Tankrabatt: Ende am 31. Dezember
Der Bundestag hat am 25. September 2026 eine erneute, befristete Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel beschlossen, gültig vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2026. Laut Wissenschaftlichem Dienst des Bundestags sinken die Steuersätze um je 14,04 Cent pro Liter, auf 514,10 Euro je 1.000 Liter Benzin und 330,00 Euro je 1.000 Liter Diesel. Mit der Umsatzsteuer ergibt das rechnerisch eine Entlastung von rund 17 Cent pro Liter. Ein erster Tankrabatt galt vom 1. Mai bis 30. Juni 2026.
Eine Pflicht, die Senkung an der Zapfsäule weiterzugeben, gibt es nicht. Beim ersten Tankrabatt kamen laut Wissenschaftlichem Dienst durchschnittlich etwa 78 bis 83 Prozent an, die Lücke lag bei 3 bis 4 Cent je Liter; DIW und ifo sehen je nach Zeitraum nur rund zwei Drittel. Läuft der Rabatt aus, kann der Preis entsprechend steigen. Wie stark, hängt aber auch vom Ölpreis ab.
- Tankrabatt
- Energiesteuer −14,04 ct/l auf Benzin und Diesel, rund 17 ct/l brutto; 01.10. bis 31.12.2026
- CO2-Preis 2027
- Korridor 55 bis 65 € je Tonne, wie 2026 (Bundestagsbeschluss vom 15.10.2026)
- CO2-Anteil laut ADAC
- Benzin 15,7 bis 18,6 ct/l, Diesel 17,3 bis 20,5 ct/l brutto
- EU-Emissionshandel für Kraftstoffe
- ab 2028
- Spritpreisdeckel
- geplant ab 01.01.2027, Formel und Start offen
Quellen: [1]
CO2-Preis: 2027 kein Sprung
Am 15. Oktober 2026 hat der Bundestag das Dritte Gesetz zur Änderung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes beschlossen. Danach gilt für 2026 und 2027 ein Preiskorridor mit einem Mindestpreis von 55 und einem Höchstpreis von 65 Euro je Emissionszertifikat, also je Tonne CO2. Für Brennstoffe, die ab 2028 in Verkehr kommen, greift der europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr. Der Bundesrat berät das Gesetz am 20. November; es ist ein Einspruchsgesetz, und Umwelt- und Wirtschaftsausschuss empfehlen, den Vermittlungsausschuss nicht anzurufen.
Für Autofahrer heißt das: Der CO2-Anteil am Spritpreis bleibt 2027 auf dem Niveau von 2026. Der ADAC beziffert ihn bei 55 bis 65 Euro je Tonne auf 15,7 bis 18,6 Cent je Liter Benzin und 17,3 bis 20,5 Cent je Liter Diesel, jeweils brutto. Wie es ab 2028 weitergeht, ist laut ADAC noch nicht kalkulierbar, weil sich der Preis dann am Markt bildet.
Spritpreisdeckel: geplant, aber offen
Die Bundesregierung hat angekündigt, spätestens zum 1. Januar 2027 einen Spritpreisdeckel nach dem Vorbild Luxemburgs oder Belgiens einführen zu wollen. Laut ADAC hat Wirtschaftsministerin Katherina Reiche Anfang November einen ersten Gesetzentwurf vorgelegt, der in der Regierung noch nicht abgestimmt ist. Danach soll der Deckel erst greifen, wenn die Preise drei Wochen in Folge um mehr als fünf Prozentpunkte stärker steigen als im EU-Schnitt, und höchstens drei Monate gelten; die Formel für den Höchstpreis soll eine spätere Verordnung festlegen. Der Start am 1. Januar ist deshalb laut ADAC unsicher.
Unsere Einordnung: Ein Deckel nach diesem Entwurf würde vor allem Ausreißer nach oben begrenzen, aber den Wegfall des Tankrabatts nicht ausgleichen. Rechne für 2027 deshalb ohne ihn.
Was das gegenüber dem E-Auto ausmacht
Eigene Rechnung mit den Werten aus „E-Auto oder Verbrenner 2026: Was kostet mehr? Energie, Steuer, Wartung im Vergleich“: Der Golf 1.5 TSI braucht im ADAC-Ecotest 5,6 Liter Super, bei 2,167 Euro je Liter vom 26. Oktober sind das 12,14 Euro pro 100 Kilometer. Steigt der Literpreis nach dem Rabatt-Ende um die vollen 16,7 Cent, sind es 13,07 Euro, bei 15.000 Kilometern im Jahr rund 140 Euro mehr. Wurden nur 78 bis 83 Prozent weitergegeben, fällt der Anstieg mit 13 bis 14 Cent je Liter entsprechend kleiner aus. Alle anderen Einflüsse wie den Ölpreis lassen wir dabei gleich.
Auch Strom wird 2027 etwas teurer: Die Umlagen steigen brutto um rund 0,8 Cent je Kilowattstunde, wie „Stromumlagen 2027 steigen um 23 Prozent: Was das fürs Laden zuhause kostet“ zeigt. Für den ID.3 Neo mit 17,3 kWh je 100 Kilometer sind das 14 Cent mehr pro 100 Kilometer oder rund 21 Euro im Jahr. Der Abstand zugunsten des E-Autos beim Laden zuhause wächst damit leicht; die Gleichstand-Schwelle steigt in diesem Beispiel von 70 auf rund 76 Cent je Kilowattstunde.
| Fall | Pro 100 km | Im Jahr | Änderung im Jahr |
|---|---|---|---|
| Golf, Super mit Tankrabatt (2,167 €/l) | 12,14 € | 1.820 € | – |
| Golf, Rabatt-Ende voll im Preis (2,334 €/l) | 13,07 € | 1.961 € | +140 € |
| ID.3 Neo, Haushaltsstrom 38,9 ct/kWh | 6,73 € | 1.009 € | – |
| ID.3 Neo, Umlagen 2027 (+0,8 ct/kWh) | 6,87 € | 1.030 € | +21 € |
Quellen: [1]
Quellen & weiterführende Informationen
- Deutscher Bundestag, Wissenschaftliche Dienste: Aktueller Begriff Nr. 14/26 „Tankrabatt“ (19. Oktober 2026, PDF) ↗
- Bundesrat: Drucksache 624/26, Gesetzesbeschluss des Bundestags, Drittes Gesetz zur Änderung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes (30. Oktober 2026, PDF) ↗
- Bundesrat: Drucksache 624/1/26, Empfehlungen der Ausschüsse (6. November 2026, PDF) ↗
- Bundesrat: Tagesordnung der 1070. Sitzung am 20. November 2026, TOP 9 (Stand 03.11.2026) ↗
- ADAC: Höhere CO2-Steuer, was der Anstieg für Autofahrer bedeutet (26.08.2026, mit Tabelle 2021 bis 2027) ↗
- ADAC: Spritpreisdeckel ab 2027, das müssen Autofahrende jetzt wissen (02.11.2026) ↗
Dieser Bericht bildet die genannten Veröffentlichungen zum Publikationszeitpunkt ab; spätere Entwicklungen können den Stand verändern.



