Kurz gesagt: viel Platz vorn, gute Ladezeit, teure Pakete
Der EV2 ist Kias kleinstes Elektroauto: ein kantiges Kleinwagen-SUV mit 4,06 Metern Länge und Frontantrieb, gebaut seit Februar 2026 in der Slowakei. Kia bietet ihn mit 42,2 kWh (LFP) und 108 kW oder mit 61 kWh (NMC) und 99,5 kW an. Laut Preisliste für das Modelljahr 2027 kostet er 26.600 bis 40.890 Euro.
Der ADAC hat den Earth mit kleinem Akku getestet und vergibt die Note 2,4. Er lobt den Platz vorn, den Kofferraum, den Fahrkomfort und die Sicherheitsausstattung. Kritik gibt es für die knappe Beinfreiheit hinten, den großen Wendekreis und die vielen kostenpflichtigen Pakete. Wir haben den EV2 nicht selbst gefahren; Herstellerangaben, ADAC-Messwerte und unsere Einordnung sind getrennt gekennzeichnet.
Preise: sieben Versionen, zwei Akkus
Mit 42,2 kWh gibt es Light, Air und Earth, mit 61 kWh Air, Earth, GT-Line und Black-Line. Der Light hat als einzige Version nur vier Sitze und eine starre Rückbank, alle anderen haben fünf. Wärmepumpe und Navigation gibt es für den Light laut Preisliste gar nicht.
Der größere Akku bringt beim Air 4.500 Euro Aufpreis und 136 WLTP-Kilometer mehr, rund 33 Euro je Kilometer (eigene Rechnung). Dafür ist der Motor schwächer: 99,5 statt 108 kW, laut ADAC 9,5 statt 8,7 Sekunden auf 100 km/h.
| Version | Preis | Reichweite (WLTP) | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Light, 42,2 kWh, 108 kW | 26.600 € | bis 317 km | 4 Sitze, 16-Zoll-Stahlfelgen, keine Wärmepumpe und kein Navi lieferbar |
| Air, 42,2 kWh, 108 kW | 28.990 € | bis 317 km | 5 Sitze, Zwei-Zonen-Klima, Typ-2-Kabel |
| Earth, 42,2 kWh, 108 kW | 31.290 € | 317–308 km | Sitz- und Lenkradheizung, Frunk |
| Air, 61 kWh, 99,5 kW | 33.490 € | bis 453 km | größerer Akku (NMC) |
| Earth, 61 kWh, 99,5 kW | 35.790 € | 453–430 km | wie Earth mit kleinem Akku |
| GT-Line, 61 kWh, 99,5 kW | 36.890 € | 418 km | 19-Zoll-Räder, Sportoptik |
| Black-Line, 61 kWh, 99,5 kW | 40.890 € | 418 km | Navi mit Ladeplanung, Wärmepumpe, V2L und Harman/Kardon serienmäßig |
Quellen: [1]
Die Pakete: was du für Winter und Langstrecke dazurechnen musst
Zwei Dinge sind für den Alltag wichtiger, als sie in der Liste aussehen: die Wärmepumpe, die im Winter Reichweite spart, und die Navigation mit Ladeplanung. Ohne Ladeplanung wärmt der EV2 den Akku vor dem Schnellladen laut ADAC nicht automatisch vor, nur manuell. Beides ist nur beim Black-Line serienmäßig.
Beim Air kostet die Wärmepumpe 990 Euro und setzt das Winter-Paket für 350 Euro voraus; die Navigation kommt für 600 Euro dazu, zusammen 1.940 Euro. Beim Earth und GT-Line steckt die Wärmepumpe im Winter-Connect-Paket für 1.390 Euro, zusammen mit V2L. Die Navigation gibt es dort nur im Technology-Paket für 1.190 Euro, zusammen 2.580 Euro. Das optionale 22-kW-Laden an Wechselstrom kostet 990 Euro und setzt ebenfalls das Winter-Connect-Paket voraus (eigene Summen aus der Preisliste). Die verschiebbare Rückbank mit zwei Einzelsitzen macht den Earth, GT-Line oder Black-Line zum Viersitzer und kostet laut Preisliste 450 Euro; der ADAC nannte 300 Euro.
- Air 42,2 kWh mit Wärmepumpe und Navi
- 30.930 € (28.990 + 350 + 990 + 600)
- Earth 42,2 kWh mit Wärmepumpe und Navi
- 33.870 € (31.290 + 1.390 + 1.190)
- Earth 42,2 kWh mit Wärmepumpe und 22 kW
- 33.670 € (31.290 + 1.390 + 990)
Was der ADAC gemessen hat
Der ADAC hat einen Earth mit 42,2 kWh und 108 kW getestet und am 31. August 2026 veröffentlicht. Er verbrauchte 18,8 kWh auf 100 Kilometer inklusive Ladeverlusten und kam damit 245 Kilometer weit; unter günstigen Bedingungen hält der ADAC rund 300 Kilometer für möglich, auf der Autobahn und im Winter weniger.
Beim Schnellladen hielt der EV2 Kias Versprechen: 28 Minuten von 10 auf 80 Prozent, Spitze 114 kW, im Schnitt aber nur 64,5 kW. Nach zehn Minuten waren rund 87 Kilometer nachgeladen. Den Federungskomfort und die Geräuschdämmung lobt der ADAC, die Lenkung nennt er leichtgängig, aber indifferent.
- Verbrauch im Test
- 18,8 kWh/100 km inklusive Ladeverlusten (WLTP: 15,1 kWh)
- Reichweite im Test
- 245 km (WLTP: 317 km)
- Schnellladen 10–80 %
- 28 Minuten, max. 114 kW, im Schnitt 64,5 kW
- Bremsweg aus 100 km/h
- 36,3 m
- Innengeräusch bei 130 km/h
- 65,4 dB(A)
- Kofferraum gemessen
- 315 l bis zur Abdeckung, 660 l umgeklappt, maximal 1.140 l (Kia: 362 l)
- Beinfreiheit
- vorn bis etwa 1,93 m, hinten nur bis 1,77 bis 1,80 m
Laden und Ziehen: zwei echte Stärken
An Wechselstrom lädt der EV2 serienmäßig mit 11 kW, auf Wunsch mit 22 kW. Von 10 auf 100 Prozent dauert das laut Kia 4 Stunden 5 Minuten (11 kW) oder 2 Stunden 35 Minuten (22 kW) beim kleinen Akku, beim großen 5:35 und 3:00 Stunden. 22 kW lohnen sich nur, wenn du oft an öffentlichen Wechselstrom-Säulen lädst, die so viel liefern; die meisten Wallboxen zuhause sind auf 11 kW ausgelegt.
Anders als viele Kleinwagen darf der EV2 einen Anhänger ziehen: 750 Kilogramm gebremst und ungebremst. Für einen Fahrradanhänger oder kleinen Gepäckanhänger reicht das; was ein Anhänger mit der Reichweite macht, steht in „Elektroauto mit Anhängerkupplung 2026: Anhängelast, Reichweite und Laden mit Gespann“.
Sicherheit, Garantie und Versicherung
Euro NCAP hat den EV2 im Oktober 2026 nach dem neuen Testschema mit fünf Sternen bewertet; die Wertung gilt laut Datenblatt für beide Akkus. Die Teilwerte und den Vergleich mit anderen neuen Modellen zeigt „Euro NCAP 2026: Wie sicher die neuen Elektroautos im neuen Crashtest sind“.
Kia gibt sieben Jahre oder 150.000 Kilometer Garantie aufs Auto und acht Jahre oder 160.000 Kilometer auf den Akku, mit mindestens 70 Prozent Kapazität. Die Typklassen liegen laut ADAC bei 17 (Haftpflicht), 25 (Vollkasko) und 22 (Teilkasko); für einen Kleinwagen ist das nach unserer Einschätzung eher hoch.
Welche Version passt? Unsere Einordnung
Für die meisten ist der Air mit 42,2 kWh der beste Kauf: fünf Sitze, der kräftigere Motor und 28.990 Euro. Fährst du im Winter viel oder lädst unterwegs, nimm Wärmepumpe und Navigation dazu, dann bist du bei 30.930 Euro. Den Light empfehlen wir nur als reinen Stadt- und Zweitwagen, weil weder Wärmepumpe noch Navi lieferbar sind und er nur vier Sitze hat.
Den 61-kWh-Akku brauchst du, wenn du regelmäßig mehr als 200 Kilometer am Stück fährst. Er lädt laut Kia ähnlich schnell, von 10 auf 80 Prozent in 30 Minuten. Für einen Leasingvertrag gibt es aktuell ein Herstellerbeispiel für den Air mit kleinem Akku: 199 Euro im Monat mit 4.030,52 Euro Sonderzahlung, 48 Monate und 10.000 Kilometer im Jahr, bis 31. Dezember 2026. Wir haben es als Deal durchgerechnet.
Unser Fazit
Der EV2 ist ein durchdachtes, komfortables Kleinwagen-SUV mit ordentlicher Ladezeit, viel Platz vorn, Anhängelast und langer Garantie. Hinten wird es für Erwachsene über 1,80 Meter eng. Teuer wird er durch die Pakete: Rechne Wärmepumpe und Navigation von Anfang an ein, bevor du Angebote vergleichst.
Vergleichbare Modelle sind laut ADAC VW ID. Polo, ID. Cross, Cupra Raval und Škoda Epiq. Wie sie sich unterscheiden, steht in „ID. Polo, Raval, Epiq oder ID. Cross: Welcher der neuen kleinen Stromer passt?“. Preisliste und Kia-Seiten haben wir am 7. November 2026 gelesen.
Quellen & weiterführende Informationen
- Kia Deutschland: Preisliste EV2, Modelljahr 2027, Stand 1. Oktober 2026 (PDF) ↗
- ADAC: Kia EV2 im Test, bequem, aber mit üppiger Aufpreisliste (31. August 2026) ↗
- ADAC Autokatalog: Kia EV2 (42,2 kWh) Light, technische Daten, Garantie und Typklassen ↗
- Kia Deutschland: EV2 entdecken, Garantie- und Leasinghinweise (gelesen 7. November 2026) ↗
- Euro NCAP: Kia EV2 (2026), Datenblatt mit geltenden Varianten ↗
Prüfe aktuelle Bedingungen und Details vor deiner Entscheidung bei den verlinkten Quellen.



