Kurz gesagt: drei Versionen, sehr unterschiedliche Rechnungen
Den Atto 2, ein 4,31 Meter langes Kompakt-SUV, verkauft BYD laut Preisliste für das vierte Quartal in drei Versionen: als Elektroauto Comfort mit 64,8 kWh und als Plug-in-Hybrid „DM-i“ in den Ausstattungen Active und Boost. Die früheren Elektroversionen mit 45 kWh stehen nicht mehr in der Preisliste.
In den Black Weeks bis 28. November zieht BYD 10.000 bis 12.500 Euro ab. Entscheidend ist aber ein Detail, das im Prospekt untergeht: Nur der Hybrid mit großem Akku bekommt staatliche Förderung und ein E-Kennzeichen, der kleine nicht. Wir haben den Atto 2 nicht selbst gefahren; Herstellerangaben, ADAC-Werte und unsere Einordnung sind getrennt gekennzeichnet.
Preise: Liste, Black Weeks und BYDs Endpreis
BYDs „möglicher Endpreis“ zieht die höchste staatliche Förderung ab. Die gibt es für reine E-Autos bis 6.000 Euro und für Plug-in-Hybride bis 4.500 Euro, aber nur für Haushalte mit bis zu 45.000 Euro zu versteuerndem Einkommen und mindestens zwei Kindern. Beim Händler zahlst du den Black-Weeks-Preis plus Überführung. Nach den Black Weeks gilt laut Preisliste bis 31. Dezember wieder der BYD E-Bonus, ohne dass BYD die Beträge je Modell nennt.
| Version | Listenpreis | Black Weeks | Staatliche Förderung höchstens | BYDs möglicher Endpreis |
|---|---|---|---|---|
| Comfort (Elektro, 64,8 kWh) | 41.990 € | 31.990 € | 6.000 € | 25.990 € |
| DM-i Active (Plug-in-Hybrid, 40 km elektrisch) | 35.990 € | 23.990 € | keine | 23.990 € |
| DM-i Boost (Plug-in-Hybrid, 90 km elektrisch) | 38.990 € | 26.490 € | 4.500 € | 21.990 € |
Quellen: [1]
Förderung, E-Kennzeichen, Dienstwagen: warum der DM-i Active leer ausgeht
Ein Plug-in-Hybrid bekommt die staatliche Förderung nur, wenn er höchstens 60 Gramm CO2 je Kilometer ausstößt oder innerorts mindestens 80 Kilometer elektrisch fährt. Laut ADAC-Datenblatt schafft der DM-i Boost 45 g und 150 km innerorts, der DM-i Active 72 g und 50 km. Der Active fällt damit durch, BYD führt für ihn in der Preisliste auch keine Förderung. Maßgeblich sind die Werte in der Übereinstimmungsbescheinigung deines Autos.
Ähnlich beim E-Kennzeichen: Laut ADAC bekommt nur die Version mit größerem Akku eines. Für Dienstwagenfahrer gilt beim Plug-in-Hybrid die halbe Versteuerung nur bis 50 g CO2 oder ab 80 km elektrischer Reichweite; nach den WLTP-Werten erfüllt das nur der Boost (eigene Einordnung). Der elektrische Comfort wird mit einem Viertel des Listenpreises versteuert. Die Regeln im Einzelnen stehen in „E-Auto-Förderung 2026: Wer bekommt wie viel und wie beantragst du sie richtig?“ und „E-Kennzeichen 2026: Vorteile, Kosten und was die Verlängerung des EmoG ändert“.
Der Elektro-Atto: 430 Kilometer und endlich schnelles Laden
Der Comfort hat 64,8 kWh und 150 kW. Laut BYD schafft er 430 Kilometer nach WLTP und lädt mit bis zu 155 kW Gleichstrom, von 10 auf 80 Prozent in 25 Minuten; an der Wallbox mit 11 kW dauert eine volle Ladung 7,2 Stunden. Der Kofferraum fasst laut BYD 450 Liter, angehängt werden dürfen 750 Kilogramm.
Einen eigenen ADAC-Test dieser Version gibt es noch nicht. Das ist wichtig, denn bei der getesteten Vorgängerversion mit 45 kWh lagen Messung und Herstellerangabe weit auseinander, wie der nächste Abschnitt zeigt.
Der Plug-in-Hybrid DM-i: Benziner mit Steckdose, aber ohne Schnellladen
Im DM-i arbeitet laut ADAC ein 1,5-Liter-Vierzylinder vor allem als Generator, angetrieben wird meist elektrisch. Der Boost hat einen 18-kWh-Akku und 156 kW, der Active 122 kW und laut WLTP 40 Kilometer elektrische Reichweite. Mit dem 45-Liter-Tank kommt der Boost laut ADAC auf dem Papier auf bis zu 1.000 Kilometer.
Schnellladen ist beim DM-i nicht vorgesehen. Laut ADAC-Datenblatt lädt der Active einphasig mit 3,3 kW, der Boost mit 6,6 kW. Den Übergang zwischen Elektro- und Benzinbetrieb fand der ADAC bei einer kurzen Probefahrt geschmeidig; einen ausführlichen Test gibt es noch nicht. Ob ein Plug-in-Hybrid zu deinem Alltag passt, klärt „Plug-in-Hybrid oder Elektroauto 2026: Was passt besser zu dir?“.
Was der ADAC am Elektro-Atto gemessen hat
Getestet hat der ADAC den Atto 2 Boost mit 45 kWh und 130 kW, der heute nicht mehr in der Preisliste steht. Er verbrauchte 20,4 kWh auf 100 Kilometer und kam unter idealen Bedingungen nur 250 Kilometer weit, bei 312 Kilometern laut WLTP. Am Schnelllader schaffte er höchstens 65 kW, hielt diese Leistung aber bis etwa 65 Prozent. Der Kofferraum fasste nach ADAC-Messung nur 260 Liter.
Gelobt hat der ADAC Federung, Verarbeitung und die umfangreiche Ausstattung mit Wärmepumpe, Panoramadach und elektrisch verstellbaren Vordersitzen. Kritik gab es für die Bedienung über den Touchscreen, bei der Temperatur und Sitzheizung nicht auf der ersten Ebene liegen, und für die Klimaautomatik, die der ADAC „inakzeptabel“ nennt: Sie kühle selbst bei hoch eingestellter Temperatur und heize danach übermäßig. Die Technik-Note war 2,4.
Quellen: [3]
Unsere Einordnung: welche Version für wen
Kannst du zuhause oder bei der Arbeit laden, ist der Comfort die stimmigste Wahl: In den Black Weeks kostet er 31.990 Euro und lädt endlich schnell. Hast du keinen festen Ladeplatz oder fährst oft lange Strecken ohne Ladestopp, ist der DM-i Boost die Alternative. Mit der höchsten Förderung von 4.500 Euro wird er nach BYDs Rechnung sogar günstiger als der Active; mit der kleinsten Plug-in-Förderung von 1.500 Euro kostet er dich 1.000 Euro mehr (eigene Rechnung).
Den DM-i Active würden wir nicht nehmen: keine Förderung, kein E-Kennzeichen, nur 40 Kilometer elektrisch und langsames Laden, und das in den Black Weeks für nur 2.500 Euro weniger als der Boost. Leasen kannst du den Comfort laut BYD für 315 Euro im Monat mit 6.000 Euro Sonderzahlung; das Angebot haben wir als Deal durchgerechnet. Preisliste und ADAC-Seiten haben wir am 6. und 7. November 2026 gelesen.
Quellen & weiterführende Informationen
- BYD Deutschland: Preisliste Q4 2026 mit Black-Weeks-Bonus, E-Bonus und Förderhöchstbeträgen, Stand 10/2026 (PDF) ↗
- BYD Deutschland: Atto 2, Spezifikationen (Broschüre, PDF, gelesen 7. November 2026) ↗
- ADAC: BYD Atto 2, ob vollelektrisch oder Plug-in-Hybrid, perfekt sind beide nicht (Test und Fahrbericht) ↗
- ADAC Autokatalog: BYD Atto 2 Comfort (ab 11/25), technische Daten ↗
- ADAC Autokatalog: BYD Atto 2 DM-i Active (ab 01/26), technische Daten ↗
- ADAC Autokatalog: BYD Atto 2 DM-i Boost (ab 01/26), technische Daten ↗
Prüfe aktuelle Bedingungen und Details vor deiner Entscheidung bei den verlinkten Quellen.



