Kurz gesagt: viel Auto fürs Geld, aber langsam am Schnelllader

Der Dolphin Surf ist BYDs kleinstes und günstigstes Auto in Deutschland: 3,99 Meter lang, vier Sitzplätze, ein LFP-Akku mit 30 oder 43,2 kWh. Es gibt ihn in drei Versionen, Active, Boost und Comfort. Laut BYD-Preisliste für das vierte Quartal kostet er regulär 23.490 bis 31.490 Euro. In den BYD Black Weeks vom 1. bis 28. November sind es 19.990 bis 23.990 Euro, jeweils plus Überführung.

Der ADAC hat den Boost getestet und lobt Platz, Verarbeitung, Federung und Ausstattung. Seine größten Kritikpunkte: das langsame Schnellladen, die Lenkung und einige Assistenzsysteme. Wir haben das Auto nicht selbst gefahren. Herstellerangaben, ADAC-Messwerte und unsere Einordnung sind im Text getrennt gekennzeichnet.

Quellen: [1], [2], [3]

Preise: was die Black Weeks und die Förderung wirklich bringen

BYD wirbt mit „ab 13.990 €“. Das ist der Active nach Black-Weeks-Bonus und nach der höchsten staatlichen Förderung von 6.000 Euro. Die gibt es laut BYD-Fußnote und Förderrichtlinie aber nur für Haushalte mit bis zu 45.000 Euro zu versteuerndem Einkommen und mindestens zwei Kindern. Gezahlt wird sie erst nach der Zulassung auf Antrag beim BAFA, ohne Rechtsanspruch. Beim Händler zahlst du den Aktionspreis plus Überführung.

Eigene Rechnung mit der Grundförderung von 3.000 Euro: Active 16.990, Boost 19.490, Comfort 20.990 Euro. Nach den Black Weeks gilt laut Preisliste vom 29. November bis 31. Dezember wieder der BYD E-Bonus; welche Beträge dann für den Dolphin Surf gelten, nennt BYD nicht gesondert. Wie viel staatliche Förderung dir zusteht, erklärt „E-Auto-Förderung 2026: Wer bekommt wie viel und wie beantragst du sie richtig?“.

BYD-Preisliste Q4 2026 (Stand 10/2026) und BYD-Broschüre: Preise inklusive Umsatzsteuer, ohne Überführung und ohne staatliche Förderung; Reichweite nach WLTP
VersionListenpreisBlack Weeks bis 28.11.Akku, ReichweiteLaden DC
Active, 65 kW23.490 €19.990 €30 kWh, 220 kmbis 65 kW
Boost, 65 kW27.490 €22.490 €43,2 kWh, 322 kmbis 85 kW
Comfort, 115 kW31.490 €23.990 €43,2 kWh, 310 kmbis 85 kW

Quellen: [1], [2], [7]

Was der ADAC gemessen hat

Der ADAC hat einen Boost mit 65 kW getestet und am 26. November 2025 veröffentlicht. Im Ecotest verbrauchte er 19,2 kWh auf 100 Kilometer inklusive Ladeverlusten, für einen Kleinwagen ein vergleichsweise hoher Wert. Daraus ergeben sich rund 260 Kilometer Reichweite. In der Stadt oder bei ruhiger Fahrt außerorts hält der ADAC über 300 Kilometer für möglich, auf der Autobahn bei Kälte kaum mehr als 150.

Der Test galt der Baureihe, die der ADAC bis Oktober 2026 führt. BYDs aktuelle Preisliste nennt Modelljahr 2026. Welche Unterschiede es gibt, steht in den von uns gelesenen BYD-Unterlagen nicht; die technischen Eckdaten in Broschüre und ADAC-Datenblatt stimmen überein.

Verbrauch im Test
19,2 kWh/100 km inklusive Ladeverlusten (WLTP: 15,6 kWh)
Reichweite im Test
rund 260 km (WLTP: 322 km)
Schnellladen 10–80 %
45 Minuten unter idealen Bedingungen, max. 85 kW
Kofferraum gemessen
220 l bis zur Fensterunterkante, maximal 990 l (BYD: 308 und 1.037 l)
Platz hinten
bis 1,90 m Körpergröße, wenn vorn 1,85 m eingestellt sind
ADAC-Technik-Note
2,6

Quellen: [3], [4]

Laden: 31 Minuten laut BYD, 45 Minuten im Test

Für das Schnellladen von 10 auf 80 Prozent nennt BYD beim Boost 31 Minuten, beim Active 29 Minuten. Laut Fußnote gilt das aber nur an einer Säule mit mehr als 100 kW und über 500 Volt und bei 25 Grad. Der ADAC brauchte selbst unter idealen Bedingungen 45 Minuten, obwohl der Testwagen die versprochenen 85 kW als Spitzenwert erreichte. Eine Akku-Vorkonditionierung hat der Dolphin Surf laut ADAC nicht. Im Winter kommt der Akku deshalb kalt an der Säule an; rechne dann mit längeren Ladezeiten (unsere Einschätzung).

Zuhause lädt er an der Wallbox mit 11 kW dreiphasig. Von 0 auf 100 Prozent dauert das laut BYD 3 Stunden 21 Minuten (Active) und 4 Stunden 37 Minuten (Boost, Comfort). Alle Versionen können über V2L Geräte mit Strom versorgen. Wie sich der Dolphin Surf beim Schnellladen gegen andere Modelle schlägt, zeigt „Schnellladen im Vergleich 2026: Welche Elektroautos von 10 auf 80 % am schnellsten laden“.

Quellen: [2], [3], [4]

Die Schwächen laut ADAC

Die Lenkung zentriert nicht, bei Geradeausfahrt musst du ständig leicht korrigieren; der ADAC nennt das störend und ermüdend. Der Spurhalteassistent greift teils voreilig ein und lässt sich nur mit Kraft übersteuern. Hinten fehlen Radarsensoren, deshalb gibt es weder Spurwechselwarner noch Querverkehrs- oder Ausstiegswarnung. Die gesetzliche Tempowarnung lässt sich nur umständlich abschalten.

Dazu kommen ein fehlender Heckscheibenwischer, eine ablenkende Bedienung und beim Active und Boost Halogenscheinwerfer mit mäßiger Ausleuchtung; LED-Scheinwerfer hat laut Broschüre nur der Comfort. Ein integriertes Google-Navi führt die aktuelle Broschüre ebenfalls nur beim Comfort. Der ADAC beschrieb 2025 schon beim Active ein Navi mit Ladeplanung. Frag beim Händler, was dein Auto tatsächlich hat.

Quellen: [2], [3]

Sicherheit und Garantie

Laut BYD hat der Dolphin Surf im September 2025 fünf Sterne von Euro NCAP bekommen, mit 82 Prozent beim Insassenschutz für Erwachsene und 86 Prozent für Kinder. Die Euro-NCAP-Seite selbst war für uns nicht abrufbar; die Werte stammen aus BYDs Mitteilung. Isofix gibt es auf dem Beifahrersitz und den beiden äußeren Rücksitzen.

Bei der Garantie ist BYD großzügiger als viele Konkurrenten: sechs Jahre oder 150.000 Kilometer aufs Auto, acht Jahre oder 200.000 Kilometer auf den Akku mit mindestens 70 Prozent Restkapazität, acht Jahre oder 150.000 Kilometer auf Motor und Steuergerät. Was die Garantien anderer Hersteller zusagen, steht in „Akku-Garantie beim E-Auto 2026: Was die Hersteller in Deutschland wirklich zusagen“. Die Typklassen des Boost liegen laut ADAC bei 13 (Haftpflicht), 23 (Vollkasko) und 19 (Teilkasko).

Quellen: [2], [4], [6]

Active, Boost oder Comfort? Unsere Einordnung

Der Active mit 30 kWh reicht nur, wenn du fast ausschließlich in der Stadt fährst und zuhause lädst. Für 2.500 Euro mehr bekommt der Boost in den Black Weeks 13,2 kWh mehr, 102 WLTP-Kilometer mehr und 85 statt 65 kW Ladeleistung; das sind rund 25 Euro je zusätzlichem Kilometer (eigene Rechnung). Für die meisten ist der Boost deshalb die bessere Wahl.

Während der Black Weeks kostet der Comfort nur 1.500 Euro mehr als der Boost, regulär sind es 4.000 Euro. Dafür gibt es 115 statt 65 kW, laut BYD 9,1 statt 12,1 Sekunden auf 100 km/h, LED-Scheinwerfer, das Google-Navi und eine 360-Grad-Kamera. Die Reichweite sinkt dabei laut WLTP leicht auf 310 Kilometer. Kaufst du bis 28. November, ist der Comfort nach unserer Einschätzung das bessere Angebot.

Quellen: [1], [2]

Unser Fazit: für wen der Dolphin Surf passt

Der Dolphin Surf passt zu dir, wenn du einen gut verarbeiteten Kleinwagen mit viel Platz für zwei Erwachsene hinten suchst, vor allem in der Stadt und auf Landstraßen fährst und zuhause laden kannst. Mit sechs Jahren Garantie und dem Black-Weeks-Preis ist er ein starkes Angebot.

Er passt weniger, wenn du oft lange Autobahnetappen fährst: Dann kosten dich die 45 Minuten Ladezeit spürbar Zeit. Wer fünf Sitze braucht, schaut sich den Citroën ë-C3 an; mehr Modelle bis 30.000 Euro stehen in „Günstige Elektroautos 2026: Neuwagen unter 30.000 Euro im Überblick“. Preisliste und Broschüre haben wir am 6., die ADAC-Seiten am 7. November 2026 gelesen.

Quellen & weiterführende Informationen

  1. BYD Deutschland: Preisliste Q4 2026 mit Black-Weeks-Bonus und E-Bonus, Stand 10/2026 (PDF) ↗
  2. BYD Deutschland: Dolphin Surf, Spezifikationen und Garantien (Broschüre, PDF) ↗
  3. ADAC: BYD Dolphin Surf im Test, was bietet der Preisbrecher wirklich? (26. November 2025) ↗
  4. ADAC Autokatalog: BYD Dolphin Surf Boost (4-Sitzer), technische Daten, Garantie und Typklassen ↗
  5. BYD Deutschland: Dolphin Surf konfigurieren ↗
  6. BYD: Dolphin Surf scores maximum five-star Euro NCAP safety rating (9. September 2025, englisch) ↗
  7. BMUKN: Richtlinie zur sozial gestaffelten Förderung der Anschaffung von elektrisch betriebenen Fahrzeugen (E-Auto-Förderung), BAnz AT 19.06.2026 B3 ↗

Prüfe aktuelle Bedingungen und Details vor deiner Entscheidung bei den verlinkten Quellen.

Rechne mit deinen eigenen Werten.

Kostenrechner öffnen