Kurz gesagt: ein Renault 5 mit Nissan-Gesicht

Der neue Micra ist ein Elektro-Kleinwagen von 3,97 Metern, den Nissan auf derselben Technik wie den Renault 5 aufbaut; der ADAC nennt ihn den „Technik-Bruder“ des R5. Von Januar bis Oktober 2026 wurden laut Kraftfahrt-Bundesamt 4.278 Micra neu zugelassen. Laut Preisliste vom 12. Oktober 2026 kostet er 26.290 bis 33.190 Euro plus Überführung und Zulassung.

Der ADAC hat die Topversion Evolve mit großem Akku getestet (veröffentlicht am 4. August 2026) und mit 2,5 bewertet: flott, wendig, gut ausgestattet, aber hinten eng, mit schlechter Sicht nach hinten und mäßigem Federungskomfort. Wir sind den Micra nicht selbst gefahren; Herstellerangaben, ADAC-Messwerte und unsere Einordnung sind getrennt gekennzeichnet.

Quellen: [1], [2], [5]

Preise und Versionen

Den 40-kWh-Akku mit 90 kW gibt es als Engage und Advance, den 52-kWh-Akku mit 110 kW als Advance und Evolve. Der große Akku kostet beim Advance 3.000 Euro mehr. Laut Nissan-Website lädt der kleine Akku mit bis zu 80 kW, der große mit bis zu 100 kW; die Preisliste nennt nur „bis 100 kW“. Bei der Reichweite nennt Nissan 325 und 427 Kilometer, die ADAC-Datenblätter 317 und 416 Kilometer.

Nissan hat die Preise gesenkt. Im ADAC-Test vom August kostete der Evolve noch 34.900 Euro und die Basisversion „knapp 28.000 Euro“, die Preisliste vom Oktober nennt 33.190 und 26.290 Euro. Auf der Micra-Website standen am 8. November noch die alten Einstiegspreise von 27.990 (Engage) und 29.990 Euro (Advance); die Übersicht auf nissan.de und die Preisliste zeigen die neuen.

Nissan-Preisliste Micra, Stand 12. Oktober 2026: unverbindliche Preisempfehlung zuzüglich Überführung und Zulassung; DC-Leistung laut Nissan-Website, Reichweite laut Nissan und ADAC
VersionAkku, LeistungReichweite WLTPDC-LadenPreis
Engage40 kWh, 90 kW325 km (ADAC: 317 km)bis 80 kW26.290 €
Advance40 kWh, 90 kW325 km (ADAC: 317 km)bis 80 kW28.290 €
Advance52 kWh, 110 kW427 km (ADAC: 416 km)bis 100 kW31.290 €
Evolve52 kWh, 110 kW427 km (ADAC: 416 km)bis 100 kW33.190 €

Quellen: [2], [3], [4], [5], [6], [7], [8]

Ausstattung: was der Engage hat und was erst ab Advance kommt

Schon der Engage hat eine Wärmepumpe, Klimaautomatik mit Vorklimatisierung per App, LED-Scheinwerfer, Einparkhilfe hinten, schlüssellosen Zugang und ein 10,1-Zoll-Display mit kabellosem Apple CarPlay und Android Auto. Ein eingebautes Navigationssystem, eine Rückfahrkamera und einen Abstandstempomaten hat er nicht.

Das alles bringt der Advance für 2.000 Euro mehr: integrierte Google-Dienste mit Google Maps und Routenplanung, Rückfahrkamera, zwölf Parksensoren rundum, Abstandstempomat mit Stop-and-go, Totwinkelwarner mit Lenkeingriff, induktive Handyladeschale und One-Pedal-Fahren mit Schaltwippen. Sitz- und Lenkradheizung kosten beim Advance 500 Euro im Winter Paket, beim Engage gibt es sie nicht. Der Evolve hat sie serienmäßig, dazu den Fahrassistenten ProPILOT mit Navi-Anbindung, Harman-Kardon-Sound und eine Zweifarblackierung. Einen Adapter, über den der Micra Strom an Geräte abgibt, verkauft Nissan als Zubehör für 213 Euro.

Quellen: [2]

Laden, Reichweite und Platz

Im ADAC-Test verbrauchte der Micra Evolve 18,5 kWh auf 100 Kilometer inklusive Ladeverlusten und kam damit 322 Kilometer weit, deutlich weniger als die 416 Kilometer der WLTP-Angabe im ADAC-Katalog. An der Schnellladesäule erreichte er bis zu 103 kW, bei 80 Prozent noch knapp 60 kW; nach 20 Minuten war Strom für 177 Kilometer nachgeladen. An der 11-kW-Wallbox dauert eine volle Ladung laut ADAC-Datenblatt 3 Stunden 40 Minuten (40 kWh) oder 4 Stunden 45 Minuten (52 kWh).

Platz ist die Schwäche des Micra. Nissan nennt 326 Liter Kofferraum nach VDA-Norm, der ADAC hat 255 Liter unter der Abdeckung und höchstens 905 Liter gemessen; ein Fach unter dem Boden oder vorn für das Ladekabel gibt es nicht, die Ladekante innen ist hoch. Hinten ist es laut ADAC „arg begrenzt“. Ziehen darf der Micra 500 Kilogramm, und laut Preisliste beträgt die zulässige Dachlast 0 Kilogramm: Eine Dachbox ist also nicht erlaubt.

Einblicke in Bildern

2 Bilder
Blauer Nissan Micra der elektrischen Generation mit schwarzem Dach schräg von vorn in Gerlingen, aufgenommen am 13. September 2026. Version am Foto nicht bestimmt. Von ev.guru zugeschnitten und verkleinert, Kennzeichen mit Händlerrahmen unkenntlich gemacht; Bildfassungen unter CC BY-SA 4.0. Alexander Migl / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0
Grauer elektrischer Nissan Micra schräg von hinten mit runden Rückleuchten und Nissan-Schriftzug, aufgenommen am 3. April 2026 in Leinfelden-Echterdingen. Von ev.guru zugeschnitten und verkleinert, Kennzeichen mit Händlerrahmen unkenntlich gemacht; Bildfassungen unter CC BY-SA 4.0. Alexander Migl / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0
Bildergalerie1 / 2
Verbrauch im Test
18,5 kWh/100 km inklusive Ladeverlusten (Evolve, 52 kWh)
Reichweite im Test
322 km (WLTP laut Nissan bis 427 km)
Schnellladen
ADAC: bis 103 kW, nach 20 min Strom für 177 km
Laden zu Hause
11 kW; 3:40 h (40 kWh) bzw. 4:45 h (52 kWh) laut ADAC
Kofferraum
Nissan: 326 l (VDA); ADAC: 255 l, bis 905 l
Anhänge- und Dachlast
500 kg gebremst, Stützlast 63 kg, Dachlast 0 kg

Quellen: [2], [3], [5], [8]

ADAC-Test und Sicherheit

Am besten schnitt der Micra beim Antrieb ab (1,2), am schwächsten bei Karosserie (3,3) und Komfort (3,1). Gelobt hat der ADAC die Wendigkeit, die einfache Bedienung, die flotten Fahrleistungen, das handliche Fahrverhalten und die umfangreiche Ausstattung. Kritik gab es für den engen Fond, die schlechte Sicht nach hinten, den fehlenden Platz fürs Ladekabel und den mäßigen Federungskomfort. Gegenüber dem Topmodell des Renault 5 sah der ADAC damals einen Preisvorteil von rund 1.000 Euro. Eine Ungenauigkeit im ADAC-Text: Dort sitzt der Motor an der Hinterachse, laut ADAC-Datenblatt und Nissan hat der Micra Vorderradantrieb.

Für die Sicherheit führt der ADAC-Katalog vier Sterne bei Euro NCAP mit Testdatum Dezember 2024 und verweist dabei auf den Crashtest des Renault 5. Serienmäßig hat schon der Engage Notbremsassistent, Spurhalteassistent, Geschwindigkeitsassistent und eine Fahrerüberwachung.

Quellen: [5], [6]

Garantie, Versicherung und Finanzierung

Nissan gibt drei Jahre oder 100.000 Kilometer Neuwagengarantie, fünf Jahre auf die elektrischen Antriebsteile und acht Jahre oder 160.000 Kilometer auf den Akku. Den Akku tauscht oder repariert Nissan laut Website auch, wenn die Kapazität unter 70 Prozent fällt; das ADAC-Datenblatt nennt 75 Prozent. Lass dir im Zweifel die Garantiebedingungen zeigen; mehr in „Akku-Garantie beim E-Auto 2026: Was die Hersteller in Deutschland wirklich zusagen“. Die „Nissan MORE Garantie“ bis zehn Jahre ist keine Herstellergarantie, sondern laut Preisliste eine Versicherung eines Nissan-Versicherers, die sich nach jeder Wartung in einer Nissan-Werkstatt um ein Jahr verlängert und nur die Antriebsteile abdeckt.

Die Typklassen liegen laut ADAC bei 15 (Haftpflicht), 21 (Vollkasko) und 17 (Teilkasko); mehr in „E-Auto-Versicherung wechseln: Typklassen 2027, Akku-Schutz und Stichtag 30. November“. Nissan wirbt mit einer Finanzierung ab 126 Euro im Monat für den Engage. Darin steckt ein „Nissan Bonus“ von 2.103 Euro, der Angebotspreis liegt bei 24.187 Euro plus 1.190 Euro Überführung. Dazu kommen 6.000 Euro Anzahlung, 35 Raten und eine Schlussrate von 14.985 Euro bei 2,49 Prozent effektivem Jahreszins, insgesamt 26.585 Euro inklusive Anzahlung und Überführung; gültig für Kaufverträge bis 31. Dezember 2026. Ob es den Bonus auch beim Barkauf gibt, steht dort nicht. Die beworbenen „bis zu 6.000 €“ staatliche Förderung bekommen nur bestimmte Haushalte; wer wie viel bekommt, steht in „E-Auto-Förderung 2026: Wer bekommt wie viel und wie beantragst du sie richtig?“.

Quellen: [2], [3], [6]

Unsere Einordnung: Micra oder Renault 5?

Für die meisten ist der Advance mit 52 kWh für 31.290 Euro die beste Wahl: großer Akku, Google-Navigation mit Routenplanung, Rückfahrkamera und Abstandstempomat. Den Engage nimm nur, wenn du vor allem in der Stadt fährst und mit dem Handy navigierst. Für den Winter lohnt beim Advance das Winter Paket für 500 Euro; der Evolve lohnt sich für den ProPILOT und den Sound.

Gegen den Renault 5 kostet der Micra in den vergleichbaren Stufen meist 200 Euro weniger, nur der Evolve 200 Euro mehr als der R5 Iconic Five (eigener Vergleich der Preislisten). Dafür gibt Nissan drei Jahre Garantie, Renault laut ADAC-Datenblatt zwei. Wer mehr Platz braucht, schaut sich den „Renault 4 E-Tech 2026: 40 oder 52 kWh, Evolution bis Iconic? Preise, Platz und ADAC-Test“ an; den R5 beschreibt „Renault 5 E-Tech 2026: Urban oder Comfort Range? Preise, Versionen, Laden und ADAC-Test“, weitere günstige Modelle zeigt „Günstige Elektroautos 2026: Neuwagen unter 30.000 Euro im Überblick“. Preisliste, Website und ADAC-Seiten haben wir am 8. November 2026 gelesen.

Quellen: [2]

Quellen & weiterführende Informationen

  1. KBA: FZ 10 – Neuzulassungen von Personenkraftwagen nach Marken und Modellreihen, Oktober 2026, Zeile Nissan Micra, Spalte Elektroantrieb (Excel, veröffentlicht 6. November 2026) ↗
  2. Nissan Deutschland: Preisliste Micra, Stand 12. Oktober 2026 (PDF, gelesen 8. November 2026) ↗
  3. Nissan Deutschland: Micra-Website mit Ladeangaben, Akku-Garantie und Finanzierungsbeispiel (gelesen 8. November 2026) ↗
  4. Nissan Deutschland: Neuwagen-Übersicht mit Einstiegspreisen (gelesen 8. November 2026) ↗
  5. ADAC: Nissan Micra im Test: Elektrisch, pfiffig, gut? (4. August 2026) ↗
  6. ADAC Autokatalog: Nissan Micra (40 kWh) Engage (ab 01/26), Garantie, Typklassen und Euro NCAP ↗
  7. ADAC Autokatalog: Nissan Micra (52 kWh) Advance (ab 01/26) ↗
  8. ADAC Autokatalog: Nissan Micra (52 kWh) Evolve (ab 01/26) ↗

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