Kurz gesagt: ein guter Kompakt-Stromer, wenn die Pakete stimmen

Der EV3 ist Kias kompaktes Elektro-SUV: 4,30 Meter lang, fünf Sitze, laut ADAC gewissermaßen der Nachfolger des Niro EV. Kia verkauft ihn mit zwei Akkus, 58,3 kWh und 81,4 kWh, in den Ausstattungen Air, Earth und GT-Line, seit April 2026 mit dem großen Akku auch mit Allradantrieb. Laut Preisliste kostet er 36.190 bis 51.390 Euro.

Der ADAC hat den Earth mit kleinem Akku getestet und mit der Note 1,8 bewertet: sparsam, gut vernetzt, umfangreich ausgestattet, mit kleinen Schwächen bei Fahrerüberwachung und Fensterhebern. Die Wärmepumpe ist erst beim GT-Line Serie, bei Air und Earth steckt sie in Paketen. Wir haben den EV3 nicht selbst gefahren; Herstellerangaben, ADAC-Messwerte und unsere Einordnung sind getrennt gekennzeichnet.

Quellen: [1], [2], [4]

Preise: sieben Versionen von 36.190 bis 51.390 Euro

Die Preise sind unverbindliche Preisempfehlungen ohne Überführung. Mit der Grundförderung von 3.000 Euro kostet der Air mit kleinem Akku 33.190 Euro (eigene Rechnung); wie viel dir zusteht, steht in „E-Auto-Förderung 2026: Wer bekommt wie viel und wie beantragst du sie richtig?“. Eine Kia-Aktion für den EV3 haben wir in der Preisliste nicht gefunden.

Kia-Preisliste EV3 (Modelljahr 2027): unverbindliche Preisempfehlung inklusive 19 % MwSt., ohne Überführung; Reichweite nach WLTP je nach Rad (17 oder 19 Zoll)
VersionAirEarthGT-LineReichweite (WLTP)
58,3 kWh, 150 kW, Front36.190 €38.490 €–414–436 km
81,4 kWh, 150 kW, Front41.590 €43.890 €48.890 €563–605 km
81,4 kWh, 195 kW, Allrad–47.080 €51.390 €572 km

Quellen: [1], [9]

Air oder Earth: was die Pakete kosten

Der Air hat schon Navigation mit Ladestopp-Planung, kabelloses Apple CarPlay und Android Auto, Abstandstempomat, Rückfahrkamera, Parksensoren vorn und hinten und eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik. Sitz- und Lenkradheizung und die Wärmepumpe gibt es nur im Winter-Paket für 1.100 Euro, den erweiterten Notbrems- und Totwinkelassistenten nur im DriveWise-ADAS-Paket für 990 Euro, das das Winter-Paket voraussetzt. Laut Kia erfüllt der Air erst mit diesem Paket die Fünf-Sterne-Bewertung von Euro NCAP.

Mit beiden Paketen kostet der Air mit kleinem Akku 38.280 Euro, nur 210 Euro weniger als der Earth. Der Earth hat Sitz- und Lenkradheizung und die erweiterten Assistenten schon serienmäßig, dazu induktives Handyladen und einen selbstabblendenden Innenspiegel, aber keine Wärmepumpe. Die steckt beim Earth im Winter-Connect-Paket für 1.300 Euro, zusammen mit Strom für Geräte (V2L, bis 3,6 kW) und einer 230-Volt-Steckdose; dann kostet er 39.790 Euro (eigene Summen aus der Preisliste).

Unsere Einordnung: Wer keine Extras außer Wärmepumpe und Assistenten braucht, fährt mit dem Air samt beiden Paketen am günstigsten. Der Earth mit Winter-Connect-Paket bietet für 1.510 Euro mehr V2L und mehr Komfort. Ob dir eine Wärmepumpe etwas bringt, erklärt „Wärmepumpe im E-Auto 2026: Wo sie Serie ist, was sie kostet und wann sie sich lohnt“.

Quellen: [1]

Akkus und Laden

Der kleine Akku lädt laut Kia mit bis zu 101 kW, von 10 auf 80 Prozent in 29 Minuten; der große mit bis zu 128 kW in 31 Minuten. An einer 50-kW-Säule dauert dasselbe 55 beziehungsweise 79 Minuten. An der Wallbox laden alle mit 11 kW, von 10 auf 100 Prozent in 5:20 beziehungsweise 7:15 Stunden. Earth und GT-Line gibt es mit 22-kW-Lader für 990 Euro, allerdings nur zusammen mit weiteren Paketen.

Der große Akku kostet 5.400 Euro mehr und bringt mit 17-Zoll-Rädern 169 WLTP-Kilometer, rund 32 Euro je zusätzlichem Kilometer (eigene Rechnung). Er erlaubt außerdem mehr Anhängelast: 1.000 statt 500 Kilogramm gebremst, mit Allrad 1.500 Kilogramm. Mehr zum Ziehen mit E-Auto steht in „Elektroauto mit Anhängerkupplung 2026: Anhängelast, Reichweite und Laden mit Gespann“.

58,3-kWh-Akku
NMC, 150 kW, DC bis 101 kW, 10–80 % in 29 min, WLTP 414–436 km
81,4-kWh-Akku
NMC, 150 oder 195 kW, DC bis 128 kW, 10–80 % in 31 min, WLTP 563–605 km
Wallbox
11 kW serienmäßig, 22 kW im Paket für 990 Euro (nicht beim Air)
Kofferraum (VDA)
460 l, mit Allrad 413 l; vorn 25 l
Anhängelast gebremst
500 / 1.000 / 1.500 kg (58,3 kWh / 81,4 kWh / Allrad), Stützlast 100 kg
Garantie
7 Jahre oder 150.000 km auf das Auto, 8 Jahre auf den Hochvoltakku

Quellen: [1], [4]

Was der ADAC am EV3 gemessen hat

Getestet hat der ADAC den Earth mit 58,3 kWh und das Ergebnis im Juni 2025 veröffentlicht. Im Ecotest verbrauchte er 17,1 kWh auf 100 Kilometer inklusive Ladeverlusten, der ADAC nennt das effizient; daraus ergeben sich rund 380 Kilometer Reichweite. Am Schnelllader brauchte er 29 Minuten von 10 auf 80 Prozent, erreichte höchstens 99 der versprochenen 101 kW und hielt die Leistung bis etwa 70 Prozent. Den Akku kann man vor dem Laden per Knopfdruck vorwärmen.

Gelobt hat der ADAC die Vernetzung mit Online-Navigation und Ladeplanung, die Komfort- und Sicherheitsausstattung und die lange Garantie. Kritik gab es für eine Fahrerüberwachung, die zu früh auslöst und nervt, für Fenster im Fond, die mit zu hoher Kraft schließen, und dafür, dass es weder Matrix-Licht noch adaptive Dämpfer gibt. Im Crashtest von Euro NCAP (05/2025) erreichte der EV3 laut ADAC fünf Sterne und 83 Prozent beim Insassenschutz.

Verbrauch im Test
17,1 kWh/100 km inklusive Ladeverlusten
Reichweite im Test
rund 380 km (WLTP: 436 km)
Schnellladen 10–80 %
29 Minuten, max. 99 kW
Kofferraum gemessen
420 l unter der Abdeckung
Bremsweg aus 100 km/h
32,2 m
ADAC-Note
1,8; Autokosten 2,5

Quellen: [4]

Versicherung

Die Typklassen liegen laut ADAC-Datenblatt bei 18 (Haftpflicht), 23 (Vollkasko) und 26 (Teilkasko). Kia gibt sieben Jahre oder 150.000 Kilometer Garantie aufs Auto; was Kia beim Akku zusagt, vergleicht „Akku-Garantie beim E-Auto 2026: Was die Hersteller in Deutschland wirklich zusagen“.

Quellen: [3]

Unsere Einordnung: welcher EV3 für wen

Für die meisten ist der kleine Akku die richtige Wahl: Der ADAC hat mit ihm rund 380 Kilometer gemessen, und er lädt in knapp einer halben Stunde. Als Air mit Winter- und ADAS-Paket kostet er 38.280 Euro, als Earth mit Winter-Connect-Paket 39.790 Euro.

Den großen Akku brauchst du, wenn du regelmäßig mehr als 300 Kilometer am Stück fährst oder einen Anhänger bis 1.000 Kilogramm ziehen willst; als Earth mit Paket kostet er 45.190 Euro. Den GT-Line nimm nur, wenn dir Optik, Soundsystem und elektrische Heckklappe den Aufpreis wert sind.

Den kleineren Bruder beschreibt „Kia EV2 2026: Welche Version lohnt sich? Preise, Pakete und ADAC-Test“, den direkten Vergleich mit dem Škoda Elroq „Škoda Elroq 60 oder Kia EV3 Standard Range: Welcher passt zu deinem Alltag?“. Weitere Elektro-SUVs vergleicht „Elektro-SUV bis 50.000 Euro 2026: Kompakte E-SUVs im Vergleich“. Den größeren EV4 mit 81,4-kWh-Akku und Fastback beschreibt „Kia EV4 2026: Fünftürer, Fastback oder GT? Preise, Pakete und ADAC-Test“. Preisliste und ADAC-Seiten haben wir am 7. November 2026 gelesen.

Quellen: [1], [4]

Quellen & weiterführende Informationen

  1. Kia Deutschland: Preisliste Kia EV3, Modelljahr 2027 (PDF, gelesen 7. November 2026) ↗
  2. ADAC Autokatalog: Kia EV3, Baureihe SV1 mit allen Versionen ↗
  3. ADAC Autokatalog: Kia EV3 (58,3 kWh) Air (ab 11/24), technische Daten, Garantie und Typklassen ↗
  4. ADAC Autotest: Kia EV3 (58,3 kWh) Earth, Juni 2025 (PDF) ↗
  5. ADAC Autokatalog: Kia EV3 (58,3 kWh) Earth (ab 11/24), technische Daten und Testergebnis ↗
  6. ADAC Autokatalog: Kia EV3 (81,4 kWh) Earth (ab 11/24), technische Daten ↗
  7. ADAC Autokatalog: Kia EV3 (81,4 kWh) Earth AWD (ab 04/26), technische Daten ↗
  8. ADAC Autokatalog: Kia EV3 (81,4 kWh) GT-Line (ab 11/24), technische Daten ↗
  9. BMUKN: Richtlinie zur sozial gestaffelten Förderung der Anschaffung von elektrisch betriebenen Fahrzeugen (E-Auto-Förderung), BAnz AT 19.06.2026 B3 ↗

Prüfe aktuelle Bedingungen und Details vor deiner Entscheidung bei den verlinkten Quellen.

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