Kurz beantwortet: Welche Winterreifen dein E-Auto braucht

Ein Elektroauto braucht im Winter keine besonderen „E-Auto-Reifen“. Nach Einschätzung des ADAC reichen Reifen, die die Vorgaben des Autoherstellers erfüllen; entscheidend ist vor allem die Tragfähigkeit, weil E-Autos meist schwerer sind. Rechtlich gilt dasselbe wie für Verbrenner: Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte darfst du nur mit Reifen fahren, die das Alpine-Symbol tragen, das Bergpiktogramm mit Schneeflocke (§ 2 Abs. 3a StVO, § 36 Abs. 4 StVZO). Reifen nur mit „M+S“ gelten laut ADAC seit dem 1. Oktober 2024 nicht mehr als Winterreifen.

Im ADAC-Winterreifentest vom 22. September 2026 lagen der Pirelli Cinturato Winter 3 in 225/50 R17 und der Continental WinterContact TS 870 in 185/65 R15 mit der Note 2,2 vorn. Der Continental und der Michelin Alpin 7 schnitten in beiden Größen „gut“ ab. Von 32 Reifen waren nur sechs „gut“, neun „mangelhaft“. Ein E-Auto-Test ist das nicht: Gefahren wurde mit Škoda Fabia und Audi A4, die Effizienz wurde als Kraftstoffverbrauch gemessen. Und die Größen passen nur zu wenigen E-Autos, etwa laut ADAC zum Fiat 500e (185/65 R15) und laut ADAC-Autokatalog zur Hinterachse des Mercedes CLA 200 elektrisch (225/50 R17).

Dieser Ratgeber gilt für Deutschland. Gelesen haben wir am 31. Oktober 2026 die Gesetzestexte, den Bußgeldkatalog, die Testseiten von ADAC, ÖAMTC, TCS und Stiftung Warentest, die EU-Verordnung zum Reifenlabel und Herstellerseiten. Wir trennen Rechtslage, unabhängigen Test, Herstellerangabe und eigene Einordnung. Selbst getestet haben wir keine Reifen, und dieser Ratgeber enthält keine Kauf- oder Affiliate-Links.

Pflicht
situativ bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte (§ 2 Abs. 3a StVO)
Kennzeichnung
Alpine-Symbol nach UNECE-Regelung Nr. 117 (§ 36 Abs. 4 StVZO); nur „M+S“ reicht seit 1.10.2024 nicht mehr (ADAC)
Bußgeld als Fahrer
60 €, mit Behinderung 80 €, jeweils 1 Punkt (BKatV Nr. 5a und 5a.1, FeV Anlage 13)
Profiltiefe
gesetzlich mindestens 1,6 mm (§ 36 Abs. 3 StVZO); ADAC empfiehlt Tausch unter 4 mm
ADAC-Test 2026, 225/50 R17
„gut“: Pirelli Cinturato Winter 3 (2,2), Continental WinterContact TS 870 (2,3), Goodyear UltraGrip Performance 3 (2,4), Michelin Alpin 7 (2,5)
ADAC-Test 2026, 185/65 R15
„gut“: Continental WinterContact TS 870 (2,2), Michelin Alpin 7 (2,5)
Worauf es beim E-Auto ankommt
Lastindex laut Zulassungsbescheinigung oder CoC nie unterschreiten, HL-Reifen durch HL ersetzen, Reifendruck nach Herstellertabelle

Quellen: [1], [2], [3], [6], [8], [9], [10], [11], [27], [28], [30], [34]

Was das Gesetz verlangt: Alpine-Symbol, Bußgeld und Profiltiefe

Eine allgemeine Winterreifenpflicht gibt es in Deutschland nicht, darauf weist der ADAC Mittelrhein hin. § 2 Abs. 3a StVO knüpft an den Straßenzustand an: Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eisglätte oder Reifglätte müssen alle Räder Reifen tragen, die § 36 Abs. 4 StVZO erfüllen. Gemeint sind Reifen, deren Profil, Mischung oder Bauart vor allem die Eigenschaften auf Schnee verbessern und die mit dem Alpine-Symbol nach UNECE-Regelung Nr. 117 gekennzeichnet sind. Laut Bundesverkehrsministerium legt das Symbol verbindliche Mindestanforderungen für schneebedeckte Straßen fest.

Das alte „M+S“ allein reicht nicht mehr. Laut ADAC ist das Alpine-Symbol Pflicht für alle Winterreifen, die seit dem 1. Januar 2018 hergestellt werden; ein Reifen nur mit „M+S“ gilt seit dem 1. Oktober 2024 nicht mehr als Winterreifen. Das betrifft laut ADAC jede Antriebsart, also E-Autos genauso wie Verbrenner. Ganzjahresreifen dürfen laut ADAC im Winter nur mit Alpine-Symbol gefahren werden.

Die Bußgelder stehen in der Bußgeldkatalog-Verordnung. Wer bei Glätte ohne passende Reifen fährt, zahlt nach Nr. 5a 60 Euro, mit Behinderung anderer nach Nr. 5a.1 80 Euro. Der Halter, der die Fahrt anordnet oder zulässt, zahlt nach Nr. 213a 75 Euro. Für alle drei Fälle gibt es laut Anlage 13 der Fahrerlaubnis-Verordnung einen Punkt. Kommt eine Gefährdung oder Sachbeschädigung hinzu, erhöhen sich Regelsätze über 55 Euro nach Tabelle 4 des Anhangs (§ 3 Abs. 3 BKatV); die Tabelle führt für 60 Euro 75 beziehungsweise 90 Euro auf, für 80 Euro 100 beziehungsweise 120 Euro. Welcher Betrag im Einzelfall festgesetzt wird, entscheidet die Bußgeldbehörde.

Für das Profil gilt § 36 Abs. 3 StVZO: Das Hauptprofil muss am ganzen Umfang mindestens 1,6 mm tief sein. Ist es flacher, kostet das den Fahrer nach Nr. 212 60 Euro und den Halter nach Nr. 213 75 Euro, jeweils mit einem Punkt. Der ADAC empfiehlt, Winterreifen schon unter 4 mm zu ersetzen, weil ihre Leistung mit sinkender Profiltiefe nachlässt. Ist dein Winterreifen für eine niedrigere Geschwindigkeit zugelassen, als dein Auto fahren kann, erlaubt § 36 Abs. 5 StVZO das, wenn die zulässige Geschwindigkeit per Aufkleber oder Anzeige im Blickfeld steht und eingehalten wird.

Das ist eine Übersicht, keine Rechtsberatung. Verbindlich sind die verlinkten Normtexte. Im Ausland gelten eigene Regeln; prüfe sie vor einer Winterreise gesondert.

Quellen: [1], [2], [3], [4], [5], [6], [7], [8], [27], [40], [41]

ADAC-Winterreifentest 2026: was getestet wurde und was davon für E-Autos gilt

Der ADAC hat 2026 je 16 Winterreifen in zwei Größen geprüft: 185/65 R15 für Kleinwagen auf einem Škoda Fabia und 225/50 R17 für die Mittelklasse auf einem Audi A4 mit Frontantrieb. Laut TCS waren es die Ausführungen 185/65 R15 88 T/H und 225/50 R17 98 V. Schnee wurde in Finnland geprüft, Eis auf einer Eisbahn von Continental, Nässe auf einem Continental-Gelände, Trockenheit bei Bridgestone in Italien und in Penzing. Die Reifen kaufte der ADAC nach eigenen Angaben anonym im Handel. ÖAMTC und TCS veröffentlichen dieselbe Testreihe als Partnerorganisationen. Stiftung Warentest fasst die ADAC-Ergebnisse am 23. September 2026 zusammen; einen eigenen Winterreifentest 2026 haben wir auf test.de nicht gefunden.

Die Gesamtnote besteht zu 70 Prozent aus Fahrsicherheit (trocken 30, nass 40, winterlich 30 Prozent) und zu 30 Prozent aus der Umweltbilanz (Laufleistung 40, Abrieb 20, Effizienz 20, Geräusch 10, Nachhaltigkeit 10 Prozent). Eine schwache Einzelnote zieht das Gesamturteil herunter, ein Spezialist auf Schnee kann also nicht mit guten Schneewerten Schwächen bei Nässe ausgleichen. Die Laufleistung rechnet der ADAC aus rund 15.000 Kilometern Konvoifahrt bis zur Mindestprofiltiefe von 1,6 mm hoch. „Effizienz“ heißt hier Reifengewicht und Kraftstoffverbrauch bei konstant 100 km/h am Testwagen. Einen Stromverbrauch oder eine Reichweite hat der ADAC nicht gemessen.

Für E-Autos zählt deshalb, ob die getesteten Größen überhaupt passen. Der ADAC überträgt seine Ergebnisse auf andere Größen, wenn die Breite höchstens 10 mm und das Höhenverhältnis höchstens 5 Prozentpunkte abweicht und Felgendurchmesser sowie Bauart gleich sind. Ergebnisse ab Geschwindigkeitsindex V gelten nicht für Reifen mit niedrigerem Index, und Reifen ohne Zusatz, XL und HL sind nur bedingt vergleichbar. Laut ADAC-Autokatalog fährt der Mercedes CLA 200 elektrisch Progressive hinten 225/50 R17, vorne 205/55 R17. Nach unserer Anwendung der ADAC-Regel passt der Test damit zur Hinterachse, nicht aber zur Vorderachse (20 mm schmaler). Beim Kia EV3 Air mit 215/60 R17 liegt das Höhenverhältnis 10 Punkte höher, beim VW ID.3 Neo Trend mit 215/55 R18 ist die Felge größer; beide deckt der Test 2026 nach dieser Regel nicht ab (eigene Einordnung).

Ältere Tests helfen nur bedingt. 2025 prüfte der ADAC 225/40 R18 für Autos wie VW Golf und Audi A3, 2024 unter anderem 215/55 R17 für kompakte SUV; für diese Größe nennt der ADAC auch Hyundai Kona und Kia Niro. Ob das für die Elektro-Variante deines Modells gilt, sagt der ADAC nicht; maßgeblich sind deine Fahrzeugpapiere. Die Reifenmodelle ändern sich von Jahr zu Jahr, ältere Noten sind deshalb kein Ersatz für einen aktuellen Test.

Getestete Größen 2026
185/65 R15 88 T/H (Škoda Fabia) und 225/50 R17 98 V (Audi A4, Frontantrieb), je 16 Reifen
Gewichtung
Fahrsicherheit 70 %, Umweltbilanz 30 %
Effizienz im Test
Kraftstoffverbrauch bei 100 km/h am Verbrenner-Testwagen, kein Stromverbrauch
Übertragbarkeit laut ADAC
Breite ±10 mm, Höhenverhältnis ±5 Punkte, gleicher Felgendurchmesser und gleiche Bauart
Beispiele aus dem ADAC-Autokatalog (eigene Anwendung)
CLA 200 elektrisch: hinten 225/50 R17 abgedeckt, vorne 205/55 R17 nicht; Kia EV3 Air 215/60 R17 und VW ID.3 Neo Trend 215/55 R18 nicht

Quellen: [9], [10], [11], [25], [26], [34], [35], [36], [42], [43], [44]

Die Ergebnisse 2026: Sieger, Mittelfeld und Durchfaller

In 225/50 R17 bot der Pirelli Cinturato Winter 3 die beste Fahrsicherheit, auf nasser Fahrbahn bekam er die Teilnote 1,7. Knapp dahinter folgten Continental WinterContact TS 870, Goodyear UltraGrip Performance 3 mit der höchsten Laufleistung der guten Reifen (55.800 km) und Michelin Alpin 7, der auf winterlicher Fahrbahn 1,7 erreichte. Sechs Reifen fielen durch, darunter laut ADAC mit Falken Eurowinter HS02 Pro und Toyo Tires Observe EWS1 zwei bekannte Marken, beide schwach auf Schnee. Der Sunwide Snowide war auf Schnee der beste Reifen im Feld (1,3) und landete trotzdem bei 5,5: Aus 80 km/h brauchte er auf nassem Asphalt 46,3 Meter, Pirelli und Continental 34,7 Meter.

In 185/65 R15 sieht es schlechter aus. Nur zwei von 16 Reifen sind „gut“, neun empfiehlt der ADAC nicht. Die Tester hatten den Eindruck, dass kleinere Größen bei den Herstellern nicht die höchste Priorität haben; Bridgestone bietet hier etwa nicht seinen neuesten Winterreifen an. Im Schnitt kamen die Kleinwagenreifen auf rund 31.000 Kilometer, die Mittelklassereifen auf über 45.000. Der Bridgestone Blizzak LM 005 bremste auf Nässe am besten, war aber nach rund 22.400 Kilometern am Ende. Sunny, Atlas und Rockblade waren auf Nässe mangelhaft; wo der Bridgestone schon stand, hatten sie laut ADAC noch 38 bis 47 km/h drauf.

Unsere Einordnung für E-Autos: Schau zuerst auf die Fahrsicherheit, dann auf Laufleistung und Abrieb. Die Kilometerwerte hat der ADAC am Testwagen ermittelt; ein schwereres E-Auto wird die Reifen nach ADAC-Angaben eher stärker abnutzen, gemessen hat das aber niemand für diese Reifen. Nimm die Rangfolge deshalb als besseren Anhaltspunkt als die absolute Kilometerzahl. Die Preise sind ADAC-Angaben je Reifen zum Testzeitpunkt, keine aktuellen Angebote. Stiftung Warentest nennt in ihrer Zusammenfassung für 225/50 R17 einen „Blizzak 5“, beim ADAC heißt der Reifen Blizzak 6; wir folgen dem ADAC.

ADAC-Winterreifentest 2026 (22.09.2026), Auswahl; Noten 0,6 bis 5,5, je kleiner, desto besser. Laufleistung bis 1,6 mm am Testwagen prognostiziert, Abrieb in mg je km und Tonne Fahrzeuggewicht; EU-Label (Rollwiderstand/Nasshaftung/Geräusch) und Preis je Reifen laut ADAC zum Testzeitpunkt; Detailseiten gelesen am 31.10.2026
ReifenGrößeADAC-Urteil (Fahrsicherheit / Umwelt)Laufleistung / AbriebEU-Label; Preis
Pirelli Cinturato Winter 3225/50 R17 98 V2,2 (2,1 / 2,5), Testsieger43.100 km / 80C/A/B, 72 dB; 149 €
Continental WinterContact TS 870225/50 R17 98 V2,3 (2,2 / 2,5)43.200 km / 74C/B/B, 70 dB; 150 €
Goodyear UltraGrip Performance 3225/50 R17 98 V2,4 (2,6 / 2,0)55.800 km / 62C/C/B, 71 dB; 148 €
Michelin Alpin 7225/50 R17 98 V2,5 (2,6 / 2,3)46.800 km / 74C/B/B, 71 dB; 165 €
Dunlop Winter225/50 R17 98 V2,9 (3,4 / 1,8), beste Umweltbilanz59.300 km / 57C/C/B, 71 dB; 120 €
Sunwide Snowide225/50 R17 98 V5,5 (5,5 / 3,1), bester auf Schnee, mangelhaft auf Nässe41.700 km / 98D/C/A, 67 dB; 116 €
Continental WinterContact TS 870185/65 R15 88 T2,2 (2,0 / 2,8), Testsieger34.300 km / 82C/B/B, 70 dB; 80 €
Michelin Alpin 7185/65 R15 88 T2,5 (2,3 / 2,9)33.100 km / 79C/B/B, 69 dB; 80 €
Bridgestone Blizzak LM 005185/65 R15 88 T3,8 (3,2 / 3,8), bester auf Nässe22.400 km / 117C/A/B, 71 dB; 73 €
Rockblade Rock 868S185/65 R15 88 H5,5 (5,5 / 3,1), Nassbremsweg 51,4 m30.500 km / 72D/C/B, 69 dB; 66 €

Quellen: [9], [10], [11], [12], [13], [14], [15], [16], [17], [18], [19], [20], [21], [27], [44]

Was beim E-Auto anders ist: Gewicht, Lastindex, XL und HL

Weil Reifen das höhere Gewicht eines E-Autos tragen müssen, brauchen sie laut ADAC eine höhere Traglast; deshalb seien die Reifen vieler E-Autos etwas größer. Die Traglast steht als Lastindex auf der Flanke, etwa die 98 in „225/50 R17 98 V“. Laut ADAC trägt ein Reifen mit Index 88 höchstens 560 kg, mit 94 670 kg und mit 99 775 kg; 98 steht laut Continental für 750 kg. Die Testreifen 2026 hatten 88 (Kleinwagen) und 98 (Mittelklasse).

Welcher Index für dein Auto vorgeschrieben ist, steht laut ADAC in der Zulassungsbescheinigung Teil I: Reifengröße in den Feldern 15.1 und 15.2, zulässige Achslasten in 8.1 und 8.2. Alle freigegebenen Rad-Reifen-Kombinationen listet die CoC-Bescheinigung. Gerechnet wird je Achse: Zwei Reifen müssen mindestens die zulässige Achslast tragen. Im ADAC-Beispiel mit 1.240 kg Hinterachslast muss jeder Reifen 620 kg schaffen, Index 91 (615 kg) reicht dann nicht, 92 (630 kg) schon. Ein höherer Index ist laut ADAC in der Regel erlaubt, ein niedrigerer nicht; sonst kann die Betriebserlaubnis erlöschen.

XL steht für „Extra Load“, also verstärkte Reifen. Für besonders schwere Autos gibt es zusätzlich die Kennung HL vor der Größe; Continental fertigte nach eigenen Angaben im Januar 2021 die ersten Pkw-Reifen damit. Continental nennt für 245/40 R19 als Herstellerangabe 670 kg im Standard (Index 94), 750 kg als XL (98) und 825 kg als HL (101). Der US-Reifenverband USTMA beschreibt HL-Reifen als XL-Reifen mit höherer Tragfähigkeit beim selben Bezugsdruck von 290 kPa, die nicht nur für E-Autos gedacht sind. Er empfiehlt, einen HL-Reifen durch einen HL-Reifen gleicher Größe und Tragfähigkeit zu ersetzen; die zulässigen Felgenbreiten können abweichen. Ihre Normen verkauft die europäische Reifen- und Felgenorganisation ETRTO über einen Shop; gelesen haben wir sie nicht.

Die Tragfähigkeit hängt am Luftdruck. Laut ADAC erreicht ein Standardreifen mit Index 88 seine 560 kg erst bei 2,5 bar; mit weniger Druck sinkt die zulässige Last, der Reifen wird wärmer und kann Schaden nehmen. Halte deshalb die Werte aus der Reifendrucktabelle deines Autos ein, auch für die Winterräder.

Gewicht kostet außerdem Gummi. Laut ADAC steigt der Abrieb proportional zum Fahrzeuggewicht, und viel Drehmoment kann zu sportlicher Fahrweise verleiten. Im Test gibt der ADAC den Abrieb je Tonne Fahrzeuggewicht an. An einem E-Auto mit gut 2 Tonnen wie dem CLA 200 elektrisch (2.045 kg Leergewicht laut ADAC-Katalog) dürfte er nach der ADAC-Aussage zur Proportionalität höher ausfallen als an einem leichteren Testwagen (eigene Einordnung). Ob die 750 kg der Testreifen für die Hinterachse dieses Autos genügen, sagt dir nur die eingetragene Achslast.

Quellen: [10], [27], [28], [29], [30], [34]

Reichweite, Effizienz und Geräusch: was das EU-Reifenlabel sagt und was nicht

Seit dem 1. Mai 2021 regelt die EU-Verordnung 2020/740 das Reifenlabel. Es zeigt die Rollwiderstandsklasse von A bis E, die Nasshaftung von A bis E, das Außengeräusch in Dezibel samt Klasse A bis C und, wenn erfüllt, ein Schneeflocken-Piktogramm nach UNECE-Regelung Nr. 117 und ein Eis-Piktogramm. Für Pkw-Reifen bedeutet Klasse A einen Rollwiderstandsbeiwert von höchstens 6,5 N/kN, Klasse E von mindestens 10,6. Über den QR-Code auf dem Label kommst du zur EU-Produktdatenbank EPREL. Reifen mit Eis-Symbol sind laut ADAC für nordische Märkte gedacht und hierzulande wegen schwächerer Werte auf trockener und nasser Straße keine sinnvolle Alternative.

Für die Reichweite ist der Rollwiderstand die wichtigste Labelangabe. Laut EU-Kommission kann der Unterschied zwischen zwei Klassen bei einem E-Auto Dutzende Kilometer Reichweite je Ladung ausmachen (im Original „tens of kilometres“); Messbedingungen nennt die Kommission dafür nicht. Richtig befüllte Reifen können laut Kommission bis zu 10 Prozent Energie sparen. Das Label misst nur das Geräusch außen; das Hohlraumgeräusch im Reifen, das im Innenraum ankommt, bewertet es laut Kommission nicht. Gerade bei leisen E-Autos fällt das auf (eigene Einordnung).

Der ADAC rät, sich beim Kauf nicht auf das Label zu verlassen; seine Tests zeigten, dass es die Gesamtleistung auf Nässe nicht widerspiegeln muss. Im Test 2026 trugen die Reifen in 225/50 R17 meist Klasse C, einige D. Am Verbrenner-Testwagen lag der Verbrauch bei 100 km/h zwischen 5,2 und 5,8 Litern; das sind beim schlechtesten Wert 11,5 Prozent mehr als beim besten (eigene Rechnung). Übertragen lässt sich das nicht auf den Stromverbrauch eines E-Autos, weil der Anteil des Rollwiderstands am Gesamtverbrauch anders ist (eigene Einordnung).

Eine unabhängige Messung, die bei einem E-Auto nur die Reifen wechselt, Winter- gegen Sommerreifen, haben wir nicht gefunden. Wie viel Reichweite du im Winter verlierst, hängt vor allem an Kälte, Heizung und Tempo; Messwerte dazu stehen in „E-Auto im Winter: Wie viel Reichweite du verlierst und was wirklich hilft“. Herstellerangaben zu E-Auto-Reifen klingen oft größer, als ihre Fußnoten hergeben, wie die Tabelle zeigt.

Herstellerangaben, Behördenaussagen und Testmessungen im Vergleich; Seiten gelesen am 31.10.2026
AussageWer sagt dasEinordnung
Reichweite „um bis zu 10 %“ höherHerstellerangabe Pirelli zur Elect-Technik (Seite vom 18.10.2023)Interner Pirelli-Test: Scorpion Elect gegen Scorpion in 235/60 R18 an einem VW ID.4, konstant 50 km/h, rund 20 % weniger Rollwiderstand; kein Winterreifenvergleich genannt
Innengeräusch „um bis zu 20 %“ leiserHerstellerangabe PirelliInterne Messung an einem Audi e-tron in 255/50 R20: im Mittel etwa −0,6 dB, höchstens −0,8 dB
HL: „fast ein Viertel höhere Tragfähigkeit“Herstellerangabe Continental (21.01.2021)670 / 750 / 825 kg für 245/40 R19 decken sich mit dem Bulletin des Reifenverbands USTMA
Spezielle E-Auto-Reifen sind nicht nötigADAC (04.03.2025)Premiumhersteller deklarieren laut ADAC moderne Reifen als „EVR“ (Electric Vehicles Ready); wichtig ist die Traglast
Je Labelklasse „tens of kilometres“ ReichweiteEU-Kommission, Infoseite zum ReifenlabelKeine Messbedingungen genannt; die Klasse beruht auf einer Labormessung nach UNECE-Regelung Nr. 117
Effizienz im ADAC-TestADAC-Winterreifentest 2026Gemessen als Kraftstoffverbrauch am Verbrenner-Testwagen: 5,2 bis 5,8 l/100 km in 225/50 R17

Quellen: [10], [12], [25], [27], [29], [31], [32], [33]

Ganzjahresreifen fürs E-Auto: was der ADAC-Test 2026 zeigt

Ganzjahresreifen mit Alpine-Symbol erfüllen die situative Pflicht. Laut ADAC haben sie 2025 erstmals bei den Verkaufszahlen in Deutschland vorn gelegen, nach Zahlen des Bundesverbands Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk. Im ADAC-Ganzjahresreifentest vom 23. Juni 2026 in 185/65 R15, laut ADAC passend unter anderem für den Fiat 500e, war nur der Continental AllSeasonContact 2 „gut“ (2,3). Pirelli Cinturato All Season SF 3 und Michelin CrossClimate 2 folgten mit 2,6. Acht der 16 Reifen empfiehlt der ADAC nicht, fünf davon sind mangelhaft: Norauto 4 Seasons 2 (4,9), Bridgestone Weather Control A005-Evo und Mastersteel All Weather 2 (je 5,3), Roadhog RGAS02 (5,4) und Tomason Allseason (5,5).

Die winterliche Fahrbahn zählt bei Ganzjahresreifen nur 20 statt 30 Prozent der Fahrsicherheit. Der ADAC hält Ganzjahresreifen vor allem für Gelegenheitsfahrer geeignet; wer viel fährt oder oft extreme Hitze oder starken Winter erlebt, sei mit Sommer- und Winterreifen besser bedient. 2025 testete der ADAC Ganzjahresreifen in 225/45 R17; vorn lagen Goodyear Vector 4Seasons Gen-3 und Continental AllSeasonContact 2 mit je 2,3. Für diese Größe nennt der ADAC Kompaktmodelle wie Mercedes A-Klasse, Peugeot 308 und Seat Leon.

Unsere Einordnung: Für ein E-Auto, das vor allem in der Stadt und auf Landstraßen fährt, kann ein guter Ganzjahresreifen den zweiten Radsatz samt Reifendrucksensoren sparen, die laut ADAC 120 bis 300 Euro kosten. Pirelli bietet den Cinturato All Season SF 3 laut Reifenkatalog auch als Elect-Ausführung mit 3PMSF-Kennzeichnung an; ob der ADAC diese Variante getestet hat, geht aus der Testseite nicht hervor.

Quellen: [2], [22], [23], [24], [37], [45]

Wechseltermin, Felgen und Radwechsel beim E-Auto

Als Faustregel nennt der ADAC „von O bis O“, also von Oktober bis Ostern. Der ADAC Sachsen rät, in der zweiten Oktoberhälfte zu wechseln und die Winterräder bis mindestens Mitte April zu fahren; der ADAC Mittelrhein warnt, dass Werkstätten spätestens ab Ende Oktober stark ausgelastet sind. Rechtlich zählt der Straßenzustand, nicht das Datum.

Welche Felgen und Reifen zusammen erlaubt sind, steht in der CoC-Bescheinigung; in der Zulassungsbescheinigung ist laut ADAC oft nur eine Größe eingetragen. Ein Reifendruck-Kontrollsystem ist laut ADAC seit November 2014 für alle neu zugelassenen Autos in der EU Pflicht. Misst es direkt mit Sensoren im Rad, brauchen beide Radsätze Sensoren; ein zweiter Satz kostet laut ADAC 120 bis 300 Euro. Sag der Werkstatt bei der Terminvergabe Bescheid, vor allem, wenn du einen zweiten Radsatz bestellst. Wie sehr schon die Radgröße den WLTP-Wert verschiebt, zeigt „Elektroautos mit der größten Reichweite 2026: WLTP und Tests im Vergleich“.

Den Radwechsel kannst du laut ADAC auch beim E-Auto selbst machen, mit dem Hochvoltsystem kommst du nicht in Kontakt. Setz den Wagenheber aber nur an den Hebepunkten aus der Betriebsanleitung an, sonst kann im schlimmsten Fall die Antriebsbatterie beschädigt werden. Radschrauben über Kreuz mit dem vorgeschriebenen Drehmoment anziehen und nach etwa 50 Kilometern nachprüfen. In der Werkstatt brauchen Mitarbeitende für Radwechsel an E-Autos laut ADAC eine 1S-Qualifikation nach DGUV Information 209-093.

Beim Alter weichen die ADAC-Angaben voneinander ab: Bundesweit empfiehlt der ADAC 2026, Winterreifen nicht älter als acht Jahre werden zu lassen, der ADAC Sachsen schrieb 2025 von höchstens sechs Jahren. Neue Reifen sollten laut ADAC beim Kauf nicht älter als drei Jahre sein, das Datum steht in der DOT-Nummer. Der ADAC empfiehlt außerdem vier Reifen desselben Modells und bei unterschiedlicher Profiltiefe die besseren auf die Hinterachse. Hat dein Auto vorne und hinten verschiedene Größen wie der CLA, lassen sich die Räder nicht zwischen den Achsen tauschen (eigene Einordnung).

Quellen: [9], [10], [11], [27], [28], [37], [38], [39], [40], [41]

Checkliste vor dem Winter und dein nächster Schritt

Mit diesen Punkten kaufst du passende Winterreifen und kommst ohne Bußgeld durch die Saison. Lass Montage, Auswuchten und Reifendrucksensoren von einer Fachwerkstatt erledigen, wenn du unsicher bist.

Dein nächster Schritt: Was der höhere Winterverbrauch kostet, rechnest du mit dem Ladekostenrechner von ev.guru nach. Wie viel Reichweite Kälte und Heizung kosten, zeigt „E-Auto im Winter: Wie viel Reichweite du verlierst und was wirklich hilft“, was an Bremsen und Reifen sonst verschleißt, „Wartung beim Elektroauto 2026: Inspektion, Kosten und was wirklich verschleißt“.

  1. Papiere prüfen: Zulassungsbescheinigung Teil I, Felder 15.1/15.2 (Reifen) und 8.1/8.2 (Achslasten), dazu die CoC-Bescheinigung mit allen freigegebenen Rad-Reifen-Kombinationen.
  2. Tragfähigkeit rechnen: Zwei Reifen einer Achse müssen mindestens die zulässige Achslast tragen, der Lastindex darf nie niedriger sein als eingetragen; HL-Reifen laut US-Reifenverband durch HL gleicher Größe und Tragfähigkeit ersetzen.
  3. Alpine-Symbol und Alter kontrollieren: Bergpiktogramm mit Schneeflocke auf der Flanke, DOT-Datum beim Kauf nicht älter als drei Jahre.
  4. Profil messen: gesetzlich mindestens 1,6 mm, der ADAC empfiehlt Winterreifen unter 4 mm zu ersetzen.
  5. Testergebnis zur eigenen Größe suchen: ADAC-Regel ±10 mm Breite und ±5 Punkte Höhenverhältnis bei gleichem Felgendurchmesser; Label und EPREL nur als Ergänzung.
  6. Reifendruck einstellen: kalt und vor der Fahrt messen, Werte aus Betriebsanleitung oder Aufkleber an der B-Säule, laut ADAC alle zwei Wochen prüfen.
  7. Geschwindigkeitsindex prüfen: Liegt er unter der Höchstgeschwindigkeit deines Autos, Aufkleber oder Anzeige im Blickfeld (§ 36 Abs. 5 StVZO).
  8. Reifendrucksensoren klären: Bei direkt messendem System braucht auch der Winterradsatz Sensoren, laut ADAC 120 bis 300 Euro für den zweiten Satz.
  9. Radwechsel planen: Termin jetzt vereinbaren, weil Werkstätten laut ADAC ab Ende Oktober stark ausgelastet sind; Hebepunkte laut Betriebsanleitung, Drehmoment beachten, nach etwa 50 km nachprüfen.

Quellen: [2], [8], [10], [28], [30], [37], [38], [39], [41]

Quellen & weiterführende Informationen

  1. § 2 StVO: Straßenbenutzung durch Fahrzeuge (Abs. 3a, Winterreifen) ↗
  2. § 36 StVZO: Bereifung und Laufflächen ↗
  3. Bußgeldkatalog-Verordnung (BKatV), Anlage: Bußgeldkatalog (Nr. 5a, 5a.1, 212, 213, 213a) ↗
  4. § 3 BKatV: Bußgeldregelsätze ↗
  5. BKatV, Anhang (zu § 3 Absatz 3), Tabelle 4: Erhöhung bei Gefährdung oder Sachbeschädigung ↗
  6. Fahrerlaubnis-Verordnung, Anlage 13: Punktebewertung ↗
  7. Bundesministerium für Verkehr: Winterreifenpflicht (01.10.2026) ↗
  8. ADAC: Reifenkennzeichnung – von DOT bis Speedindex (08.10.2026) ↗
  9. ADAC Presse: ADAC Winterreifentest 2026 (22.09.2026) ↗
  10. ADAC: Test Winterreifen 225/50 R17 (2026), mit Testmethodik (22.09.2026) ↗
  11. ADAC: Test Winterreifen 185/65 R15 (2026) (22.09.2026) ↗
  12. ADAC: Pirelli Cinturato Winter 3 im Test (225/50 R17, 2026) ↗
  13. ADAC: Continental WinterContact TS 870 im Test (225/50 R17, 2026) ↗
  14. ADAC: Goodyear UltraGrip Performance 3 im Test (225/50 R17, 2026) ↗
  15. ADAC: Michelin Alpin 7 im Test (225/50 R17, 2026) ↗
  16. ADAC: Dunlop Winter im Test (225/50 R17, 2026) ↗
  17. ADAC: Sunwide Snowide im Test (225/50 R17, 2026) ↗
  18. ADAC: Continental WinterContact TS 870 im Test (185/65 R15, 2026) ↗
  19. ADAC: Michelin Alpin 7 im Test (185/65 R15, 2026) ↗
  20. ADAC: Bridgestone Blizzak LM 005 im Test (185/65 R15, 2026) ↗
  21. ADAC: Rockblade Rock 868S im Test (185/65 R15, 2026) ↗
  22. ADAC: Test Ganzjahresreifen 185/65 R15 (2026) (23.06.2026) ↗
  23. ADAC Presse: ADAC Ganzjahresreifentest 2026 (23.06.2026) ↗
  24. ADAC: Test Ganzjahresreifen 225/45 R17 (24.06.2025) ↗
  25. ADAC: Winterreifen 225/40 R18 im Test 2025, mit Abschnitt zu nordischen Reifen (23.09.2025) ↗
  26. ADAC: Winterreifen 215/55 R17 V im Test 2024 (24.09.2024) ↗
  27. ADAC: E-Auto-Reifen – brauchen Elektroautos besondere Reifen? (04.03.2025) ↗
  28. ADAC: Lastindex bei Reifen – Tragfähigkeitsindex (31.07.2026) ↗
  29. Continental (Herstellerangabe): Erste Reifen mit neuer Tragfähigkeitskennung „HL“ (21.01.2021) ↗
  30. U.S. Tire Manufacturers Association: Tire Information Service Bulletin 54/2, High Load Capacity Tires with „HL“ Prefix (2023, PDF) ↗
  31. Verordnung (EU) 2020/740 über die Kennzeichnung von Reifen (EUR-Lex, Amtsblatt L 177 vom 5.6.2020) ↗
  32. Europäische Kommission: Tyres – Energy label and ecodesign (Infoseite zum Reifenlabel und EPREL) ↗
  33. Pirelli (Herstellerangabe): Pirelli Elect – Technologie für Elektro- und Hybridfahrzeuge (18.10.2023) ↗
  34. ADAC-Autokatalog: Mercedes-Benz CLA Coupé 200 elektrisch Progressive (ab 10/25) ↗
  35. ADAC-Autokatalog: Kia EV3 (58,3 kWh) Air (ab 11/24) ↗
  36. ADAC-Autokatalog: VW ID.3 Neo (50 kWh) Trend (ab 07/26) ↗
  37. ADAC: Reifendruck-Kontrollsystem – was RDKS bringt (26.03.2026) ↗
  38. ADAC: Der richtige Luftdruck beim Auto (02.06.2025) ↗
  39. ADAC: Reifen oder Räder selbst wechseln (02.04.2026) ↗
  40. ADAC Sachsen: Faustformel „O bis O“? (08.10.2025) ↗
  41. ADAC Mittelrhein: Jetzt auf Winterreifen umsteigen (09.10.2026) ↗
  42. ÖAMTC: Winterreifentest 2026 – Ergebnisse und Testsieger (abgerufen 31.10.2026) ↗
  43. TCS: TCS-Winterreifentest 2026 (abgerufen 31.10.2026) ↗
  44. Stiftung Warentest: Die besten Winterreifen im Test des ADAC (23.09.2026) ↗
  45. Pirelli (Herstellerangabe): Reifenkatalog Elect Cinturato All Season SF 3 ↗

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