Kurz beantwortet: Verlieren E-Autos mehr an Wert?

Bisher ja, inzwischen deutlich weniger. Laut DAT-Barometer vom September 2026 erzielen dreijährige Verbrenner derzeit um die 58 Prozent ihres früheren Listenpreises, dreijährige E-Autos liegen in etwa bei 52 Prozent. Der Abstand lag im Schnitt bei zehn Prozentpunkten und ist auf gut sechs geschrumpft, weil die E-Auto-Werte vier Monate in Folge leicht gestiegen sind.

Für ein einzelnes Auto ist das nur ein Durchschnitt. Wie viel dein Auto nach drei Jahren bringt, hängt von Modell, Preisklasse, Akkuzustand und Nachfrage ab. Im ADAC-Kostenvergleich ist der Wertverlust bei E-Autos und Verbrennern der größte Posten der Gesamtkosten.

Wir haben keine eigenen Bewertungen gemacht. Die Marktzahlen stammen von der Deutschen Automobil Treuhand (DAT), gelesen am 5. November 2026; Rechenbeispiele sind unsere eigene Einordnung.

Dreijährige Verbrenner
um die 58 % des früheren Listenpreises (DAT, September 2026)
Dreijährige E-Autos
in etwa 52 %, vierter Anstieg in Folge (DAT, September 2026)
Abstand
von rund 10 auf gut 6 Prozentpunkte geschrumpft
Gebrauchte E-Autos im Handel
Januar bis Juli 2026 über 200.000 Besitzumschreibungen, knapp 64 % mehr als im Vorjahreszeitraum
Anteil am Gebrauchtmarkt
5 % aller Besitzumschreibungen seit Jahresbeginn (Stand DAT September)

Quellen: [1], [2], [7]

Was die DAT-Zahlen 2026 zeigen

Der Grund für den Anstieg ist laut DAT einfach: Angebot und Nachfrage. Die hohen Kraftstoffpreise seit dem Frühjahr haben viele Käufer zu gebrauchten E-Autos geführt; sie waren sofort verfügbar und gerade die kleinen Modelle preislich attraktiv. Das Angebot wurde knapp, und die Werte zogen an. Bei Verbrennern sieht die DAT dagegen eine leichte Abwärtstendenz, bei Diesel stärker als bei Benzinern.

Auch beim Händler zeigt sich das. In der DAT-Umfrage vom Mai 2026 standen gebrauchte E-Autos im Schnitt noch 93 Tage, Plug-in-Hybride 97 und Verbrenner 81. Im September schreibt die DAT, dass gebrauchte E-Autos in den zwei Monaten davor im Schnitt schneller verkauft wurden als Verbrenner. Kleine E-Autos zwischen 20.000 und 25.000 Euro gingen deutlich schneller weg als teure große Modelle.

Über 70 Prozent der befragten Händler nannten gebrauchte E-Autos unter 20.000 Euro ein knappes Gut. 61 Prozent sahen mehr Nachfrage nach gebrauchten E-Autos mit Batteriezertifikat.

Marktzahlen der DAT 2026; Restwerte in Prozent des früheren Listenneupreises, Durchschnittswerte, keine Modellbewertung
KennzahlWertQuelle
Restwert dreijähriger Verbrennerum die 58 %, vor Corona um die 52 %DAT-Barometer September 2026
Restwert dreijähriger E-Autosin etwa 52 %, leicht steigendDAT-Barometer September 2026
Abstand Verbrenner zu E-AutoJuli: fast 10 Punkte; September: gut 6 PunkteDAT-Barometer Juli und September 2026
Standtage beim HändlerE-Auto 93, Plug-in-Hybrid 97, Verbrenner 81 (Befragung Mai)DAT-Barometer Juni 2026
Gebrauchte E-Autos verkauftüber 200.000 von Januar bis Juli, Vorjahr 124.000DAT, Gebrauchtwagenmarkt August 2026

Quellen: [1], [2], [3], [4], [5]

Ein Rechenbeispiel: Was die Förderung am Wertverlust ändert

Eigene Rechnung mit den DAT-Durchschnitten und einem angenommenen Listenpreis von 40.000 Euro für beide Antriebe. Nach drei Jahren wäre der Verbrenner mit 58 Prozent noch 23.200 Euro wert, das E-Auto mit 52 Prozent 20.800 Euro. Gemessen am Listenpreis verliert das E-Auto 2.400 Euro mehr.

Bekommst du aber zum Beispiel 3.000 Euro Förderung, zahlst du für das E-Auto nur 37.000 Euro. Dein eigener Verlust liegt dann bei 16.200 Euro, beim Verbrenner bei 16.800 Euro. Wie hoch die Förderung bei dir ist, hängt vom Einkommen ab; das geförderte Auto muss mindestens 36 Monate auf dich zugelassen bleiben, siehe „E-Auto-Förderung 2026: Wer bekommt wie viel und wie beantragst du sie richtig?“.

Die Rechnung ist bewusst einfach. Rabatte beim Kauf fehlen, die Restwerte sind Durchschnitte über alle Modelle, und dass der Marktwert sich nach dem Listenpreis und nicht nach deinem Kaufpreis richtet, ist unsere Annahme. Für konkrete Modelle rechnet der ADAC den Wertverlust aus DAT-Notierungen: Beim VW ID.3 Neo setzt er 459 Euro im Monat an, beim Golf 1.5 TSI 349 Euro, jeweils fünf Jahre und Listenpreis ohne Förderung. Den ganzen Vergleich findest du in „E-Auto oder Verbrenner 2026: Was kostet mehr? Energie, Steuer, Wartung im Vergleich“.

Eigene Beispielrechnung: Listenpreis je 40.000 €, Restwerte nach DAT-Durchschnitt, angenommene Förderung 3.000 €, ohne Rabatte
PostenVerbrennerE-Auto
Restwert nach 3 Jahren23.200 € (58 %)20.800 € (52 %)
Verlust gegenüber Listenpreis16.800 €19.200 €
Verlust mit 3.000 € Förderung16.800 €16.200 €

Quellen: [1], [8]

Was den Restwert deines E-Autos bestimmt

Der wichtigste Einzelfaktor ist der Akku. Die DAT bewertet E-Autos für Händler, Gutachter und Versicherungen inzwischen abhängig vom gemessenen Akkuzustand (State of Health), und sie berücksichtigt dabei die Garantiebedingungen; viele Hersteller sichern nach acht Jahren oder 160.000 Kilometern mindestens 70 Prozent zu. Ein Zertifikat beim Verkauf hilft also doppelt: Es beantwortet die häufigste Frage der Käufer und fließt in die Bewertung ein.

Danach zählen Preisklasse und Größe. Laut DAT verkaufen sich kleine, günstige E-Autos derzeit schnell, große und teure stehen länger. Und wie bei jedem Auto zählen Laufleistung, Zustand, Ausstattung und Unterlagen. Wie du den Akku prüfst und was ein Tausch kostet, steht in „Gebrauchtes E-Auto kaufen: Akku, Laden und Unterlagen systematisch prüfen“ und „E-Auto-Akku tauschen: Was ein neuer Akku kostet und wann es wirklich nötig wird“.

Quellen: [6], [1], [3]

Kaufen, leasen oder gebraucht: wer das Risiko trägt

Beim Kilometerleasing trägt in der Regel der Leasinggeber das Restwertrisiko, beim Restwertleasing du. Wer Sorge vor einem schnellen Wertverfall hat, kann das Risiko so abgeben; dafür zahlst du über die Rate. Wie du Angebote vergleichst, steht in „E-Auto leasen 2026: Worauf du bei Rate, Förderung und Rückgabe achten musst“.

Wer gebraucht kauft, lässt den größten Teil des Wertverlusts beim Vorbesitzer. Allerdings sind gebrauchte E-Autos laut DAT gerade gefragt und günstige Modelle knapp, die Preise also eher fest als im Fallen. Die Förderung gibt es nur für Neuwagen (eigene Einordnung aus Förderrichtlinie und DAT-Angaben).

Quellen: [1], [5]

Checkliste: So verlierst du weniger

Die Reihenfolge ist unsere Empfehlung.

  1. Beim Neukauf den Preis nach Rabatt und Förderung rechnen, nicht den Listenpreis.
  2. Ein Modell wählen, das gebraucht gefragt ist; laut DAT laufen derzeit kleine, günstige E-Autos am besten.
  3. Wartungsnachweise, Software-Updates und Garantieunterlagen aufbewahren.
  4. Vor dem Verkauf ein Batteriezertifikat erstellen lassen.
  5. Beim Leasing überlegen, ob du das Restwertrisiko tragen willst.
  6. Die geförderte Haltedauer von 36 Monaten nicht unterschreiten.

Quellen: [6], [3]

Quellen & weiterführende Informationen

  1. DAT-Barometer September 2026: Schwerpunkt KBA, Restwerte und Standzeiten (gelesen 05.11.2026) ↗
  2. DAT-Barometer Juli 2026: Wertentwicklung dreijähriger Pkw (gelesen 05.11.2026) ↗
  3. DAT-Barometer Juni 2026: Schwerpunkt Handel und BEV, Händlerbefragung Mai 2026 ↗
  4. DAT: Gebrauchtwagenmarkt im August 2026 (03.09.2026) ↗
  5. DAT: Der Gebrauchtwagenmarkt im September 2026 (07.10.2026) ↗
  6. DAT: E-Autos, das sind sie (noch) wert, Bewertung nach Akkuzustand (gelesen 05.11.2026) ↗
  7. ADAC: Kostenvergleich Elektroauto, Plug-in-Hybrid, Benziner oder Diesel (30. April 2026) ↗
  8. ADAC-Autokatalog: VW ID.3 Neo (50 kWh) Trend (ab 07/26), Daten und laufende Kosten ↗

Prüfe aktuelle Bedingungen und Details vor deiner Entscheidung bei den verlinkten Quellen.

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