällt zeitlich in die Förderphase. Ob und wie stark die Förderung ihn verursacht hat, belegen die Daten nicht; das KBA nennt in seinen Mitteilungen keine Ursachen. Bewilligungen und Zulassungen lassen sich auch nicht direkt verrechnen, weil Zulassung, Antrag und Bewilligung zeitlich auseinanderliegen. Eine „Förderquote“ rechnen wir deshalb nicht aus.

Quellen: [8], [9], [10], [11]

Was das für Käufer bedeutet

Zulassungszahlen zeigen, was zugelassen wird, nicht was ein Auto dich kostet oder wann es geliefert wird. Rabatte, Lieferzeiten und Restwerte lassen sich aus der KBA-Statistik nicht ablesen. Für deine Entscheidung zählen Endpreis, Ladekosten, Garantie und eine mögliche Förderung.

Wenn du privat ein neues E-Auto anschaffen willst, prüfe zuerst die Förderung: Unser Ratgeber „E-Auto-Förderung 2026: Wer bekommt wie viel und wie beantragst du sie richtig?“ erklärt Höhe, Einkommensgrenzen und Antrag. Zur Akku-Zusage hilft „Akku-Garantie beim E-Auto 2026: Was die Hersteller in Deutschland wirklich zusagen“, zum Laden zuhause „Wallbox-Förderung 2026: Was Bund, Länder und Stadtwerke zahlen und was stattdessen hilft“. Was Strom zuhause und unterwegs im Jahr kostet, rechnest du mit dem Ladekostenrechner aus.

Die Oktober-Zahlen veröffentlicht das KBA laut Veröffentlichungskalender ab 6. November 2026 mit Marken und Modellreihen, die Auswertung nach alternativen Antrieben folgt am 16. November. Für September erschien die Pressemitteilung zwei Tage vor den Tabellen nach Marken und Modellreihen. Ob sich der Anstieg fortsetzt, zeigen erst diese Daten.

  1. Antragsberechtigung prüfen: Privatperson, Hauptwohnsitz in Deutschland, Einkommensgrenze laut BAFA.
  2. Vor dem Kaufvertrag klären, dass das Auto als Neufahrzeug in Deutschland erstmals zugelassen wird.
  3. Endpreis der eigenen Konfiguration vergleichen, nicht Platzierungen in Zulassungslisten.
  4. Garantiebedingungen für den Akku schriftlich ansehen.
  5. Ladekosten mit dem Ladekostenrechner für das eigene Fahrprofil durchrechnen.

Quellen: [7], [8], [9]

Quellen & weiterführende Informationen

  1. KBA: Fahrzeugzulassungen im September 2026, Pressemitteilung Nr. 41/2026 (5. Oktober 2026) ↗
  2. KBA: Die Nummer 1 der Segmente und der alternativen Antriebsarten im September 2026, Pressemitteilung Nr. 42/2026 (7. Oktober 2026) ↗
  3. KBA: Neuzulassungen von Pkw im Jahresverlauf 2026 nach Marken und alternativen Antrieben, Pressemitteilung Nr. 43/2026 (15. Oktober 2026) ↗
  4. KBA: FZ 28 – Neuzulassungen von Kraftfahrzeugen mit alternativem Antrieb, September 2026 (Excel, veröffentlicht 15. Oktober 2026) ↗
  5. KBA: Fahrzeugzulassungen im September 2025, Pressemitteilung Nr. 39/2025 (6. Oktober 2025) ↗
  6. KBA: FZ 28 – Neuzulassungen von Kraftfahrzeugen mit alternativem Antrieb, September 2025 (Excel, veröffentlicht 16. Oktober 2025) ↗
  7. KBA: Veröffentlichungskalender Statistik (Oktober und November 2026) ↗
  8. BAFA: E-Auto-Förderung 2026 im Überblick ↗
  9. BAFA: E-Auto-Förderung 2026 – Fördervoraussetzungen ↗
  10. BAFA: Zwischenbericht zur E-Auto-Förderung, Stand 1. Oktober 2026 (PDF) ↗
  11. BMUKN: E-Auto-Förderung erreicht Marke von 100.000 Bewilligungen, Pressemitteilung Nr. 124/26 (5. Oktober 2026) ↗

Dieser Bericht bildet die genannten Veröffentlichungen zum Publikationszeitpunkt ab; spätere Entwicklungen können den Stand verändern.

Rechne mit deinen eigenen Werten.

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